Die Hundszahn-Nachtbaumnatter (Boiga cynodon) ist eine nachtaktive Schlangenart aus der Familie der Nattern mit opistoglypher Zahnstellung, die endemisch in Asien vorkommt.

Merkmale Die Hundszahn-Nachtbaumnatter erreicht eine Gesamtlänge von über 2 Metern. Die vorderen Zähne des oberen und unteren Kiefers sind stark vergrößert.Boulenger, G.A. 1896. Catalogue of the Snakes in the British Museum (Natural History). Vol. III., Containing the Families Colubridæ (Opisthoglyphæ and Proteroglyphæ)... Trustees of the British Museum (Natural History). London. xiv. + 727 pp. + Plates I.-XXV. (Dipsadomorphus cynodon, pp. 78–80.) Die vorderen Gaumenzähne sind deutlich vergrößert. Die hinteren Kinnschilde sind größer als die vorderen.

Die Körperschuppen sind glatt und in der Mitte des Körpers in 23 oder 33 Reihen angeordnet, wobei die Vertebralia besonders vergrößert sind. Die Art hat 248 bis 290 Bauchschuppen und 114 bis 165 Subcaudalia.

Die Hundszahn-Nachtbaumnatter kann von ähnlichen Arten durch mehrere wesentliche Merkmale unterschieden werden. Ihr Körper ist schlank und seitlich abgeflacht. Besonders auffällig ist der dunkle Streifen auf beiden Seiten des Kopfes (Postokularstreifen) der deutlich gewellt oder unregelmäßig verläuft, im Gegensatz zu den gleichmäßigeren oder nahezu gleichmäßigen oberen und unteren Linien, die bei anderen ähnlichen Arten zu finden sind. Obwohl die Färbung variieren kann, weist die Art typischerweise eine gelbliche oder blassrotbraune Rückenfärbung mit dunkelbraunen oder schwarzen quer verlaufenden Flecken oder Querstreifen auf. Der Postokularstreifen hat eine unregelmäßige Breite und der Bauch ist gelblich, entweder einheitlich gefärbt oder mit braunen Marmorierungen.

Es gibt Berichte über Funde einer schwarzen Farbvariante in indonesischen Populationen.

Ernährung Die Hundszahn-Nachtbaumnatter ernährt sich von kleinen Wirbeltieren, hauptsächlich von Vögeln und ihren Eiern. Selten erbeutet sie auch Echsen und kleine Säugetiere.

Es wurde festgestellt, dass die Hundszahn-Nachtbaumnatter jagt, indem sie ihre Beute verfolgt und überwältigt, wobei sie sowohl ihre Kiefer als auch ihren Schwanz verwendet, um ihren Fang bewegungsunfähig zu machen.

Vermehrung Bei der Hundszahn-Nachtbaumnatter handelt es sich um eine oviparische Art. Geschlechtsreife Weibchen legen Eier, 6–12 pro Gelege. Berichten zufolge beträgt die durchschnittliche Länge der Eier 52 mm, während die durchschnittliche Breite 24,6 mm beträgt. Die Eier innerhalb eines Geleges haften häufig aneinander. Es wurde beobachtet, dass der Nachwuchs einen Tag vor dem Schlupf von innen einen Schlitz in die Eierschale schneidet.

Es wird vermutet, dass eine ungeeignete Temperatur bzw. Feuchtigkeit während der Inkubation bei dieser Art zum Tod der Embryos oder zu Jungtieren mit Wirbelsäulendeformitäten führen kann.

Lebensraum Die Hundszahn-Nachtbaumnatter kommt in einer Vielzahl von Lebensräumen vor, von Primär- und Sekundärwald bis hin zu Kulturland, ländlichen Gärten und städtischen Gebieten. Sie ist häufig in Kokosnussplantagen anzutreffen. In bewaldeten Gebieten lebt sie hauptsächlich im Waldkronendach.

