Timoclea roemeriana ist eine Muschelart aus der Ordnung der Venerida. Ursprünglich im Roten Meer verbreitet, ist die Art im Mittelmeer ein Lessepsscher Einwanderer.
Merkmale Das Gehäuse ist gleichklappig und fast gleichseitig. Der Wirbel ist nur leicht in die vordere Hälfte verschoben, die kleinen, spitzen Wirbel sind nach vorne eingerollt. Der Umriss des Gehäuses ist eiförmig bis annähernd eiförmig, nach hinten etwas verlängert. Die Adultgröße ist etwa 8 mm. Der hintere Dorsalrand ist annähernd gerade und fällt flach und fast gerade zum Hinterrand ab. Der Übergang ist durch eine flache Winkeländerung markiert. Der Hinterrand fällt dann etwas steiler und gerade zum gerundeten posteroventralen Übergang ab. Die Bauchseite ist weit gerundet und geht kontinuierlich in den enger gerundeten Vorderrand über. Der vordere Dorsalrand ist flach gerundet und fällt etwas steiler als der hintere Dorsalrand zum Vorderrand ab. Das Schloss weist in der rechten Klappe und linken Klappe je drei divergierende Zähne auf. Die Lunula ist länglich-eiförmig. Eine Area ist nicht ausgebildet. Die Mantelbucht ist vergleichsweise klein.
Die Schale ist dick und fest. Die Oberfläche ist cremefarben mit braunen bis kastanienbraunen Flecken. Die Skulptur besteht aus über 30 radialen und wenigen (ca. 4/CIESM Atlas, bzw. 10 oder 12), konzentrischen Rippen. Im vorderen Teil des Gehäuses sind sie eher dünn und niedrig, im hinteren Teil werden sie zunehmend kräftiger. Die innere Oberfläche ist glatt, weißlich oder purpurfarben. Der innere Gehäuserand ist gekerbt.
Unterschiede Die ähnliche Ovale Teppichmuschel (Timoclea ovata) aus dem Atlantik und dem Mittelmeer ist deutlich größer, die radialen Linien treten hervor. Auch Timoclea costellifera ist ebenfalls größer und besitzt deutlich gröbere radiale Skulptur.
Geographische Verbreitung, Lebensraum und Lebensweise Die Art war ursprünglich endemisch im Roten Meer. Bereits 1898 wurde sie im Suez-Kanal nachgewiesen. 1999 und 2010 wurden auch Funde aus dem Mittelmeer publiziert.
Die Tiere leben eingegraben in sandigen Sedimenten und filtrieren sich ihre Nahrung mit Hilfe von Siphonen aus dem Wasser. Sie graben sich mit dem Fuß aktiv durch das Sediment. Die Wassertiefe beträgt im Golf von Suez ca. 75 bis 100 m. Die Mittelmeerfunde stammen aus Schalendetritus in 5 bis 25 m Wassertiefe gesammelt vor der Küste von Haifa (Israel) sowie einer Lokalität zwischen der Golf von İskenderun und Samandağ (Türkei) in 16 m Wassertiefe. Zuvor war so noch weiter westlich vor der Küste von Taşucu (Türkei) gefunden worden.
Taxonomie Die Art wurde von Arturo Issel 1869 als Venus Roemeriana erstmals beschrieben. Er verwies in seiner Beschreibung auch auf eine Abbildung in Savigny, Description de l'Egypte, Taf. 8, Fig.3. Die Art wird heute der Gattung Timoclea T. Brown, 1827 zugewiesen und von MolluscaBase als gültige Art betrachtet.
Literatur Peter Graham Oliver, Kevin Thomas (Bilder): Bivalved seashells of the Red Sea. 330 S., Wiesbaden, Hemmen u. a., 1992, ISBN 3-925919-08-2 (S. 187/88) Argyro Zenetos, Serge Gofas, Giovanni Russo, José Templado: CIESM Atlas of Exotic Species in the Mediterranean. Vol.3 Mollusca. CIESM (Frédéric Briand, Hrsg.), Monaco, 2003, ISBN 92-990003-3-6 (hier S. 298/299, Text online)
Einzelnachweise Arturo Issel: Malacologia del Mar Rosso. Ricerche zoologiche e paleontologiche. Biblioteca Malacologica, Pisa, 1869. Online bei Biodiversity Heritage Library, hier S. 64/65.
MolluscaBase: Timoclea roemeriana (Issel, 1869)
Bilal Öztürk, Alper Doğan, Banu Bıtlıs-Bakir, Alp Salman: Marine molluscs of the Turkish coasts: an updated checklist. Turkish Journal of Zoology, 38: 1-48, 2014
Kategorie:Venusmuscheln Kategorie:Veneridae