Wolfgang Bruder (* 12. Januar 1951 in Göppingen) ist ein deutscher Verwaltungswissenschaftler, Kommunalpolitiker (SPD) und Energiemanager. Er war Oberbürgermeister der Stadt Offenburg und Vorstandsvorsitzender der EnBW Regional AG.
Leben Wolfgang Bruder besuchte von 1957 bis 1961 die Grundschule und anschließend von 1961 bis 1967 ein mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium. Von 1967 bis 1970 besuchte er ein Wirtschaftsgymnasium, an dem er das Abitur ablegte.
Von 1970 bis 1972 absolvierte Wolfgang Bruder an der Universität Konstanz ein sozialwissenschaftliches Grundstudium mit den Schwerpunkten Wirtschaftswissenschaften, Rechtswissenschaft und Politikwissenschaft. Daran schloss sich von 1973 bis 1975 das Hauptstudium der Verwaltungs- und Wirtschaftswissenschaften an. Im Juli 1975 legte er das Examen als Diplom-Verwaltungswissenschaftler mit der Note sehr gut ab. Im Mai 1978 wurde er mit der Dissertation Sozialwissenschaften und Politikberatung. Zur Nutzung sozialwissenschaftlicher Informationen in der Ministerialorganisation. und der Gesamtnote magna cum laude zum Dr. rer. soc. promoviert.
Von 1977 bis 1979 war Wolfgang Bruder wissenschaftlicher Angestellter am Lehrstuhl für Verwaltungswissenschaft an der Universität Konstanz bei Prof. Dr. Thomas Ellwein. Im Sommer 1979 absolvierte er einen dreimonatigen Forschungsaufenthalt an der John F. Kennedy School of Government der Harvard University in Cambridge, Massachusetts. Von Februar bis Oktober 1980 war er Visiting Research Fellow am Center for Policy Alternatives des Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge, Massachusetts. Von 1980 bis 1984 war Wolfgang Bruder Hochschulassistent an der Universität Konstanz. Im Wintersemester 1981/82 hatte er eine Gastprofessur für Verwaltungswissenschaft/Verwaltungsökonomie an der Universität/Gesamthochschule Kassel, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, inne.
Im Juli 1984 wurde Wolfgang Bruder zum Beigeordneten der Stadt Offenburg gewählt und übernahm als Dezernent den Bereich Finanzen und Wirtschaft. Im September 1989 erfolgte seine Wahl zum Oberbürgermeister der Stadt Offenburg. Das Amt trat er am 11. Oktober 1989 an. Im Juli 1997 wurde er wiedergewählt und trat seine zweite Amtszeit am 11. Oktober 1997 an.
Während seiner Amtszeit war Wolfgang Bruder unter anderem Mitglied im Vorstand des Städtetags Baden-Württemberg, stellvertretender Vorsitzender des Finanzausschusses des Städtetags Baden-Württemberg, Mitglied im Finanzausschuss des Deutschen Städtetags in Köln, Mitglied im Aufsichtsrat der Badenova / Gasversorgung Südbaden in Freiburg, Mitglied im Beirat der Thüga in München sowie Vorsitzender des Aufsichtsrats des Elektrizitätswerks Mittelbaden in Lahr/Offenburg.
Zu den prägenden Entwicklungen seiner Amtszeit gehörten die Erschließung der Gewerbegebiete in Elgersweier und Waltersweier sowie die Gründung der Wirtschaftsregion Ortenau (WRO) und des Technologieparks Offenburg (TPO). Wolfgang Bruder engagierte sich außerdem für die Entwicklung der Hochschule Offenburg, die Konversion ehemaliger Militärflächen zum heutigen Kulturforum, den Erhalt des Salmen sowie für die 2001 gegründete Bürgerstiftung St. Andreas. Zudem initiierte er maßgeblich die 1999 begründete Städtepartnerschaft zwischen Offenburg und Olsztyn in Polen.
Von November 2002 bis Februar 2003 war Wolfgang Bruder bei der EnBW Energie Baden-Württemberg AG in Karlsruhe als Generalbevollmächtigter für Kommunale Beziehungen tätig. Ab März 2003 gehörte er dem Vorstand der EnBW Regional AG in Stuttgart an und verantwortete dort den Vorstandsbereich „Kommunale Beziehungen und Dienstleistungen“. Im September 2004 wurde er stellvertretender Vorstandsvorsitzender, von April 2005 bis Januar 2014 war er Vorstandsvorsitzender der EnBW Regional AG.
Im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit bei der EnBW übte Wolfgang Bruder weitere Funktionen aus, darunter als Vorsitzender des Aufsichtsrats der EnBW Ostwürttemberg DonauRies AG, als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Stadtwerke Esslingen am Neckar, als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Stadtwerke Karlsruhe, als Mitglied des Verwaltungsrats der Energiedienst Holding AG, als Mitglied des Aufsichtsrats der Energiedienst AG, als Mitglied des Verwaltungsrats und der Verbandsversammlung des Zweckverbands Landeswasserversorgung sowie des Zweckverbands Bodensee-Wasserversorgung sowie als Mitglied des Verwaltungsrats der EnBW Gas GmbH.https://www.enbw-regional.de/ueber-uns/lebenslauf-dr-wolfgang-bruder Lebenslauf Dr. Wolfgang Bruder, abgerufen am 6. November 2013 (nicht mehr online verfügbar).
