Die Jachen ist ein Fluss der bayerischen Alpen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Sie ist der natürliche Ausfluss des Walchensee. Seit 1924 ist dieser als solcher bei Niedernach durch ein Wehr aufgestaut, damit das Walchenseekraftwerk betrieben werden kann. Von Niedernach bis zur Einmündung des Alpenbach (ca. 435 m) liegt das ursprüngliche Bachbett trocken. Nach etwa 23 km langem Lauf ungefähr nach Ostnordosten mündet sie gegenüber dem Kirchdorf Fleck der Gemeinde Lenggries von links in die Isar.

Name Der Fluss Jachen wird 1313 als Jachna, 1457 als Jachenaw und 1796 als Jachna, Jachnau, Jachenau, Fluß in Ober-Baiern erwähnt. 1930 ist für Fluss und Tal die mundartliche Form d’jåchna belegt. Als ursprüngliches Grundwort wird daher aha angenommen. Als Bestimmungswort kann, muss aber nicht,Gudelius, Jost, Die Jachenau, Jachenau 2008, ISBN 3-939751-97-9, S. 207 der Personenname Jacho vermutet werden.Wolf-Armin Frhr. von Reitzenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Verlag C. H. Beck, München 1991, ISBN 3-406-35330-4, S. 196.

Geographie Verlauf Die Jachen entfloss vor Inbetriebnahme des Walchenseekraftwerkes im Jahr 1924 auf dem Walchensee an dessen Ostzipfel bei der Einöde Niedernach der Gemeinde Jachenau. Heute speist der Alpenbach das bis dorthin trockene Bachbett. Nach den ersten etwa vier Kilometern fließt sie auf breitem offenen Talboden zwischen den Kocheler Bergen linksseits und denen des Isarwinkels rechtsseits an einigen kleineren Orten der Gemeinde vorbei; das den Gemeindenamen tragende Dorf liegt mit etwas Abstand am großen linken Zufluss Große Laine.

Nach etwa zwei Drittel ihres Weges wechselt die Jachen über ins Gemeindegebiet von Lenggries, wo zwei Weiler am Lauf liegen. Dort fließt der Fluss, wie an seinem Anfang, lange in einem Talwald. Gegenüber dem Kirchdorf Fleck, kurz vor dem Weiler Langeneck fließt die Jachen auf zuletzt etwa von links der Isar zu.

Die Jachen mündet nach 22,7 km langem Lauf mit mittlerem Sohlgefälle von etwa 5,1 ‰ rund 115 Höhenmeter unterhalb des Walchenseespiegels.

Zuflüsse Der Fluss wird durch zahlreiche Bäche von den Höhen beidseits des Jachentales gespeist.

Alpenbach, von rechts kurz nach Jachenau-Niedernach Grabenbächle, von links unterhalb von Jachenau-Mühle Große Laine, von links bei Jachenau-Point Wilfetsgraben, von rechts bei Jachenau-Fleck Steingraben, von rechts gegenüber Jachenau-Bäcker Raitgraben, von rechts gegenüber und etwas vor Jachenau-Höfen Fleckengraben, von rechts gegenüber und etwas nach Höfen Rotwandgraben, von rechts Aubach, von rechts an der Unteren Höfnerbrücke Röhrmoosbach, von rechts an der Petererbrücke gegenüber von Jachenau-Rauthäusl Reichenaubach, von links vor Jachenau-Tannern Altlachbach, von rechts auf der Gemeindegrenze Jachenau/Lenggries Brandbach, von links bei Jachenau-Fleckhaus Rehgraben, von rechts vor und gegenüber der Schemeralm von Lenggries Talgraben, von rechts kurz nach der Hinteren Graberalm von Lenggries

Schutzgebiet Die Jachen fließt in einem von der EU ausgewiesenen FFH-Gebiet an der Ortschaft Jachenau vorbei.

Geschichte und Nutzung Von alters her bis in die 1950er-Jahre wurde die Jachen zur Trift des rund um den Walchensee und in der Jachenau geschlagenen Holzes genutzt. Nach der Absperrung bei Niedernach verpflichtete sich der Bayerische Staat, jährlich zwischen dem Frühjahr und dem 15. August für 60 hintereinanderliegende Tage Zuschusswasser für die Abtrift der Holzmengen zur Verfügung zu stellen.Vereinbarung zwischen dem Bayerischen Staat und der Gemeinde Jachenau vom 9. April 1925 Von diesem Recht hat die Jachenau in den letzten Jahrzehnten keinen Gebrauch mehr gemacht, da inzwischen alles Holz per LKW aus dem Tal transportiert wird.

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Einzelnachweise

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