Emil Ott (* 12. November 1882 in Kempten (Allgäu); † 25. April 1945 in Kelheim) war ein deutscher Bierbrauer und Mitglied des Bayerischen Landtags.
Leben Nach dem Besuch der Volks- und Realschule absolvierte Emil Ott eine Brauerlehre und arbeitete als Bierbrauer in den Niederlanden und der Tschechoslowakei. 1913 wurde er Verwalter des Langschen Gesamtbesitzes in Kelheim und übernahm im Jahr darauf einen landwirtschaftlichen Betrieb. Er musste Kriegsdienst leisten und machte nach seiner Rückkehr in die Heimat einen kaufmännischen Lehrkurs sowie ein dreisemestriges Studium an der Akademie Weihenstephan. Es schloss sich eine fünfjährige Tätigkeit als Braumeister in Ansbach und in Lohr am Main an. Er engagierte sich in der Politik, trat in die Bayerische Volkspartei ein und hatte einen Sitz im Stadtrat von Kelheim und war Bezirkstagsvorsitzender.
1932 wurde er im Stimmkreis Kelheim-Mainburg-Rottenburg in den Bayerischen Landtag gewählt, wo er im Ausschuss für den Staatshaushalt und für die Besoldungsordnung tätig war. Er blieb bis 1933 in dem Parlament, als es durch die Nationalsozialisten aufgelöst und gleichgeschaltet wurde. Ott stammte aus einer streng katholischen Familie und lehnte den Nationalsozialismus aus religiöser Überzeugung strikt ab, was zu Repressalien und Misshandlungen führte.Haus der Bayerischen Geschichte Digitalisat Am 30. März 1933 wurde er verhaftet und bis zum 1. April 1933 im Polizeigefängnis München in Schutzhaft genommen und anschließend in München-Stadelheim inhaftiert. Am 1. Juli 1933 wurden zahlreiche BVP-Politiker verhaftet und in Gefängnisse gebracht. Ott saß bis zum 5. Juli 1933 in Schutzhaft. Nach dem Anschluss Österreichs im April 1938 unterließ es Ott, die Hakenkreuzflagge an seinem Haus zu hissen. So wurde er am 9. April 1938 verhaftet und in das Amtsgerichtsgefängnis Kelheim gebracht. Vom 23. August 1944 bis zum 18. Oktober 1944 verbüßte er im Landgerichtsgefängnis Regensburg eine Haft, die im Zusammenhang mit der Aktion Gitter stand.Opfer und Verfolgte des NS-Regimes aus den bayerischen Parlamenten (Digitalisat)
Öffentliche Ämter Bezirksobmann der Kriegervereine und Gauführer des Bayerischen Heimatschutzes Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins von Kelheim 2. Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Vereins Kelheim Mitglied der Bauernkammer, des Steuerausschusses, des Grundbewertungsausschusses
Auszeichnungen und Ehrungen Eisernes Kreuz I. und II. Klasse Bayerischer Verdienstorden mit Krone und Schwertern Ökonomierat (Bayern) In Kelheim wurde die Emil-Ott-Straße nach ihm benannt
Siehe auch Liste der Mitglieder des Bayerischen Landtags (Weimarer Republik, 5. Wahlperiode)
Weblinks
Einzelnachweise
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