Andreas Schwab (* 1977) ist ein deutscher Klassischer Philologe mit Schwerpunkt Gräzistik. Seit September 2021 ist er Professor für Klassische Philologie mit Schwerpunkt Gräzistik an der Universität Kiel.

Leben und Wirken Andreas Schwab studierte von 1999 bis 2009 Klassische Philologie, Philosophie, Religionswissenschaft und Religionsgeschichte, Theologie sowie Papyrologie in München, Paris, Trier und Newcastle upon Tyne. 2004/05 absolvierte er einen Studien- und Forschungsaufenthalt in Paris sowie eine Fortbildung zur Edition antiker Texte am Institut des Sources Chrétiennes in Lyon. 2004 erwarb er an der Hochschule für Philosophie in München den Magister Artium mit der Arbeit Das Problem des Wissens: Wahrnehmung, Denken und Sein in Platons Theaitetos, 184b–186e. 2006 folgte an der Universität München ein weiterer Magister Artium mit der Arbeit Gregor von Nazianz, Περὶ Προνοίας. Text, Übersetzung und Kommentar.

Von 2006 bis 2010 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Trier und wurde dort 2009 mit der Arbeit Thales von Milet in der frühen christlichen Literatur. Darstellungen seiner Figur und seiner Ideen in den griechischen und lateinischen Textzeugnissen christlicher Autoren der Kaiserzeit und Spätantike in Klassischer Philologie und Papyrologie promoviert. Nach Stationen als wissenschaftlicher Assistent an den Universitäten Regensburg (2010) und Heidelberg (2010–2017) sowie als Visiting Scholar an der University of Chicago (2013–2014) und als Solmsen Fellow an der University of Wisconsin-Madison (2015–2016) habilitierte er sich 2017 an der Universität Heidelberg mit der Schrift Die Konstruktion fremder Religion bei Herodot und erhielt die Venia legendi für Klassische Philologie. Von 2016 bis 2020 vertrat er an der Universität München die W2-Professur für Griechische Philologie und Religionswissenschaft der Antike, bevor er 2020 in das Heisenberg-Programm der DFG aufgenommen wurde und bis 2021 an der Universität Bonn forschte.

Seit September 2021 ist er W3-Professor für Klassische Philologie, insbesondere Gräzistik, sowie DFG-Heisenberg-Professor an der Universität Kiel. Dort ist er zudem Principal Investigator des Forschungsbaus Archaeological Research Centre of Past Lived Worlds, Mitglied des Exzellenzclusters ROOTS und seit 2023 Sprecher des Subclusters „Knowledge“ sowie Mitglied des Executive Board.

Schriften (Auswahl) Gregor von Nazianz. Über Vorsehung. Περὶ Προνοίας. Herausgegeben, übersetzt und kommentiert von Andreas Schwab (= Classica Monacensia. Münchener Studien zur Klassischen Philologie. Bd. 35). Narr, Tübingen 2009. ISBN 978-3-82336418-4. Thales von Milet in der frühen christlichen Literatur. Darstellungen seiner Figur und seiner Ideen in den griechischen und lateinischen Textzeugnissen christlicher Autoren der Kaiserzeit und Spätantike (= Studia Praesocratica. Bd. 3). De Gruyter, Berlin/Boston 2011, ISBN 978-3-11024598-1. Fremde Religion in Herodots Historien. Religiöse Mehrdimensionalität bei Persern und Ägyptern (= Hermes-Einzelschriften. Bd. 118). Steiner, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-51512720-2.

Weblinks

Seite von Andreas Schwab an der Universität Kiel

Einzelnachweise

Kategorie:Altphilologe (20. Jahrhundert) Kategorie:Gräzist Kategorie:Hochschullehrer (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1977 Kategorie:Mann