mini|hochkant|Kaplan Josef Birnkammer auf dem Deckenfresko in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Törwang Josef Birnkammer (* 8. April 1896 in Oberlanding, Landkreis Landshut; † 25. August 1962 in Rosenheim) war ein deutscher Prediger in Bad Tölz und katholischer Pfarrer in Kolbermoor.Das Ende des Zweiten Weltkriegs im Erzbistum München und Freising. Die Kriegs- und Einmarschberichte im Archiv des Erzbistums München und Freising. Band 1. 2005. S. 429. Vorschau in Google-Books

Leben und Leistungen Am 29. Juni 1922 wurde Birnkammer zum Priester geweiht. Zwischen 1922 und 1925 war er Koadjutor (Pfarrgehilfe) in Törwang. Im Jahr 1924 wurde Birnkammer im Deckengemälde des Langhauses in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Törwang neben dem Pfarrer Josef Dürnegger von Sebastian Hausinger porträtiert.:Datei:Mariä Himmelfahrt (Törwang), Deckengemälde, 2024-08-15.jpg (siehe Signatur) Seit dem Jahr 1925 war er bis 1930 Kooperator in Trostberg, 1930 ebenda nebenamtlicher Pfarrvikar. Anschließend war er in Trostberg bis 1931 wieder Kooperator und Benefiziumsverweser. 1931 bis 1935 war er Prediger in Bad Tölz und schließlich seit 1. Juli 1935 bis 1962 Pfarrer in Kolbermoor.

Seit seinem Antritt als Pfarrer in Kolbermoor Mitte 1933 versuchte Birnkammer die ohnehin durch die Nazis geschwächte Arbeitsgemeinschaft Ortskartell katholischer Vereine durch gesätes Misstrauen und Lähmen der Zusammenarbeit letztlich mit Erfolg zu zerschlagen. Diese Arbeitsgemeinschaft bestand aus dem Katholischen Arbeiter- und Arbeiterinnenverein, Katholischen Jugendverein und Jungmännerbund, der Deutschen Jugendkraft, Marianischen Kongregation, dem Katholischen Mütterverein, der Christlichen Sängerrunde, und dem katholischen Jungmädchenverein „Weisse Rose“. Der Auflösung der Marianischen Kongregation habe er trotz Möglichkeiten aus Angst vor den Nazis nichts entgegengesetzt.

Die Verhaftung eines nach Kolbermoor versetzten Kaplan Höss, der einen guten Draht zur einheimischen Bevölkerung hatte, was den Nazis wiederum missfiel, sah Birnkammer tatenlos mit an. Der aus dem KZ Dachau entlassene und durchaus als Jugendseelsorger geeignet gewesene Kaplan Kötter fand mindestens bei Birnkammer ebenso wenig Unterstützung und verließ Kolbermoor freiwillig.

Birnkammer war Hauptakteur der Innenrenovierung der Kirche Heilige Dreifaltigkeit in Kolbermoor im Jahr 1938, als die Schablonenmalerei durch eine helle Ausmalung der Wände ersetzt wurde.https://www2.erzbistum-muenchen.de/cms-media/media-48565520.pdf

Das Oberbayerische Volksblatt berichtete im Jahr 2023 wie Berta Elsland, Angehörige einer Schreinerfamilie, von Josef Birnkammer und dem Bürgermeister Josef Fleischmann vor dem Konzentrationslager Dachau gerettet worden sei. Sie hatte sich mit dem Kolbermoorer Ortsgruppenleiter angelegt, der zuvor, aufgrund der Holznot, Bestattungen ohne Sarg angeordnet hatte.

Um 1944 spendete er trotz Polenerlasse den Kindern der Ostarbeiterinnen in Kolbermoor Tauf- und Sterbesakramente, sowie den Kriegsgefangenen Messen trotz sonderrechtlichen Verordnungen (vergleiche: Polenstrafrechtsverordnung).

Mit bescheidenen Mitteln baute er zwischen 1948 und 1949 einen Pfarrkindergarten. Dieser später vom Caritasverband übernommene Kindergarten wurde 1964 und 1994 erneuert.https://www2.erzbistum-muenchen.de/pfarrei/stadtkirche-kolbermoor/kita-hl-dreifaltigkeit-kolbermoor/cont/79442

Birnkammer ist Namensgeber der Pfarrer-Birnkammer-Straße in Kolbermoor. Am 25. Juni 1960 wurde ihm die Ehrenbürgerschaft von Kolbermoor verliehen.

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