Der Public Buildings Act (auch Elliot–Fernald Act) ist ein Bundesgesetz der Vereinigten Staaten, das am 25. Mai 1926 von Präsident Calvin Coolidge unterzeichnet wurde. Das Gesetz schuf die finanzielle und rechtliche Grundlage für ein umfangreiches Bauprogramm des Bundes zum Bau von Regierungsgebäuden und Postämtern. Es gilt als Meilenstein für die Entwicklung der föderalen Architektur in den Vereinigten Staaten und leitete insbesondere den Ausbau des Regierungsviertels in Washington, D.C. ein.

Hintergrund Zwischen 1913 und 1926 hatte der Kongress keine neuen Mittel für größere Bundesbauten bewilligt. Gleichzeitig stieg der Raumbedarf der Bundesverwaltung infolge des Wachstums staatlicher Aufgaben deutlich an. Eine 1924 eingesetzte Public Buildings Commission empfahl daher den Bau neuer Verwaltungsgebäude in der Hauptstadt. Präsident Calvin Coolidge forderte den Kongress Ende 1924 auf, ein entsprechendes Bauprogramm zu verabschieden. Nachdem ein erster Gesetzentwurf 1925 im Senat gescheitert war, wurde 1926 eine überarbeitete Fassung eingebracht und schließlich verabschiedet.„Coolidge Signs Bill for New Buildings.“, The New York Times, 26. Mai 1926.

Inhalt Der Public Buildings Act stellte insgesamt 165 Millionen US-Dollar (heute ca. Millionen Dollar bzw. Millionen Euro) für Bundesbauten bereit.„$165,000,000 Public Building Measure Signed By Coolidge.“, The Washington Post, 26. Mai 1926. Davon entfielen

15 Millionen US-Dollar auf bereits 1913 genehmigte, jedoch noch nicht finanzierte Bauvorhaben, 50 Millionen US-Dollar auf neue Bundesgebäude in Washington, D.C. sowie 100 Millionen US-Dollar auf Bundesgebäude und Postämter im übrigen Bundesgebiet.

Zugleich begrenzte das Gesetz die jährlichen Ausgaben des Bundes für Bauvorhaben in Washington, D.C., sowie in den einzelnen Bundesstaaten. Für Bauprojekte in der Hauptstadt blieb außerdem die Zustimmung des Kongresses erforderlich.

Auswirkungen Das Gesetz ermöglichte den Beginn mehrerer bedeutender Bundesbauprojekte. Hierzu gehörten insbesondere

der Bau des Gebäudekomplexes Federal Triangle, der Erwerb des Grundstücks für das spätere Gebäude des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten, die Erweiterung des United States Government Publishing Office und der Ausbau der heutigen Constitution Avenue.

Außerhalb Washingtons entstanden auf Grundlage des Gesetzes zahlreiche Bundesgerichte, Postämter und Verwaltungsgebäude.

Änderung von 1930 1930 änderte der Kongress das Gesetz dahingehend, dass sich auch private Architekturbüros um Planungsaufträge für Bundesgebäude bewerben konnten. Dadurch wurde die bislang überwiegend von staatlichen Architekten geprägte Planungspraxis geöffnet. Gleichzeitig wurden weitere Mittel für den Bau zusätzlicher Regierungsgebäude in Washington bewilligt, darunter das National Archives Building sowie Gebäude für das Justiz- und Arbeitsministerium.

Rechtsprechung Bestimmungen des Public Buildings Act waren Gegenstand des Verfahrens United States v. Carmack.. Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten bestätigte 1946 die Verfassungsmäßigkeit der Enteignungsbefugnisse des Bundes beim Erwerb von Grundstücken für öffentliche Gebäude.

Bedeutung Der Public Buildings Act leitete die größte Welle föderaler Hochbauprojekte in den Vereinigten Staaten seit Beginn des 20. Jahrhunderts ein. Er prägte das heutige Erscheinungsbild des Regierungsviertels von Washington, D.C., und bildete die Grundlage für zahlreiche repräsentative Bundesgebäude im gesamten Land. Viele der im Rahmen des Gesetzes errichteten Gebäude sind heute im National Register of Historic Places eingetragen.

Literatur H. Paul Caemmerer: A Manual on the Origin and Development of Washington., Washington 1942. Frederick Albert Gutheim, Antoinette J. Lee: Worthy of the Nation. Washington, D.C., from L'Enfant to the National Capital Planning Commission. 2. Auflage, Baltimore 2006.

Einzelnachweise

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