Als die Götter starben ist ein Science fiction-Roman von Günther Krupkat, in dem die Prä-Astronautik thematisiert wird. Das Werk erschien 1963 parallel zu Der blaue Planet von Carlos Rasch mit derselben Thematik.Angela und Karlheinz Steinmüller, S. 23.
Handlung Der Mond im ersten Jahrzehnt der 2000er Jahre. Auf dem Mond und dem Mars existieren bereits internationale Forschungsstationen und es gibt einen regelmäßigen Raumschiffverkehr zwischen der Erde und ihrem Begleiter sowie dem vierten Planeten des Sonnensystems.
Bei einer wissenschaftlichen Exkursion auf dem Mond stößt Eric Olden auf das offensichtliche Wrackteil eines außerirdischen Raumschiffs. Bevor es durch eine Lawine versinkt, die aus Versehen durch ein anderes Exkursionsmitglied ausgelöst wird, erkennt Olden auf der Außenhaut des Wrackteils in sumerischer Keilschrift die Zahl 363.
Allerdings gibt es außer Olden keine weiteren Zeugen des Vorfalls, so dass seine Beobachtungen bei der Mehrheit der Mitglieder des Weltforschungsrats auf Unglauben stoßen. Trotzdem entsendet der Rat Oldens Gruppe zur Klärung des Sachverhalts auf den Marsmond Phobos.
Dort entdeckt sie die Hinterlassenschaften außerirdischer Raumfahrer, die offenbar identisch sind mit den Herstellern des auf dem Mond gefundenen Wrackteils. Darunter befinden sich auf Sumerisch eine Art elektronischer Tagebuchaufzeichnungen, so genannte Tonfäden, des Außerirdischen Termon. Aus den Aufzeichnungen lassen sich Ereignisse aus der Erdzeit um 4000 v. Chr. im östlichen Mittelmeerraum rekonstruieren, insbesondere in der Bekaa-Ebene im Libanon.
Die Außerirdischen stammen vom (fiktiven) Doppelplaneten Meju – Ortu, der sich dort befand, wo sich in der Gegenwart zwischen Mars und Jupiter der Asteroidengürtel befindet und als hypothetischer Planet Phaeton bekannt ist. Die Mejuaner wussten von dem bevorstehenden Untergang ihrer Welt – Ortu würde auf Meju stürzen – und suchten nach einer Ausweichlösung, in dem sie mit einem Graviton experimentierten, mit dem sich Himmelskörper versetzen lassen.
Auf der von den Mejuanern Imra genannten Erde nahmen sie Kontakt zu den Bewohnern des östlichen Mittelmeerraums/Mesopotamiens auf. Diese verehrten die Mejuaner wie Götter. Die Menschen versuchten, die Götter für ihre religiösen bzw. politischen Zwecke zu instrumentalisieren.
Die Mejuaner siedelten sich jedoch nicht auf der Erde an, da deren Atmosphäre für sie nicht zuträglich ist, sondern evakuierten sich mit Raumschiffen auf einen Planeten des Systems Tau Ceti, das sich elf Lichtjahre vom Sonnensystem entfernt befindet. Beim Kollaps des Doppelplaneten verursachten Meteoriten die Vernichtung der Städte Sodom und Gomorra. Den neuen Planeten nannten sie ebenfalls Meju.
Der Olden-Gruppe gelingt es, das auf dem Mond aufgefundene Wrackteil zu identifizieren. Es gehörte tatsächlich zum mejuanischen Kugelraumer 363, der durch einen Meteoriten im Weltraum zwischen Erde und Mond getroffen wurde und von dem Wrackteile vom Mond angezogen wurden.
Nachdem im Untergrund von Heliopolis eine Art Astrolabium der Mejuaner entdeckt wurde, beschließt der Weltforschungsrat, eine Expedition nach Tau Ceti zu entsenden, die von Olden geleitet werden soll. Ziel ist die Kontaktaufnahme zu den Mejuanern auf ihrem Planeten Meju 2.
Kritik Nach den Steinmüllers nahm der Roman 1995 auf einer Liste der 25 beliebtesten DDR-Science fiction-Bücher Rang 7 ein.Steinmüller, S. 173.
Ausgaben Als die Götter starben. Utopischer Roman, 1. Aufl. Berlin-Ost (Verlag Das neue Berlin) 1963, 2. Aufl. ebenda 1967 und 1975. Als die Götter starben, Neuausgabe Berlin-Ost (Verlag das neue Berlin) 1983 in der Reihe SF Utopia. Als die Götter starben, Pinnow (EDITION digital) 2019. ISBN 978-3-96521-136-0. ISBN 978-3-96521-135-3
Trivia Krupkats Titel wurde leicht verfremdet von Walter Ernsting (alias Clark Darlton) für seinen Roman Der Tag, an dem die Götter starben von 1979 verwendet, in dem Erich von Däniken als „Erich von X“ auftritt und als Erich von Däniken ein (fiktives) Vorwort dazu verfasste.
Literatur Günther Krupkat: Als die Götter starben. Utopischer Roman, 1. Aufl. Berlin-Ost (Verlag Das neue Berlin) 1963. Walter Ernsting: Der Tag, an dem die Götter starben. Roman, Düsseldorf (ECON) 1997. ISBN 3-612-27305-1 (Erstausgabe Düsseldorf, Marion von Schröder Verlag 1979, ISBN 978-3-547-72550-6) Angela und Karlheinz Steinmüller: Vorgriff auf das Lichte Morgen. Studien zur DDR-Science-Fiction mit einer Bibliographie von Hans-Peter Neumann, Passau (Erster Deutscher Fantasy-Club e.V.) 1995. ISBN 3-924443-85-8 Ekkehardt Brux: Günther Krupkat: „Als die Götter starben“, in: Neuer Stern: Rundbrief an die Freunde des ASFC Halle, Band 7, 2022, S. 10ff. Norbert Fiks: Walter Ernsting – ein Pionier der Prä-Astronautik. Lange vor Erich von Däniken ließ der SF-Schriftsteller Außerirdische die frühgeschichtliche Erde besuchen. Er war nicht der einzige, in: phantastisch!, Nr. 85, 2022, S. 28–32.
Weblinks Angaben zum Roman mit Abbildungen bei alexander-baumbach.de
Einzelnachweise
Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Roman, Epik Kategorie:DDR-Literatur Kategorie:Science-Fiction-Literatur Kategorie:Prä-Astronautik