mini|Klaus Meißner (2021) Klaus Meißner (* 1946) ist ein deutscher Informatiker. Von 1995 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2012 war er Professor für Multimediatechnik an der Fakultät Informatik der Technischen Universität Dresden. Anschließend leitete er bis 2022 die Senior-Professur für Multimediatechnik.

Leben und Ausbildung Klaus Meißner studierte von 1966 bis 1970 Maschinenbau mit dem Schwerpunkt „Konstruktiver Maschinenbau“ an der heutigen Bergischen Universität Wuppertal und schloss das Studium als Diplom-Ingenieur ab. Anschließend studierte er von 1970 bis 1975 Elektrotechnik mit dem Schwerpunkt Automatisierungstechnik an der Ruhr-Universität Bochum, ebenfalls mit dem Abschluss als Diplom-Ingenieur.

Von 1975 bis 1978 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ruhr-Universität Bochum. Dort promovierte er mit der Dissertation „Ein homogenes, modulares Multi-Mikroprozessorsystem für Realtime-Anwendungen“ zum Doktor-Ingenieur.

Industrietätigkeit Von 1979 bis 1988 leitete Klaus Meißner die Vorentwicklung von Computersystemen der Philips Division „Telecommunication and Datasystems“ (TDS) – Philips Kommunikations Industrie (PKI) in Siegen. Anschließend war er bis 1991 Prokurist und Mitglied der Geschäftsleitung der PKI AG, Siegen und verantwortete die Hauptabteilung „Advanced Projects“. Parallel leitete er die weltweit für Philips tätigen Zentren „Competence Centre for CD & Multimedia Technology“ und „Competence Centre for Expert Systems“.

Seine forschungsnahen Arbeiten umfassten dabei nationale und internationale Projekte, darunter mehrere Vorhaben im Forschungsprogramm ESPRIT der Europäischen Gemeinschaft, darunter MultiWorks (EP 2105, 2713), OSMOSE (EP 5656) und HYTEA (EP 5252).

Nach dem Übergang der Philips-TDS-Aktivitäten auf die Digital Equipment Corporation (DEC) im Jahr 1991 übernahm er bis 1994 die Leitung des „DEC European Business Centre for CD and Multimedia Solutions“. Im Jahr 1994 gründete er in Form eines Management-Buy-out die Firma PoINT Software & Systems GmbH in Siegen.

Internationale Standardisierung

Von 1983 bis 1988 war Klaus Meißner Mitglied der Technical Committees 1, 29 und 32 der European Computer Manufacturers Association (ECMA). Von 1990 bis 1992 war er Vorsitzender des Firmenkonsortiums Frankfurt Group sowie des ECMA Technical Committee 15.

Unter seiner Leitung entstanden unter anderem die ECMA-Standards 167 und 168 zum Universal Disc Format (UDF), die später auch als internationale Norm ISO 13490 übernommen wurden.

Wissenschaftliche Laufbahn 1995 folgte Klaus Meißner dem Ruf auf die Professur für Multimediatechnik an der Technischen Universität Dresden. Die Professur war die erste ihrer Art an einer Fakultät Informatik einer deutschen Universität und wurde als Heinz-Nixdorf-Stiftungslehrstuhl eingerichtet. Damit setzte er seine bereits zuvor ausgeübte Lehr- und Forschungstätigkeit fort, unter anderem lehrte er an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universität Siegen. Nach seiner Emeritierung im Jahr 2012 leitete Meißner bis 2022 die Senior-Professur für Multimediatechnik an der Fakultät Informatik der Technischen Universität Dresden.

Forschung Die wissenschaftlichen Arbeiten der Professur konzentrierten sich auf die Themen: „Intelligente Softwareentwicklungs- und Entwurfswerkzeuge für multimediale Anwendungen“, „Rich Internet Applications für stationäre, mobile und kooperative Anwendungsszenarien“, A„daptive multimediale Benutzerschnittstellen“ sowie „Information-Life-Cycle-Management und Langzeitarchivierung semantisch modellierter Dokumente“.

Die Forschungsarbeiten wurden im Rahmen zahlreicher Projekte durchgeführt, darunter Vorhaben der Europäischen Union, der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) sowie Industrieprojekte. Die Ergebnisse wurden in mehr als 110 wissenschaftlichen Veröffentlichungen dokumentiert. Während seiner Tätigkeit entstanden zudem ca. 500 Beleg-, Bachelor-, Diplom- und Masterarbeiten sowie 15 Promotionen.

In der Lehre hat Klaus Meißner die wissenschaftlichen und praxisrelevanten Aspekte der Multimediatechnik mit einem breiten Lehrangebot – Vorlesungen, Seminare, Komplexpraktika und Übungen – vertreten und in dem sich sehr dynamischen entwickelnden Gebiet immer wieder die neuesten Forschungserkenntnisse in die Lehre eingebracht.

Wissenschaftliche Selbstverwaltung, Gutachtertätigkeit, Tagungen Von 1999 bis 2012 war Klaus Meißner Direktor des Instituts für Software- und Multimediatechnik der Fakultät Informatik der Technischen Universität Dresden. Dem Fakultätsrat der Fakultät Informatik gehörte er von 2000 bis 2022 an. Von 1998 bis 2008 war er Mitglied des Leitungsgremiums des „Medien Design Centers“ der Technischen Universität Dresden.

Darüber hinaus war er als Gutachter für verschiedene Forschungsprojekte der Europäischen Kommission (z. B. EP 2499, Evaluation of ESPRIT III Proposals 1993) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (SFB 6152009) tätig. Zwischen 2009 und 2011 gehörte er der Jury des Sächsischen Innovationspreises an.

Von 2004 bis 2011 war er Organisator und Leiter der Tagung „GeNeMe – Gemeinschaften in Neuen Medien“.

Veröffentlichungen Publikationsliste auf der Website der Professur für Multimediatechnik

Literatur Dorit Petschel: 175 Jahre TU Dresden. Band 3: Die Professoren der TU Dresden 1828–2003. Hrsg. im Auftrag der Gesellschaft von Freunden und Förderern der TU Dresden e. V. von Reiner Pommerin, Böhlau, Köln u. a. 2003, ISBN 3-412-02503-8, S. 614 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Weblinks Klaus Meißner im Professorenkatalog der TU Dresden Klaus Meißner ResearchGate Institut für Software- und Multimediatechnik – Emeriti / Ehemalige Professuren Tagungsbände „GeNeMe - Gemeinschaften in Neuen Medien“ (Suchbegriff GeNeMe)

Einzelnachweise

Kategorie:Informatiker Kategorie:Hochschullehrer (Technische Universität Dresden) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1946 Kategorie:Mann