Rudolf Manda (* 14. Oktober 1882 in Rudnik, Österreichisch-Schlesien; † 16. März 1958 in Wien) war ein österreichischer Polizeibeamter.

Leben Rudolf Manda war der Sohn des Lehrers Edmund Manda und seiner Gattin Maria, geborene Matuszek. 1901 maturierte er am Gymnasium in Teschen und studierte ab 1902 Jus an der Universität Wien. Zwischen dem 1. Oktober 1906 und dem 31. September 1907 unterbrach er sein Studium für ein einjähriges Freiwilligenjahr beim Militär, das er als Leutnant der Reserve abschloss. Am 22. Juli 1908 wurde er zum Doktor der Rechte promoviert.

Am 25. August 1908 trat er in den Dienst der k. k. Polizeidirektion Wien ein. 1914 wurde er zur k. k. Sicherheitswache versetzt. Hier war er als Schulungskommandant und Referent für Bewaffnung und Ausrüstung tätig. 1927 verantwortete er die Neubewaffnung der Sicherheitswache und deren Ausrüstung mit Panzerwagen. 1933 wurde Manda zum Zentralinspektor, ab 1934 Generalinspektor der Wiener Sicherheitswache befördert. Er verfolgte vor allem illegale Nationalsozialisten und ihre Organisationen. Bei einem Treffen hochrangiger Polizeibeamter in Rom lernte er Heinrich Himmler kennen, damals Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei. Der von ihm verfasste Bericht über dieses Treffen beinhaltete kritische Bemerkungen zu Himmler, dem der Bericht zugespielt wurde.

Noch in der Nacht des Einmarsches der deutschen Wehrmacht in Österreich vom 11. März 1938 auf den 12. März 1938 wurde Rudolf Manda, auch aufgrund des Berichts, durch die Geheime Staatspolizei (Gestapo) verhaftet und mit dem „Prominententransport“ am 2. April 1938 in das KZ Dachau deportiert. Nach persönlicher Intervention seiner Ehefrau bei Heinrich Himmler wurde er am 24. Dezember 1938 entlassen und konnte nach Wien zurückkehren, wo er weiterhin von der Gestapo beobachtet wurde.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er Anfang Juli 1945 rehabilitiert und wieder in den Dienst gestellt. Zunächst Leiter der Administrativ-Abteilung der Wiener Polizei, wurde er am 15. Juni 1948 zum Leiter des Büros des Wiener Polizeipräsidenten Josef Holaubek befördert. Am 31. Dezember 1949 ging er in den Ruhestand und starb 1958 in Wien, wo er auf dem Wiener Zentralfriedhof beerdigt wurde.

Auszeichnungen Zur Zeit der Monarchie erhielt er das Jubiläumskreuz für Zivilstaatsbedienstete, im Ständestaat das Offizierskreuz des österreichischen Verdienstordens, in der Zweiten Republik das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. Außerdem war er Träger des Ordre des Palmes Académiques, der Fürstlich Liechtensteinischen Regierungsjubiläums-Erinnerungsmedaille, Komtur des Silvesterordens und des Ordens der Krone von Italien sowie Komtur mit dem Stern des Ordens Polonia Restituta.

Privates 1914 heiratete er Auguste Stöger. Die Ehe blieb kinderlos.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Hofrat (Polizei, Zweite Republik Österreich) Kategorie:Träger des Offizierskreuzes des österreichischen Verdienstordens (1934) Kategorie:Träger des Großen Silbernen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich Kategorie:Träger des Ordre des Palmes Académiques (Offizier) Kategorie:Träger des Silvesterordens (Komtur) Kategorie:Träger des Ordens der Krone von Italien (Komtur) Kategorie:Träger des Ordens Polonia Restituta (Komtur mit Stern) Kategorie:Absolvent der Universität Wien Kategorie:Polizist (Wien) Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1882 Kategorie:Gestorben 1958 Kategorie:Mann Kategorie:Wikipedia:Geburts- oder Sterbeort unbekannt