Johannes Christian Friedrich Schütt (* 25. September 1808 in Lübeck; † 6. Juli 1884 ebenda) war ein deutscher Unternehmer des späten 19. Jahrhunderts.

Leben mini|hochkant|Breite Straße 21 mini|hochkant|An der Untertrave 12/13 Die Geschichte der Familie Schütt folgte exemplarisch den Spuren einer lübeckischen Kaufmannsfamilie wie den Buddenbrooks.

Herkunft Der lübeckische Kaufmann Heinrich Nicolaus Schütt führte bereits im Jahre 1814 ein Schiffsmaklergeschäft, das nach seinem Tod an seinen Sohn überging.

Laufbahn Schütt gründete aus dem Geschäft am 28. Juni 1831 die Firma C. F. Schütt & Co. im Hause der Breiten Straße 780 (jetzt 21). Als weitblickender und rühriger Kaufmann erwarb sich dieser eine hohe Wertschätzung seiner Mitbürger und vertrat die Svea- und Halland-Linie und widmete seine besondere Tätigkeit dem Verkehr mit Schweden.

Sein Sohn Louis, eigentlich Heinrich Gotthard Ludwig, wurde am 1863 Teilhaber und nahm wie sein Vater an deren Geschäften und am öffentlichen Leben teil.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 60. Jahrgang, Nr. 19, Ausgabe vom 4. März 1888, S. 111. Der Nautische Verein wählte Louis in seinen Vorstand.Nautischer Verein. In: Lübeckische Blätter, 48. Jahrgang, Nr. 14, Ausgabe vom 16. Februar 1876, S. 84. Die Kaufmannschaft wählte Louis 1880 in ihre Handelskammer.Versammlung der Kaufmannschaft. In: Lübeckische Blätter, 52. Jahrgang, Nr. 52, Ausgabe vom 7. Juli 1880, S. 319. 1881 von der Bürgerschaft als Beisitzer des II. Wahlbezirks (MMQ) bei den Nachwahlen erwählt, der Bürgerausschusses wählte ihn 1882 zum stellvertretenden Mitglied der Ersatz-Kommission.Bürgerausschuss. In: Lübeckische Blätter, 53. Jahrgang, Nr. 32, Ausgabe vom 20. April 1881, S. 186–187.Versammlung des Bürgerausschusses. In: Lübeckische Blätter, 54. Jahrgang, Nr. 104, Ausgabe vom 27. Dezember 1882, S. 620. Der Begriff „Ersatz-Kommission“ (oder historisch oft „Ober-Ersatz-Kommission“) in Lübeck bezieht sich im historischen Kontext des Deutschen Kaiserreichs auf die Behörden des Wehrersatzwesens, die für die Musterung, Rekrutierung und Aushebung von Wehrpflichtigen zuständig waren. Die Kommission war eine gemeinsame Behörde aus zivilen Vertretern (wie Lübecker Senatoren und Bürgerliche Deputierte) und Militärs. Sie entschied über die Tauglichkeit von Wehrpflichtigen, Rekrutierungsstammrollen und Anträge auf Zurückstellung (Unabkömmlichkeit). Sein Versuch auch bei der Bürgerschaftswahl des I. Wahlbezirks (Jakobi Quartier und Vorstadt St. Gertrud) 1893 erwählt zu werden scheiterte, da Schütt lediglich 1 Stimme erhielt. Bürgerschaftswahl. In: Lübeckische Blätter, 65. Jahrgang, Nr. 49, Ausgabe vom 18. Juni 1893, S. 287.mini|Navigationsschule mit Kaisertor Der heute sogenannte Erste-Hilfe-Schein hat seinen Ursprung in Lübeck. Als Friedrich Esmarch, Chirurg und Begründer des zivilen Samariterwesens, 1885 in der Kaufmannschaft zu Lübeck einen Vortrag hielt, wandte er sich persönlich an die örtliche Vorsitzende des Roten Kreuzes und legte ihr die Unterweisungen im Samariterdienst nahe, worauf sich ein entsprechender Verein mit dem Ziel, die Ausbildung im Samariterdienst für alle Seemannsschulen an der deutschen Küste für die Steuerleute obligatorisch zu machen vorgeschlagen wurde, unter dem Vorsitz von Louis Schütt und Carl Türk am 5. März zusammentrat. Der Senator Johannes Fehling, in sein Ressort fiel die Angelegenheit, veranlasste daraufhin, dass die Unterweisungen in der lübeckischen Navigationsschule beim Kaisertor stattfänden und als erster deutschen verbindlich eingeführt wurden. Das Rote Kreuz stellte hierfür bis 1892 Arzt und Lehrapparat zur Verfügung, danach übernahm dies der Staat. Unter ihm sollte das Unternehmen zur Blüte gebracht werden.Hermann M. C. Schütt †. In: Vaterstädtische Blätter, Jahrgang 1927/28, Nr. 9, Ausgabe vom 22. Januar 1928, S. 34–35.

