Raj () ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren und gehört zur Stadt-und-Land-Gemeinde Morąg im Powiat Ostródzki. mini|Blick nach Morąg von der Straße nach Raj

Geographische Lage Raj liegt im nördlichen Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, vier Kilometer südlich der Stadt Morąg bzw. 19 Kilometer nordwestlich der Kreismetropole Ostróda.

Geschichte Der kleine Ort Paradies mit einem Teich in seiner Mitte war bereits ein Dorf zur Ordenszeit.Dietrich Lange: Paradies Es gehörte zum Kammeramt Mohrungen in der Komturei Elbing.Geschichtliches Orts-Verzeichnis: Paradies (Landkreis Mohrungen)

Im Jahre 1372 wurden in Paradies drei Dienstgüter verliehen, und im Jahre 1406 wurde der Ort erstmals im Zinsbuch genannt.

Als ein „adlig Dorf“ mit 16 Feuerstellen im Hauptamt und im Kirchspiel Mohrungen fand Paradies im Jahre 1785 Erwähnung, als Kämmereidorf mit 24 Feuerstellen bei 108 Einwohnern wurde es im Jahre 1820 genannt.

Als 1874 der Amtsbezirk Himmelforth im ostpreußischen Kreis Mohrungen errichtet wurde, wurde Paradies als eines der ersten Orte eingegliedert.Rolf Jehke: Amtsbezirk Himmelforth

Die Zahl der Einwohner von Paradies belief sich im Jahre 1885 auf 234 und im Jahre 1910 auf 207. Im Jahre 1933 waren 210 Einwohner gemeldet, im Jahre 1939 217.Michael Rademacher: Ortsbuch Landkreis Mohrungen

Als 1945 in Kriegsfolge das gesamte südliche Ostpreußen an Polen fiel, erhielt Paradies die polnische Namensform „Raj“. Das Dorf ist heute eine Ortschaft innerhalb der Stadt-und-Landgemeinde Morąg im Powiat Ostródzki, von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig. Im Jahre 2021 zählte Raj 156 Einwohner.

Religion Kirchlich war Paradies bis 1945 nach Mohrungen hin orientiert: zur evangelischen St.-Peter-und-Paul-Kirche in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen UnionWalther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 466 sowie zur römisch-katholischen Pfarrei St. Joseph im damaligen Bistum Ermland.

Der Bezug zu Morąg besteht auch heute: zur katholischen Pfarrei St. Joseph, deren Pfarrkirche jetzt das vorher evangelische Gotteshaus ist und zum Bistum Elbląg gehört, sowie zur evangelischen Kirchengemeinde, die jetzt eine Filialgemeinde von Ostróda in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen ist.

Verkehr Raj liegt an einer Nebenstraße, die bei Morąg von der Woiwodschaftsstraße 527 (einstige deutsche Reichsstraße 133) abzweigt und über Lubin bis nach Bożęcin führt. Sie wird innerhalb von Raj von einer von Bramka kommenden und nach Kudypy verlaufenden Straße gekreuzt.

Die nächste Bahnstation ist Morąg an der Bahnstrecke Olsztyn–Bogaczewo (– Elbląg). Bis 1992 war Kudypy (nach 1945: Morąg-Kudypy) eine weitere nahegelegene Bahnstation, die an der Bahnstrecke Wormditt–Mohrungen–Liebemühl–Osterode lag, heute aber nicht mehr besteht.

Weblinks Bildarchiv Ostpreußen: Slideshow Raj

Einzelnachweise

Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Morąg