mini|hochkant|Pedro de Inguanzo y Rivero, Gemälde von Matías Moreno González (um 1877), Museo del Prado mini|hochkant|Bildausschnitt: Kardinalswappen Pedro Inguanzo y Rivero (auch Ribero und Inguanzo Rivero sowie de Inguanzo y Rivero; * 22. Dezember 1764 in Vibaño, Gemeinde Llanes, Asturien; † 30. Januar 1836 in Toledo) war ein spanischer Kardinal der Römisch-katholischen Kirche, Bischof von Zamora und Erzbischof von Toledo.

Leben Herkunft und Ausbildung Pedro de Inguanzo y Rivero wurde als Sohn von Antonio José de Inguanzo Posada und María Teresa Rivero y Valdés in einer alteingesessenen, wohlhabenden Familie geboren. Er begann seine Studien bei den Benediktinern von Celorio in Llanes und studierte anschließend Philosophie und freie Künste im Konvent San Pablo in Palencia, wo er fünf Jahre lang (1775–1780) bei einem Onkel mütterlicherseits lebte, der dort Kanoniker war. Danach folgte er dem Ruf des Erzbischofs Alonso Marcos de Llanes Argüelles nach Sevilla, bei dem er 1785 als Sekretär eingetreten war und an der dortigen Universität das Doktorat in Kirchenrecht erwarb, und lehrte dort anschließend Kirchenrecht. 1792 erlangte er ein Kanonikat an der Kathedrale von Oviedo; 1797 siedelte er nach Madrid über.

Politische Tätigkeit Er war ein erklärter Gegner des Justizministers Jovellanos unter Karl IV. 1798 kehrte er in seine Heimat zurück und übernahm das Amt des kirchlichen Gouverneurs der Diözese. Die 1808 zur Bekämpfung der napoleonischen Invasion eingerichtete Oberste Junta des Fürstentums beauftragte ihn 1809 mit Justiz- und Gnadenangelegenheiten.

Als Deputierter für Asturien in den Cortes von Cádiz vertrat er konservative Positionen: So sprach er sich gegen die Abschaffung der Inquisition aus. Er gehörte der sogenannten Royalistenfraktion an. Nach José Manuel Cuenca Toribio war er der letzte Primas des Alten Regimes.

Als entschiedener Traditionalist bekundete er gleichwohl seine Bewunderung für das englische Parlament, allerdings nur wegen der Möglichkeit, dass der hohe Klerus politische Funktionen im Staat übernehmen könnte. Auch in kirchlicher Hinsicht widersetzte er sich allen von den Cortes gebilligten Reformen, in denen er eine Verschwörung von Philosophen, häretischen Theologen und revolutionären Politikern sah, die die Kirche als festeste Stütze der Tradition zerstören wollten. Die Aufklärung und die von Ministern wie Campomanes oder Jovellanos propagierte Öffnung waren für ihn die Wurzel des Übels.

Bischofsamt und Kardinalat Er empfing 1814 die Priesterweihe. Am 19. August 1814 wurde er zum Bischof von Zamora ernannt; Pius VII. bestätigte seine Ernennung am 26. September 1814. Die Bischofsweihe empfing er am 12. Februar 1815 durch Erzbischof von Granada Blas Joaquín Álvarez de Palma. Mitkonsekratoren waren der Bischof von Almería Francisco Javier Mier y Campillo und der Bischof von Calahorra y La Calzada Atanasio Puyal y Poveda.

Am 29. Juni 1824 wurde er zum Erzbischof von Toledo ernannt; die päpstliche Bestätigung folgte am 27. September 1824. Im Konsistorium vom 20. Dezember 1824 erhob ihn Leo XII. zum Kardinalpriester; am 28. Februar 1831 wurde ihm die Titelkirche San Tommaso in Parione zugeteilt. Fast unmittelbar darauf wurde er zum Ehrenmitglied der Real Academia de la Historia ernannt und erhielt das Großkreuz des Ordens Karls III. sowie die Würde eines Staatsrates.

Am Konklave 1829, aus dem Pius VIII. hervorging, konnte er nicht teilnehmen; am Konklave 1830–1831, aus dem Gregor XVI. hervorging, nahm er teil.

Letzte Jahre Nach dem Tod Ferdinands VII. 1833 musste sich die Regentin María Cristina de Borbón auf liberale Regierungen stützen, um den Ersten Karlistenkrieg gegen Carlos María Isidro de Borbón zu gewinnen. Diese liberalen Regierungen gerieten offen in Konflikt mit der Kirche und verlangten von Inguanzo einen Treueeid gegenüber Königin Isabella II.; er verweigerte ihn und starb 1836 in Toledo. Wegen des anhaltenden Konflikts zwischen den aufeinanderfolgenden liberalen Regierungen und der Kirche blieb der Bischofssitz nach seinem Tod bis 1847 unbesetzt.

Werke Discurso sobre la confirmación de obispos, en el cual se examina la materia por los principios canónicos que rigen en ella en todos tiempos y circunstancias y se contrae a las actuales de la Península. Cádiz: Imprenta de Vicente Lema, 1813; 2. Aufl. Madrid 1836. Discurso sobre la segunda proposición preliminar del proyecto acerca de la Inquisición. In: Apéndice al Procurador General de la Nación y del Rey, Nr. 23, 1813. El dominio sagrado de la Iglesia en sus bienes temporales. 2 Bde. Salamanca: Imprenta de Don Vicente Blanco, 1820–1823. Carta pastoral del Eminentísimo Señor Cardenal arzobispo de Toledo. Toledo: Tomás Anguiano, 1825. Carta pastoral con una nota de varios libros, folletos, y papeles que prohibe el Emmo. Señor Cardenal Arzobispo de Toledo. Madrid: Imprenta de Don Norberto Llorenci, 1827. Instruccion pastoral que el Emo. Señor Cardenal Arzobispo de Toledo da a sus diocesanos: comunicándoles el jubileo. Madrid: Imp. de Don Leonardo Núñez, 1826.

Literatur José Manuel Cuenca Toribio: D. Pedro de Inguanzo y Rivero (1764–1836): último primado del antiguo régimen. Universidad de Navarra, Pamplona 1965. Carlos Rodríguez López-Brea: Don Pedro Inguanzo y Rivero, un canónigo anti-ilustrado en las Cortes de Cádiz. In: Historia Constitucional, Nr. 14, 2013, S. 77–91.

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