mini|hochkant=0.8|Ksenija Atanasijević (ca. 1935) Ksenija Atanasijević (; * 4. FebruarObwohl allgemein angegeben wird, dass Ksenija Atanasijević am 5. Februar 1894 geboren wurde, legt Vanja Borš in seinem 2024 erschienenen Buch Persone [Personas] seine Entdeckung dar, dass das korrekte Datum ihrer Geburt der 4. Februar 1894 (nach dem gregorianischen Kalender) ist. Er erklärt, dass der Unterschied zwischen dem gregorianischen und dem julianischen Kalender zum Zeitpunkt ihrer Geburt (der 23. Januar 1894 nach dem julianischen Kalender, wie er in das Geburts- und Taufregister der serbisch-orthodoxen Christi-Himmelfahrts-Kirche in Belgrad und in ihr Dienstblatt aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eingetragen wurde) 12 statt 13 Tage betrug. Siehe Borš, 2024:128. Borš, Vanja (2024). Persone: uvođenje u filozofiju [Personas: Einführung in die Philosophie]. Zagreb: Naklada Jesenski i Turk. Borš, Vanja (2024). "Parezija Ksenije Atanasijević" [Parrhesia von Ksenija Atanasijević]. In: Persone: uvođenje u filozofiju [Personas: Einführung in die Philosophie]. Zagreb: Naklada Jesenski i Turk. ] 1894 in Belgrad; † 29. September 1981) war eine serbische Philosophin, Übersetzerin und Autorin. Sie promovierte 1922 als erste Frau an der Universität Belgrad und wurde anschließend deren erste Dozentin sowie die erste Frau in einem universitären Lehramt im Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen.

Leben mini|hochkant=0.8|Nadežda Petrović: Ksenija Atanasijević (1912) Atanasijević wurde in Belgrad geboren, verlor in ihrer Kindheit beide Eltern und nahm im Jahr 1912 ein Studium der reinen Philosophie und der klassischen Sprachen auf. Nach dem Studienabschluss 1920 setzte sie ihre Ausbildung in Genf und Paris fort. Ihre Dissertation Brunovo učenje o najmanjem über Giordano Brunos Lehre vom dreifachen Minimum verteidigte sie am 20. Januar 1922. Im Oktober 1923 wurde sie zur Dozentin für Geschichte der antiken Philosophie gewählt und begann im Januar 1924 zu lehren. Der Fakultätsrat wählte sie 1928 einstimmig zur außerordentlichen Professorin, doch nach einem Plagiatsvorwurf wurde das Verfahren zurückverwiesen. Eine Untersuchungskommission stellte kein Plagiat fest, ihre Beförderung wurde dennoch blockiert, und nach jahrelangen Auseinandersetzungen schied sie 1936 durch Rücktritt aus der Universität aus. Danach arbeitete sie als Schulinspektorin sowie als Bibliothekarin an der Universitäts- und der Nationalbibliothek; 1946 wurde sie pensioniert. Während der deutschen Besatzung zog sie sich aus dem öffentlichen Leben zurück, verweigerte ihre Unterschrift unter den kollaborationistischen Appell an das serbische Volk und wurde 1942 nach einer Wohnungsdurchsuchung von der Gestapo verhört. 1946 inhaftierten sie die kommunistischen Behörden mehrere Wochen lang; im folgenden Jahr wurden ihre Bücher entfernt und ihre Veröffentlichungen sowie öffentlichen Auftritte untersagt. Atanasijević starb 1981 in Belgrad.

Wirken Atanasijević befasste sich mit antiker, mittelalterlicher und neuerer Philosophie, Ethik und Ästhetik und veröffentlichte auch in ausländischen Fachzeitschriften. Von der spekulativen Metaphysik ihres Lehrers Branislav Petronijević entfernte sie sich zugunsten eines an persönlicher Erfahrung, Erkenntnis und ethischer Orientierung ausgerichteten Philosophierens. Ihr Hauptwerk Filozofski fragmenti erschien 1929 und 1930 in zwei Bänden und umfasst metaphysische, erkenntnistheoretische, ethische und ästhetische Überlegungen in zugänglicher literarischer Form. Zu ihren weiteren Schriften gehören Počeci filozofiranja kod Grka und eine französischsprachige Studie über den Atomismus Epikurs. Sie übersetzte Platons Parmenides, Aristoteles’ Organon, Spinozas Ethik, Alfred Adlers Individualpsychologie und Arnold Hausers Sozialgeschichte der Kunst und Literatur ins Serbische. Ihr Gesamtwerk umfasst etwa 400 wissenschaftliche Studien, Essays und Zeitungsartikel. Als prominentes Mitglied der feministischen Bewegung begründete sie ihre Forderungen nach Gleichberechtigung philosophisch. Ihre Kritik an Nationalsozialismus,vgl. Antisemitismus und politischem Konformismus machte sie überdies zu einer pazifistischen und antifaschistischen Denkerin im serbischen Geistesleben. Seit dem frühen 21. Jahrhundert werden Leben und Werk durch Neuausgaben, wissenschaftliche Tagungen und kulturhistorische Darstellungen verstärkt wiederentdeckt.

Schriften (Auswahl) La doctrine métaphysique et géométrique de Bruno. Exposée dans son ouvrage « De triplici minimo ». Impr. Mirototchivi, Belgrad/Paris 1923. englisch: The Metaphysical and Geometrical Doctrine of Bruno. As Given in His Work “De triplici minimo”. Green, St. Louis 1972, ISBN 0-87527-081-6. L’Atomisme d’Épicure. Presses Universitaires de France, Paris 1927. Filozofski fragmenti. Zwei Bände. Gece Kon, Belgrad 1929–1930. Penseurs Yougoslaves. Bureau Centrale de Presse, Belgrad 1937. Smisao i vrednost egzistencije. Aksiološka razmatranja. Selbstverlag, Belgrad 1968.

posthum erschienen: Izabrana dela [Ausgewählte Werke]. Acht Bände. Plato, Belgrad. Etika feminizma. Na duboko moralnim temeljima nazidani su feministički zahtevi i težnje. Hrsg.: Ljiljana Vuletić. Serbisches Helsinki-Komitee, Belgrad 2008, ISBN 978-86-7208-151-0. Portreti Žena. Hrsg.: Ljiljana Vuletić. Plavi Jahač, Belgrad 2010, ISBN 978-86-481-0064-1. Etika hrabrosti. Hrsg.: Ljiljana Vuletić. Žene u crnom, Belgrad 2011, ISBN 9788685451393.

Literatur

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Einzelnachweise

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