Wolfgang Bruder engagierte sich über Jahrzehnte in besonderer Weise für die Hochschule Offenburg. Er gehörte zu den Initiatoren des Hochschulkuratoriums. Ab dem Jahr 2000 war er stellvertretender Vorsitzender und von 2003 bis 2015 Vorsitzender des neu gegründeten Hochschulrats. Im Anschluss war er bis Ende 2022 Vorsitzender des von ihm mitbegründeten Kuratoriums der Hochschule Offenburg. Zu seinen ehrenamtlichen Funktionen zählen zudem der stellvertretende Vorsitz im Stiftungsrat der Bürgerstiftung St. Andreas, Offenburg, sowie der Vorsitz des Stiftungsvorstands der Georg-und-Maria-Dietrich-Stiftung. Im März 2026 beschloss der Gemeinderat der Stadt Offenburg einstimmig, Wolfgang Bruder mit dem Ehrenbürgerrecht der Stadt auszuzeichnen.
Ehrungen 1996: Ehrensenator der Hochschule für Wirtschaft und Technik Offenburg 1999: Ehrenbürgerrecht der Stadt Lons-le-Saunier (Jura, Frankreich) 2001: Goldene Verdienstmedaille der Handwerkskammer Freiburg 2002: Große Baden-Württembergische Sparkassen-Medaille 2003: Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland 2023: Ehrenvorsitzender des Kuratoriums der Hochschule Offenburg 2026: Verleihung des Ehrenbürgerrechts der Stadt Offenburg
Privates Wolfgang Bruder ist seit 1981 mit Marianne Bruder, geb. Rist, verheiratet, die als Gymnasialrätin tätig war.
Veröffentlichungen (Auswahl) Probleme der Rezeption und Verarbeitung sozialwissenschaftlicher Information und ihre Funktion bei der Programmentwicklung in der Ministerialorganisation. Verwaltungswissenschaftliche Diplomarbeit, Konstanz 1975. mit Thomas Ellwein und Werner Väth: Expertisen über die raumstrukturellen Wirkungen der Forschungs- und Technologiepolitik. Gutachten im Auftrag des Bundesministeriums für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau. Konstanz 1979. Innovationsorientierte Regionalpolitik und räumliche Entwicklungspotentiale — zur Raumbedeutsamkeit der Forschungs- und Technologiepolitik des Bundes. In: Raumordnung und staatliche Steuerungsfähigkeit. Sonderheft der Politischen Vierteljahresschrift (PVS), Westdeutscher Verlag, Opladen 1979. mit Thomas Ellwein: Zur Bedeutung von kleinen und mittleren Unternehmen als Adressaten einer Forschungs- und Technologiepolitik für strukturschwache und periphere Räume. In: Raumordnung und staatliche Steuerungsfähigkeit. Sonderheft der Politischen Vierteljahresschrift (PVS), Westdeutscher Verlag, Opladen 1979. Sozialwissenschaften und Politikberatung. Zur Nutzung sozialwissenschaftlicher Informationen in der Ministerialorganisation. Dissertation, Konstanz 1980. ISBN 978-3-531-11505-4. mit Thomas Ellwein und Werner Väth: Raumstrukturelle Wirkungen der Forschungs- und Technologiepolitik des Bundes. Gutachten im Auftrag des Bundesministeriums für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau. Konstanz 1980. mit Werner Ende: Forschungs- und Technologiepolitik in der Bundesrepublik Deutschland. Anmerkungen zum Bundesforschungsbericht VI. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. B 28/80 (12. Juli 1980). ISSN 0479-611X. Empirische Verwaltungsforschung in der Bundesrepublik Deutschland. Westdeutscher Verlag, Opladen 1981. Wie wirksam sind die Instrumente der Raumordnungspolitik? Steuerungspotentiale und ihre Defizite. In: Der Bürger im Staat. Raumordnungspolitik. 31. Jahrgang, Heft 3, September 1981. mit Peter Hofelich: Gewerkschaften und staatliche Forschungs- und Technologiepolitik. In: Universität Konstanz, FG Politik-/ Verwaltungswissenschaft (Hrsg.), Diskussionsreihe Nr. 3/82. mit Peter Hofelich: Interessengruppen und staatliche Forschungspolitik. Zur gesellschaftlichen Bedeutung der staatlichen Forschungs- und Technologiepolitik. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. B 35/82 (4. September 1982). ISSN 0479-611X. mit Thomas Ellwein: Innovationsorientierte Regionalpolitik. Westdeutscher Verlag, Opladen 1982. Forschungs- und Technologiepolitik in der Bunderepublik Deutschland. Opladen 1986.
Einzelnachweise
Kategorie:Absolvent der Universität Konstanz Kategorie:Verwaltungswissenschaftler Kategorie:Bürgermeister (Offenburg) Kategorie:SPD-Mitglied Kategorie:Manager (Deutschland) Kategorie:Manager (Energiewesen) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande Kategorie:Person (EnBW Energie Baden-Württemberg) Kategorie:Ehrenbürger von Offenburg Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1951 Kategorie:Mann Kategorie:Aufsichtsratsvorsitzender (Deutschland) Kategorie:Beigeordneter (Baden-Württemberg)