Louise Juliette Talma (* 31. Oktober 1906 in Arcachon/Nouvelle-Aquitaine, Frankreich; † 13. August 1996 in Künstlerkolonie Yaddo/ Saratoga Springs, Bundesstaat New York) war eine US-amerikanische Komponistin, Pianistin und Musikpädagogin französischer Herkunft.

Leben Talma kam nach dem Tod des Vaters bei einem Unfall 1914 mit ihrer Mutter, der Sängerin Cecile Talma, nach New York. Sie studierte Chemie an der Columbia University und parallel von 1922 bis 1930 Klavier und Komposition am Institute of Musical Arts (der heutigen Juilliard School) bei Howard Brockway, George Wedge, Helen Whily und Percy Goetschius. 1931 erwarb sie den Bachelorgrad an der New York University und 1933 den Mastergrad an der Columbia University.

Ihrem Plan, Pianistin zu werden, folgend, nahm sie ab 1926 am Amerikanischen Konservatorium in Fontainebleau Unterricht bei Isidore Philipp. Unter dem Einfluss von Nadia Boulanger wandte sie sich aber der Komposition zu und nahm bei dieser in den Sommern von 1926 bis 1939 und weiteren sieben Sommern zwischen 1949 und 1976 Unterricht in Harmonielehre, Kontrapunkt und Komposition. Als erste Amerikanerin unterrichtete sie auch in Fontainebleau – von 1938 bis 1939 Solfège sowie 1978, 1981 und 1982 Solfège, Musikanalyse und Harmonielehre.

Talmas erste Kompositionen entstanden in ihrer Zeit in Fontainebleau, darunter Song of the Songless (1928), Three Madrigals für Stimme und Streichquartett (1928), Two Dances (1934) und das geistliche Werk In principio erat verbum (1939), das mit dem Stovall Prize des Konservatoriums ausgezeichnet wurde. In den USA unterrichtete sie von 1926 bis 1928 an der Manhattan School of Music (Musiktheorie und Gehörtraining) und von 1928 bis 1979 am Hunter College der City University of New York. Ab 1943 war sie regelmäßig Artist in Residence bei der MacDowell Colony in Peterborough, wo sie von den Komponisten der Boston Group Lukas Foss, Irving Fine, Harold Shapero, Claudio Spies, Arthur Victor Berger und Alexei Hajew beeinflusst wurde, und wo der größte Teil ihrer Kompositionen entstand.

Das kompositorische Werk Talmas umfasst mehr als vierzig Hauptwerke, darunter eine Oper, vier große Orchesterwerke, Vokal- und Kammermusik. Ihre Oper Alcestiad mit einem Libretto von Thornton Wilder nach dessen Theaterstück Life in the Sun wurde 1962 in Frankfurt am Main uraufgeführt und war die erste Oper einer amerikanischen Komponistin, die an einem großen europäischen Opernhaus aufgeführt wurde. Außerdem verfasste sie zwei Lehrwerke: Harmony for the College Student (1966) und Functional Harmony (mit James S. Harrison und Robert D. Levin, 1970). Für ihr Schaffen wurde sie vielfach geehrt. Sie erhielt zwei Guggenheim-Stipendien (1946 und 1947) und ein Fulbright-Stipendium (1955), zwei Stipendien des National Endowment for the Arts (1966 und 1975), Ehrendoktortitel des Hunter College (1983), Bard College (1984) und des Saint Mary-of-the-Woods College (1991) und war die erste Frau, die in das National Institute of Arts and Letters (1974) gewählt wurde. Sie starb fast neunzigjährig in der Künstlerkolonie Yaddo in Saratoga Springs.

Werke Oper The Alcestiad, Oper, (Libretto von Thornton Wilder), Uraufführung 1962 Have You Heard? Do You Know?, Kammeroper nach eigenem Libretto, 1976

Orchesterwerke Toccata, 1944 Dialogues für Klavier und Orchester, 1963–1964 The Tolling Bell für Bariton und Orchester (nach William Shakespeare, Christopher Marlowe, John Donne), 1967–1969 Full Circle, 1985

Kammermusik Wedding Piece: Where Thou Goest I Go für Orgel, 1946 Song and Dance für Violine und Klavier, 1951 String Quartet, 1954 Violin Sonata, 1962 Three Duologues für Klarinette und Klavier, 1968 Summer Sounds für Klarinette und Streichquartett, 1973 Lament für Cello und Klavier, 1980 Studies in Spacing für drei Holzbläser und Klavier, 1982 Ambient Air für Flöte, Violine, Cello und Klavier, 1983 Fanfare for Hunter College für zwei Trompeten und drei Posaunen, 1983 Seven Episodes für Flöte, Violine und Klavier, 1987 Conversations für Flöte und Klavier, 1987 Spacings für Viola und Klavier, 1994

Klavierwerke Two Dances, 1934 Four-handed Fun, 1939 Piano Sonata No. 1, 1943 Italian Suite, 1946 Venetian Folly: Overture and Barcarolle, 1946–47 Alleluia in the Form of a Toccata, 1947 Pastoral Prelude, 1949 Six Etudes, 1954 Piano Sonata No. 2, 1955 Passacaglia and Fugue, 1955 Three Bagatelles, 1955 Soundshots (Şahan Arzruni gewidmet), 1974 Textures, 1977 Kaleidoscopic Variations, 1984 Ave Atque Vale, 1989

Vokalwerke Song of the Songless, 1928 Five Sonnets from the Portuguese (nach Elizabeth Barrett Browning), 1934 Late Leaves, 1934 Never Seek to Tell Thy Love, 1934 A Child's Fancy (nach Edith Gould), 1935 I Fear a Man of Scanty Speech (nach Emily Dickinson), 1938 Seven Songs for Voice and Piano (1941–73) Terre de France, Liedzyklus, 1945 La Corona, Holy Sonnets of John Donne für Stimme und Klavier, 1951–54 Birthday Song für Tenor, Flöte und Viola (nach Edmund Spenser), 1960 13 Ways of Looking at a Blackbird für Sopran, Oboe, Flöte oder Violine und Klavier (nach Wallace Stevens), 1979 Diadem für Tenor und Instrumentalensemble (nach Konfuzius), 1980 Wishing Well für Sopran und Flöte, 1986 Infanta Marina, Liedzyklus für Sopran (nach Wallace Stevens), 1990 The Lengthening Shadows, 1993

Quellen encyclopedia.com: Talma, Louise Louise Talma Society New World Records: Louise Talma Mac Dowell Colony: Louise Talma: Celebrated Composer and Long-time Friend of MacDowell

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