19 (Solo) Compositions, 1988 ist ein Musikalbum von Anthony Braxton. Die am 8. bzw. 16. April 1988 in der Killian Hall des Massachusetts Institute of Technology in Cambridge (Massachusetts) und im Veranstaltungsraum Intersection for the Arts in San Francisco entstandenen Aufnahmen erschienen 1989 auf dem Label New Albion Records.

Hintergrund Dieses Album, das innerhalb von acht Tagen bei Live-Konzerten in zwei Städten aufgenommen wurde, versammelt von Anthony Braxton interpretierte Solostücke. Der Holzbläser bietet insgesamt 19 kurze Stücke dar, meist Eigenkompositionen, außerdem drei Standards, „You Go to My Head“, „’Round Midnight“ und „Half Nelson“.

Die Titel 1–16 wurden am 8. April 1988 im Rahmen der „Composer’s In Recital Series“ in der Killian Hall am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge live aufgenommen. Die Titel 17–19 wurden am 16. April 1988 im „Intersection for the Arts“ in San Francisco live aufgenommen.

Titelliste Anthony Braxton: 19 (Solo) Compositions, 1988 (New Albion – NA 023 CD) 138A (Ballade) 2:57 106D (Relationship) 3:25 118F (Buzz Logic) 2:46 138B (African Violets) 2:26 77G (Whole) 3:14 118A (Intervallic) 3:17 138C (Long) 2:25 106J (Pointillistic) 2:40 77C (Triplet Diatonic) 3:05 26F (104/M Kelvin) 1:50 You Go to My Head (J. Fred Coots, Haven Gillespie) 4:17 119I (+99E) (Medium Dance) 1:47 119G (Multiphonic) 1:58 Round ’Bout Midnight (Thelonious Monk) 2:44 99B (Line) 3:47 106A (Quarter) 2:56 138D (Ballade) 2:17 Half Nelson (Miles Davis) 5:10 106C (Triadic Spiral) 3:04

Sofern nicht anders angegeben, stammen die Kompositionen von Anthony Braxton.

Rezeption Scott Yanow verlieh dem Album in Allmusic vier Sterne und schrieb, jede der 19 Kompositionen erkunde eine andere Idee oder Stimmung. Zu den kurzen Beschriftungen gehörten „Ballade“, „Beziehung“, „diatonische Triolen“, „Multiphonic“ und „Viertel“. Obwohl sie stellenweise frei improvisiert seien, folgten Braxtons Darbietungen doch einer eigenen Logik und seien recht prägnant; das längste Stück („Half Nelson“) dauere gerade einmal fünf Minuten.

Einige von Braxtons Alben aus den 1980er Jahren, insbesondere die im Studio aufgenommenen, vermittelten einen kalten, klinischen und sterilen Eindruck, der für diese Zeit charakteristisch sei, meint Syd Fablo (Rock Salted). Rückblickend betrachtet hätten die damals üblichen Aufnahmetechniken seiner Musik oft geschadet. Die Aufnahmen seien roh und frei von Studioeffekten oder Bearbeitungen – so roh, dass man oft deutlich hören könne, wie Braxton während des Spielens Luft holt. Das Ergebnis sei eine bunte Mischung aus Stücken aus Braxtons bisheriger Karriere sowie einigen Standards, die alle mit Intensität und Leidenschaft vorgetragen würden und bei denen nichts zwischen dem Zuhörer und der Darbietung stehe. Betrachte man die vorliegenden Stücke, so sei dies ein Album, das in gewisser Weise eine Art Zusammenfassung einiger seiner bisherigen Interessen darstelle. Da es sich um Solo-Saxophon-Darbietungen handele, gebe es nur eine einzige Linie zu verfolgen, was das Hören weniger anstrengend mache, auch wenn Braxton bei den Darbietungen nichts zurückhalte. Manche dürften dies vielleicht als etwas kühl empfinden, jedoch stört den Rezensenten diese einsame, isolierte Atmosphäre nicht. Allerdings habe es in gewisser Weise etwas von einem talentierten Straßenmusiker. In Braxtons Diskografie fänden sich viele Soloaufnahmen, von denen viele sehr lohnenswert seien, manche sogar noch mehr als diese.

Einzelnachweise

Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Album (Neue Improvisationsmusik) Kategorie:Album 1989 Kategorie:Livealbum Kategorie:Anthony-Braxton-Album