mini|hochkant|Stadtmuseum im Weveldhaus Das Stadtmuseum Neuburg an der Donau befindet sich im Weveldhaus, einem barocken Adelspalais auf dem Neuburger Stadtberg. Träger des 1873 gegründeten und 2005 neu konzipierten Museums ist der Historische Verein Neuburg.
Geschichte Die Museumsgeschichte begann mit den privaten Sammlungen einiger Neuburger Bürger, die ihre Bestände dem 1833 gegründeten Historischen Filialverein Neuburg a. d. Donau vermachten. Besonders wertvolle Stücke, darunter vier große Tapisserien aus der Zeit Ottheinrichs, stammen aus dem Besitz von Joseph Benedikt Graßegger, einem der Mitbegründer des Vereins. Objekte aus der Sammlung des Handels- und Gewerbevereins und dem Nachlass des Königlich Bayerischen 15. Infanterie-Regiments kamen hinzu. Seit 1859 bemühte sich der Verein um geeignete Räume für seine wachsende Sammlung. Am 19. Oktober 1873 konnte der erste Museumssaal im Harmoniegebäude eröffnet werden. 1895 erweiterte man die Ausstellung um zusätzliche Räume, unter anderem mit Ornaten und Antependien aus dem Ursulinenkloster.
Eine Verlegung des Museums in das nach dem Auszug der Garnison weitgehend leer stehende Neuburger Schloss scheiterte an den hohen Kosten. Stattdessen kaufte der Historische Verein 1939 mit finanzieller Unterstützung der Stadt das Weveldhaus. Am 10. Juni 1950 wurde das neue Heimatmuseum im zweiten Obergeschoss eröffnet und zwei Jahre später um Räume im ersten Obergeschoss erweitert. Pläne für einen Umzug ins Schloss gab es weiterhin. 1982 verkaufte der Verein das Haus an die Stadt Neuburg, um die Restaurierung seiner Sammlungsstücke für das geplante Schlossmuseum zu finanzieren. Das Heimatmuseum im Weveldhaus wurde 1987 zur Gebäudesanierung geschlossen; ein Teil der Exponate kam als Leihgabe in das im gleichen Jahr in Trägerschaft der Bayerischen Schlösserverwaltung eröffnete Schlossmuseum Neuburg an der Donau.
1991 schlossen Stadt und Historischer Verein einen Vertrag, der die Trägerschaft und Kostenübernahme für das Stadtmuseum mit Depot regelte. Nach umfassender Sanierung des Weveldhauses wurde das neu gestaltete Stadtmuseum Neuburg an der Donau am 8. April 2005 mit einem Festakt eröffnet und 2009 um Ausstellungsräume im Untergeschoss erweitert.
Ausstellung Im Untergeschoss veranschaulichen Fundstücke und eine multimediale Show die Besiedelung des Neuburger Stadtbergs von der Urnenfelderzeit bis zum frühen Mittelalter. Neben einer Zisterne aus der Erbauungszeit des Hauses werden die örtliche Wasserversorgung und die Fischer- und Schiffergeschichte thematisiert.
Die Ausstellung im ersten Obergeschoss befasst sich mit weltlicher Herrschaft, der Kirche als geistlicher Macht und dem Bürgertum. Um ein begehbares Luftbild sind Gemälde, Stadtansichten und Pläne zur Stadtentwicklung zu sehen. Ein Raum zeigt die Religionsgeschichte von den frühen Klostergründungen und dem Bistum Neuburg über Reformation und Gegenreformation bis zur Säkularisation. Weitere Themen sind das Marktwesen, Stadtbauern, Ernährung und Gastronomie mit der Inszenierung einer Gastwirtschaft.
Im zweiten Obergeschoss stehen Arbeit, Alltag und soziale Gemeinschaft der Bürger im Mittelpunkt. Die Ausstellung zeigt Zunftzeichen, Modelle und Produkte von Neuburger Handwerkern. Möbel, Kunst und Stuckdecke veranschaulichen das Wohnen in einem Adelspalais. In weiteren Räumen erinnern Exponate an den Ersten Weltkrieg, die Zeit des Nationalsozialismus, den Zweiten Weltkrieg sowie die Besatzungszeit, Flüchtlinge und das „Wirtschaftswunder“.
Im Erdgeschoss finden regelmäßig Sonderausstellungen statt.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
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