Auf Allerhöchste Kabinettsorder hin erhielt der Schiffsklarierer am 18. März 1872 für seine auf dem Gebiet der Krankenpflege während des Deutsch-Französischen Krieges besonders herausragenden Leistungen den Kronenorden 4. Klasse mit dem Roten Kreuz auf weißem Feld am Erinnerungsband verliehen.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 44. Jahrgang, Nr. 42, Ausgabe vom 26. Mai 1872, S. 236. Im Kriegerverein war er Mitglied und wurde später zu dessen Ehrenmitglied ernannt.

Für die Hinterbliebenen des am 22. November 1875 auf der Travemünder Reede gekenterten Bootes konstituierte sich am 24. ein Komitee, dem auch Schütt angehörte, zur Sammlung von Beiträgen.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 47. Jahrgang, Nr. 94, Ausgabe vom 24. November 1875, S. 532.

1882 wurde das Kontor an die Untertrave 12, heute An der Untertrave 12/13, verlegt. Nun war es näher am Hafen.Gesellschaft zur Beförd. Gemeinnütz. Thätigkeit. In: Lübeckische Blätter, 65. Jahrgang, Nr. 92, Ausgabe vom 15. November 1893, S. 561.

Schütt verstarb am 6. Juli 1884.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 26. Jahrgang, Nr. 55, Ausgabe vom 9. Juli 1884, S. 240.

Bürgerlicher Deputierter Seit 1864 war er in der Vaterstädtischen Verwaltung Der Begriff „vaterstädtische Verwaltung“ bezieht sich historisch und traditionell auf die Gliedstaatliche Selbstverwaltung und die behördlichen Strukturen der damals Freien und Hansestadt Lübeck. Der Ausdruck „vaterstädtisch“ spiegelt den historischen Bürgersinn der einstigen freien Reichs- und Stadtstadtzeit (bis 1937) wider. als vom Senat bestimmter Bürgerlicher Deputierter in der Central-Einquartierungskommission bis zum 23. April 1870 ein führendes Mitglied im Militärdepartement.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 42. Jahrgang, Nr. 35, Ausgabe vom 1. Mai 1870, S. 188. Knapp ein Jahr später, 22. April 1871, wählte ihn der Senat als Bürgerlichen Deputierten in die Einquartierungskommission für die StadtLocal- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 43. Jahrgang, Nr. 34, Ausgabe vom 26. April 1871, S. 192. und blieb es bis zum 21. April 1883.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 55. Jahrgang, Nr. 33, Ausgabe vom 25. April 1883, S. 196.

Kaufmannschaft mini|Ehrendenkmünze der Handelskammer zu Lübeck Anlässlich des 50. Jubiläums seines Geschäftes verlieh ihm die Lübecker Handelskammer, Vorstand der Kaufmannschaft, mit der großen Ehrendenkmünze in Gold ihre höchste Auszeichnung als „Zeugnis hoher Achtung und Anerkennung seiner großen Verdienste um die Aufrechterhaltung der für Lübeck so wichtigen Verkehrslinie mit Schweden zu einer Zeit in der die Dampfschiffsverbindung dorthin gefährdet war.“Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 23. Jahrgang, Nr. 52, Ausgabe vom 29. Juni 1881, S. 300. Auch Schwedens König zollte seiner unermüdlichen Tatkraft durch Verleihung des Kgl. Wasaordens volle Anerkennung.

Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit In der Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit war Schütt an der gemeinsamen Bestrebung sowie der Gründung der Badeanstalt beteiligt und wurde in dessen Verwaltung Mitglied des Aufsichtsrates. Auf der Generalversammlung der Aktiengesellschaft Lübecker Bade-Anstalt am 23. April 1879 schied er aus deren Aufsichtsrat ausLocal- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 51. Jahrgang, Nr. 33, Ausgabe vom 23. April 1879, S. 192. und wurde im Jahr danach wieder hineingewählt.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 52. Jahrgang, Nr. 35, Ausgabe vom 2. Mai 1880, S. 212. Auf der Generalversammlung am 24. März 1882 schied er aus dem Aufsichtsrat.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 54. Jahrgang, Nr. 25, Ausgabe vom 26. März 1882, S. 149. Auf der Generalversammlung vom 30. April 1885 wurde Dr. Wichmann an die Stelle des im Vorjahr Verstorbenen in das Kontrollgremium gewählt.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 57. Jahrgang, Nr. 35, Ausgabe vom 3. Mai 1885, S. 208.

Einzelnachweise

Anmerkungen

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