Auf der Insel Bali in Indonesien kommt die Schlange relativ häufig in Sekundärwäldern und Gärten vor, besonders an Stellen, an denen Bäume und Sträucher über Flüsse und Bäche wachsen. Das Vorkommen von Jungtieren in diesen Lebensräumen deutet auf eine erfolgreiche Fortpflanzung in beeinträchtigten Gebieten hin, obwohl es auch möglich ist, dass die Schlangen in den verbleibenden Teilen relativ unberührter Flussufer-Lebensräume Zuflucht suchen, die an Kulturland grenzen.

Es gibt Berichte, die belegen, dass die Hundszahn-Nachtbaumnatter von der Sumatra-Kobra (Naja sumatrana) als Beute gejagt wird.

Die Hundszahn-Nachtbaumnatter wird gelegentlich von Fahrzeugen getötet, was durch Berichte von Wildunfällen belegt ist. Es gibt auch Aufzeichnungen, die den Verkauf in einigen Online-Gruppen in den Philippinen belegen.

Verbreitung mini|337x337px|Eine Hundszahn-Nachtbaumnatter in Thailand. Die Hundszahn-Nachtbaumnatter ist eine in Südostasien weit verbreitete Art. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Südthailand über die Malaiische Halbinsel (einschließlich Pulau Tioman und Singapur) bis nach Indonesien, wo es im Süden bis nach Bali (einschließlich der Mentawai-Inseln, Sumatra, Nias, der Riau-Inseln und Java) reicht. Die Art kommt außerdem auf Borneo (Brunei, Kalimantan, Sabah und Sarawak) und auf den Philippinen vor, darunter Basilan, Culion, Dinagat, Leyte, Luzon, Mindanao, Palawan, Polillo (Quezon), Sibutu, Panay, Samar und das Sulu-Archipel. Aufzeichnungen von den Kleinen Sundainseln östlich von Bali, darunter Sumbawa und Flores, beziehen sich auf die eng verwandte Art ‚Boiga hoeseli. Auf den Philippinen kommt sie typischerweise von knapp über dem Meeresspiegel bis auf eine Höhe von etwa 600 m vor. Das Vorkommen dieser Art in Myanmar ist ungewiss.

Die Art wurde am 30. August 2011 von der IUCN begutachtet und als nicht gefährdet eingestuft. Dies ist begründet durch das große Verbreitungsgebiet, die schätzungsweise große Population, die Präsenz der Art in einer großen Anzahl von Schutzgebieten, die Toleranz der Art für Veränderungen ihres Lebensraums und die allem Anschein nach stabile Population ohne bekannte größere Bedrohungen.

Den verfügbaren Daten zufolge besteht die Ex-situ-Population aus 3 männlichen und 6 weiblichen Schlangen, sowie einem Individuum, dessen Geschlecht nicht bestimmt wurde. Diese 10 Tiere sind auf zwei Institutionen verteilt, die Mitglieder von Species 360 sind und sich in zwei verschiedenen Ländern befinden. Es gibt Berichte von in Gefangenschaft lebenden Tieren von der Cobra Show Thailand (Surat Thani, Thailand), der Zuchtstation des Moskauer Zoos und des Tula Exotariums (Tula, Russland).

Schlangengift Die Hundszahn-Nachtbaumnatter besitzt zwar ein potentes Nervengift, es gibt aber Studien, die belegen, dass die Effekte des Giftes mit Neostigmin umgekehrt werden können. Dies legt die Annahme nahe, dass ein Schlangenbiss durch diese Art mit Cholinesteraseinhibitoren behandelbar ist.

Siehe auch Boie, F. 1827. Bemerkungen über Merrem's Versuch eines Systems der Amphibien, 1. Lieferung: Ophidier. Isis van Oken, Jena, 20: 508–566. Bulian, J. 2005. Boiga cynodon - die Grüne Nachtbaumnatter. Reptilia (Münster) 10 (1): 70–77.

Weblinks

Einzelnachweise Iskandar, D., Vogel, G., Wogan, G., Lilley, R., Diesmos, A.C. & Gonzalez, J.C. 2012. Boiga cynodon. The IUCN Red List of Threatened Species 2012: e.T183185A1731140. doi:10.2305/IUCN.UK.2012-1.RLTS.T183185A1731140.en

Kategorie:Eigentliche Nattern