Die planetare Dreifachkrise (auch dreifache planetare Krise, englisch triple planetary crisis) ist ein vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) geprägter Begriff für drei miteinander verflochtene globale Umweltkrisen: den Klimawandel, den Verlust der biologischen Vielfalt und die Umweltverschmutzung. Der Begriff betont, dass diese Krisen nicht die Summe dreier isolierter Problemlagen sind, sondern gemeinsame Ursachen haben. Sie verstärken sich gegenseitig und gefährden als Dreifachkrise die ökologischen Lebensgrundlagen, die menschliche Gesundheit und die wirtschaftliche Stabilität.
Begriff Der Begriff wurde vom UNEP eingeführt und seither im System der Vereinten Nationen verwendet. Er steht in engem Zusammenhang mit dem Konzept der planetaren Grenzen, das kritische Belastungsgrenzen des Erdsystems beschreibt, sowie mit dem Ansatz Planetary Health, der die menschliche Gesundheit an den Zustand der natürlichen Systeme, also u. a. an Ökosysteme und Klimasystem, knüpft.
Wechselwirkungen Als gemeinsame Treiber der drei Krisen gelten u. a. der steigende Ressourcenverbrauch (wie fossile Rohstoffe oder auch Biomasse) und Landnutzungsänderungen (wie Entwaldung oder Trockenlegen von Mooren und Feuchtgebieten), aber auch strukturelle Ungleichheiten. Zwischen den Krisen bestehen Rückkopplungen und kaskadierende Effekte: So beschleunigt der Klimawandel den Artenverlust, während geschädigte Ökosysteme weniger Kohlenstoffdioxid binden; Chemikalien und Kunststoffe belasten zugleich Organismen und Ökosysteme und tragen über emittierte Treibhausgase und den großen Bedarf fossiler Rohstoffe für ihre Produktion zur Erderwärmung bei. Die OECD appellierte 2025 in ihrem Bericht Environmental Outlook on the Triple Planetary Crisis an die Regierungen, die drei Krisen nicht getrennt, sondern gemeinsam zu bearbeiten, da sie andernfalls nicht lösbar seien.
Bedeutung für die menschliche Gesundheit Alle drei Dimensionen wirken auf die menschliche Gesundheit. Nach dem Bericht der Lancet Commission on Pollution and Health war Umweltverschmutzung im Jahr 2019 weltweit für schätzungsweise neun Millionen vorzeitige Todesfälle verantwortlich; das entspricht etwa jedem sechsten Todesfall. Hinzu kommen die gesundheitlichen Folgen der Erderwärmung sowie Risiken, die aus dem Verlust biologischer Vielfalt entstehen, etwa für die Ausbreitung von Zoonosen. Belastungen und Bewältigungsmöglichkeiten sind dabei sozial und global ungleich verteilt (siehe Klimagerechtigkeit).
Lösungsansätze Weil die Krisen zusammenhängen, werden integrierte, sektorübergreifende Ansätze diskutiert. Diese sollen mehrere Dimensionen zugleich adressieren, darunter Naturbasierte Lösungen wie die Wiederherstellung von Feuchtgebieten oder grüne Infrastruktur in Städten. Eine weitere wichtige Rolle spielt auch eine höhere Ressourceneffizienz.
Siehe auch Planetary Health One Health
Einzelnachweise
Kategorie:Umweltpolitik (Vereinte Nationen) Kategorie:Umweltschutz