mini|Pierre Domenchin de Chavannes – Paysage aux lavandières. Musée des Beaux-Arts, Rennes Pierre-Salomon Domenchin de Chavannes (auch: Chavanne) (* 1673 in Paris; † 23. Dezember 1744 ebenda) war ein französischer Landschaftsmaler und Radierer. Er arbeitete als Peintre ordinaire du roi und belieferte über mehrere Jahrzehnte die königlichen Schlösser mit pastoralen Landschaftsgemälden.
Leben Am 29. Oktober 1701 wurde er als Agréé (vorläufiges Mitglied) an der Académie royale de peinture et de sculpture aufgenommen. Die endgültige Aufnahme erfolgte am 23. August 1709 mit dem Aufnahmestück Paysage aux pasteurs, das sich heute in der École nationale supérieure des beaux-arts de Paris befindet. Laut dem Gemäldeverzeichnis des Königs enthielten die königlichen Sammlungen bereits 1709/10 drei Werke des Künstlers: Paysage avec une rivière et deux figures à cheval, Paysage orné d’un rocher percé et deux blanchisseuses sowie Paysage où l’on découvre une cascade sortie d’un rocher, proche d’une ruine.
Im Verlauf seiner Laufbahn kamen auf Auftrag des Königs rund zwanzig weitere Gemälde hinzu. Sie waren für das Schloss Marly-le-Roi (ein Paysage, 1709 bezahlt), den Tuilerienpalast und den Palais du Luxembourg (drei 1717/1718 bezahlte Gemälde) sowie für die Schlösser Versailles (für das Cabinet du Roi und die Petits Appartements de la Reine) und Schloss Fontainebleau bestimmt. Für Fontainebleau schuf er unter anderem die Gemälde Paysage avec des ruines antiques und Paysage avec un château dans le goût romain für die Petits Appartements du Roi (1737). Für das Cabinet de la Reine entstanden zwei weitere Gemälde, an denen Domenchin de Chavannes zusammen mit Francisque Millet arbeitete.
Domenchin de Chavannes stellte 1737 und 1738 eine Reihe von Landschaften in den Salons aus, darunter Une moisson, Un amusement champêtre, Paysage, effet de soleil levant und Paysage, effet de soleil couchant. Er starb im Alter von 70 oder 71 Jahren am 23. Dezember 1744 in Paris.
Werk Domenchin de Chavannes’ Œuvre besteht überwiegend aus pittoresken, insbesondere bukolischen Landschaften, die von Herden, Schäfern und Wäscherinnen belebt sind, wie etwa Paysage animé (Musée du Louvre, Paris) oder Petit paysage montagneux avec une tour (Musée des Beaux-Arts, Grenoble). Daneben malte er maritime Szenen sowie Darstellungen mit antiken Ruinen. Nur selten wandte er sich mythologischen Themen zu; ein Beispiel ist das im Jahr 1715 bezahlte Gemälde Apoll hütet die Herden des Königs Admet für den Palais des Tuileries.
Laut Johann Rudolf Füssli, der sich auf Guérins Description de l’Académie royale (Paris 1715) beruft, war Domenchin de Chavannes auch für die Gobelin-Manufaktur tätig und lieferte die Entwürfe zu sechs bronzenen Engelsfiguren, die 1712/13 von Corneille van Clève und anderen für den Chor von Notre-Dame gegossen wurden. Bereits Füssli selbst versah diese Angabe mit einem Unsicherheitsvermerk, weshalb die Zuschreibung als nicht gesichert gilt. Von Domenchin de Chavannes ist zudem eine sehr seltene Landschaftsradierung überliefert.
Sammlungen Werke Domenchin de Chavannes befinden sich unter anderem in folgenden Sammlungen:
Musée des Beaux-Arts de Caen, Caen (vier Gemälde, im Zweiten Weltkrieg zerstört), Musée Magnin, Dijon, Musée national du château de Fontainebleau, Musée des Beaux-Arts, Lille, Musée du Louvre, Paris, École nationale supérieure des beaux-arts, Paris (Aufnahmestück sowie eine Zeichnung), Fondation Custodia, Collection Frits Lugt, Institut Néerlandais, Paris (Zeichnung), Musée des Beaux-Arts de Quimper, Musée des Beaux-Arts de Rennes (Gemälde und Zeichnungen), Musée national du Château de Versailles.
Literatur
Nicolas Bailly: Inventaire des tableaux du Roy. Hrsg. von Fernand Engerand, Paris 1899. Jean-Jacques Guiffrey (Hrsg.): Comptes des Bâtiments du roi sous le règne de Louis XIV. Bd. 1, Paris 1881. Fernand Engerand (Hrsg.): Inventaire des tableaux commandés et achetés par la Direction des Bâtiments du roi (1709–1792). Paris 1900. Anatole de Montaiglon (Hrsg.): Procès-verbaux de l’Académie royale de peinture et de sculpture. Bde. III–V, Paris 1880–1883. Antoine Schnapper u. a.: Au temps du Roi Soleil. Ausstellungskatalog, Palais des Beaux-Arts, Lille 1968. Pierre Rosenberg: The Age of Louis XV. French Painting 1710–1774. Ausstellungskatalog des Toledo Museum of Art, Art Institute of Chicago und der National Gallery of Canada, Ottawa. Toledo 1975. Marianne Roland Michel: Le dessin français au XVIIIe siècle. Office du Livre, Fribourg (Suisse) 1987. Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 4: Cossintino – Dyck. Paris, 2006. Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online. De Gruyter 2009.
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