Klaus Dobat (* 13. Mai 1939 in Goslar; † 25. Oktober 2023 in Tübingen) war ein deutscher Botaniker und von 1969 bis 2004 Kustos des Botanischen Gartens der Universität Tübingen.Der Neue Botanische Garten war seine Lebensaufgabe. Zum Tode von Dr. Klaus Dobat (Nachruf). In: Newsletter Uni Tübingen aktuell, Nr. 1 (2024); siehe auch: In Praxis und Wissenschaft ein Leben für die Pflanzen. Klaus Dobat …. (Nachruf). In: Schwäbisches Tagblatt vom 6. Dezember 2023.
Leben und Wirken Nach dem Abitur 1959 in Stuttgart studierte Klaus Dobat Biologie (mit Schwerpunkten in der Botanik, Zoologie, Geologie und Hydrobiologie) an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Im Sommersemester 1960 studierte er an der Universität Hamburg. Seine Promotion zum Dr. rer. nat. erfolgte 1966 an der Universität Tübingen bei Karl Mägdefrau. Im Anschluss daran begann seine Tätigkeit beim Aufbau des neuen Botanischen Gartens der Tübinger Universität „Auf der Morgenstelle“. Er wurde im Jahre 1969 eröffnet. Dobat war bis 2004 Kustos des Gartens und Akademischer Direktor. Außerdem lehrte er an der Universität im Bereich „Spezielle Botanik/Mykologie“ und leitete zahlreiche Exkursionen für Studierende. Neben seiner Arbeit für den Botanischen Garten betätigte sich Dobat auch auf dem Gebiet der Höhlenforschung, vor allem über die Höhlenfauna. Er veröffentlichte zahlreiche Arbeiten, unter anderem auch zur Wissenschaftsgeschichte der Botanik, etwa über den Tübinger Botaniker Leonhart Fuchs und sein 1543 erschienenes „Kräuterbuch“, das in einem Nachdruck erschien.
Im Jahre 1995 wurde Klaus Dobat das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.
Veröffentlichungen (Auswahl) Die Kryptogamenvegetation der Höhlen und Halbhöhlen im Bereich der Schwäbischen Alb (= Abhandlungen zur Karst- und Höhlenkunde, Reihe E, Bd. 3). Mangold, Blaubeuren 1966 (= Dissertation an der Universität Tübingen). Die Höhlenfauna der Schwäbischen Alb mit Einschluß des Dinkelberges, des Schwarzwaldes und des Wutachgebietes. Versuch einer Monographie. In: Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg, Bd. 130 (1975), S. 261–381. (mit Karl Mägdefrau): Vom Heilpflanzenbeet zum Neuen Botanischen Garten. Zur Geschichte der Tübingen Botanischen Gärten. In: Attempto, H. 55/56 (1975), S. 8–31. (mit Karl Hummel u. Franz Oberwinkler): Die Sammlungen des Lehrbereichs für spezielle Botanik (= Ausstellungskataloge der Universität Tübingen, Bd. 5). Universitätsbibliothek Tübingen 1977. Die Höhlenfauna der Fränkischen Alb (= Abhandlungen zur Karst- und Höhlenkunde, Reihe D, Bd. 3), Mangold, Blaubeuren 1978. (mit Robert Horwarth): Botanische Versuche und Beobachtungen mit einfachen Mitteln. Ein Experimentierbuch für Schulen und Hochschulen. 5., völlig neu bearb. u. erw. Aufl. des Buches von Hans Molisch. G. Fischer, Stuttgart 1979, ISBN 3-437-20204-9. Tübinger Kräuterbuchtafeln des Leonhart Fuchs (1501–1566). Begleitheft. Attempto-Verlag, Tübingen 1983. (mit Therese Peikert-Holle): Blüten und Fledermäuse. Bestäubung durch Fledermäuse und Flughunde (Chiropterophilie) (= Senckenberg-Buch, Bd. 60). Kramer, Frankfurt/M. 1985, ISBN 3-7829-1095-8. Zur Geschichte der Botanischen Gärten und der Botanik in Tübingen (= Botanischer Garten der Universität Tübingen, Informationsheft, Bd. 1). Tübingen 1988. Botanische Impressionen aus den Tropen. Die Pflanzendarstellungen von Louise von Panhuys. In: Helmut Burkhardt (Hrsg.): Reise nach Surinam. Pflanzen- und Landschaftsbilder der Louise von Panhuys 1763–1844. Senckenbergische Bibliothek, Frankfurt/M. 1991, S. 67–202, ISBN 3-921185-05-X. (Mitarb.): Die Linkenboldshöhle bei Onstmettingen (= So war es in Onstmettingen, Bd. 12). Onstmettingen 1994. Der merk-würdige Baum. Wissenswertes über die wichtigsten Baumarten im Landkreis Tübingen. 2. Aufl. Verlag Schwäbisches Tagblatt, Tübingen 1994. Der merk-würdige Strauch. Wissenswertes über einheimische und exotische Straucharten für den naturnahen Garten. Verlag Schwäbisches Tagblatt, Tübingen 1997. (mit Hans Binder u. Eberhard Bleich): Die Nebelhöhle (Schwäbische Alb). 8. Aufl. (= Abhandlungen zur Karst- und Höhlenkunde, Reihe A, Bd. 4). Mangold, Blaubeuren 1997. (mit Herbert W. Franke u. Gerhard Fritz): Die Eberstadter Tropfsteinhöhle im Neckar-Odenwald-Kreis. 5. Aufl. (= Abhandlungen zur Karst- und Höhlenkunde, Reihe A, Bd. 12). Mangold, Blaubeuren 1998. (mit Wolfgang Ufrecht): Laichinger Tiefenhöhle. Ein Blick in das Innere der Schwäbischen Alb. 2. erw. Aufl. Höhlen- und Heimatverein Laichingen 2003. (Bearb.): Pflanzen der Bibel. Begleitheft zur Sonderausstellung im Deutschen Medizinhistorischen Museum Ingolstadt vom 1. Juni bis 11. September 2005 sowie der 2003 und 2004 im Botanischen Garten der Universität Tübingen erfolgten Ausstellung. 3. überarb. Aufl. Deutsches Medizinhistorisches Museum, Ingolstadt 2005. (Hrsg., mit Werner Dressenhöfer): Leonhart Fuchs / Das Kräuterbuch von 1543. New Kreüterbuch [Nachdruck]. TASCHEN GmbH, Köln 2016, ISBN 3-8365-3790-7.
Einzelnachweise
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