Mit der zweitenDie erste Schlacht von Carabobo fand am 28. Mai 1814 im Rahmen des ersten Carabobo-Feldzugs zur Verteidigung der Zweiten Republik statt. Schlacht von Carabobo wird ein entscheidender Kampf der Unabhängigkeitskriege in Venezuela zwischen spanischen Truppen unter Miguel de la Torre und den Separatisten unter Simón Bolívar bezeichnet.

Vorgeschichte Nach seiner Legitimierung als Oberbefehlshaber und Staatschef durch den Kongress von Angostura (heute: Ciudad Bolívar) 1817 und dem glänzenden Sieg an der Brücke von Boyacá am 7. August 1819 zur Befreiung Neugranadas (heute Kolumbien) konnte sich Simón Bolívar dem Kampf in seinem Heimatland Venezuela zuwenden. Nach den fehlgeschlagenen Versuchen der Vorjahre, Caracas einzunehmen, und dem Ende April ausgelaufenen Waffenstillstand (geschlossen in Santa Ana (Bundesstaat Trujillo) am 27. November 1820 zwischen Pablo Morillo und Bolívar), hatte Bolívar damit begonnen, den Feldzug vorzubereiten, der Venezuela endgültig von der spanischen Kolonialherrschaft befreien sollte.

Beide Seiten nutzten die Feuerpause, um mittels Gesandter einen dauerhaften Frieden auszuhandeln. Letztlich scheiterten die Gespräche daran, dass die Spanier nicht bereit waren, die bereits bestehenden Republiken anzuerkennen, und damit auf Augenhöhe zu verhandeln. Weil die Spanier den Waffenstillstand auch für Neugranada für gültig hielten,TORRENTE, 130, Vol. II, pag. 231 was Bolívar bestritt, und er einen Aufstand in Maracaibo zugunsten der Republik Ende Januar 1821 deckte, kam es im Februar und März zu ernsthaften Spannungen, die den Waffenstillstand gefährdeten. Der Nachfolger des zum Jahreswechsel nach Spanien zurückgekehrten Morillo als Chef des spanischen Expeditionsheeres, Miguel de la Torre, drohte mit der Wiederaufnahme der Kriegshandlungen, aber da in Maracaibo dank der Umsicht von Rafael Urdaneta kein Schuss gefallen warLECUNA, 1950, Kap. XIX. Maracaibo. und der Spanier damit selbst den Waffenstillstand gebrochen hätte, wartete er noch einen Monat, bis das Abkommen vereinbarungsgemäß endete.

Ausgangslage Die Spanier verfügten landesweit zwischen 11.000BARALT, 1841, Vol. II. S. 30 (PDF; 35 MB) macht Desertionen verantwortlich, S. 42 (PDF; 35 MB) und 13.500ARAUJO Soldaten. Die 1. Division befand sich im Nordwesten in Barquisimeto, die zweite lag als Vorhut im Süden bei Calabozo, die vierte sicherte den einzig verbliebenen Ort im Osten, Cumaná, und die 5. Division war im Westen an der Nordgrenze der (damaligen) Provinz Barinas in Araure stationiert. Hinzu kamen einzelne Garnisonen in wichtigen Orten, wie beispielsweise Caracas.TORRENTE, 1830, Bd. 3, S. 234 (Die 3. Division des spanischen Expeditionsheeres war in der Schlacht von Boyacá in Neugranada 1819 verlorengegangen.) De la Torre hatte in San Carlos sein Hauptquartier aufgeschlagen.

Die Patrioten hatten ihre 10.000 Soldaten auf sieben Divisionen verteilt. Bolívar selbst führte seine Gardedivision von Barinas nach Apure, um sie dort zu verproviantieren; anschließend kehrte er nach Barinas zurück, wo Manuel Cedeño mit Reitern und Schlachtvieh aus dem kolumbianischen Casanare zu ihm stieß. In Apure befand sich die Division von José Antonio Páez, der mit den Viehherden der Llanos die Truppen Bolívars unterstützte. Zum Feldzug brachte er einige Tausend Rinder mit, mit denen das Heer versorgt werden konnte. Rafael Urdaneta hatte seine Division im Maracaibo organisiert. Pedro Zaraza befand sich nördlich zwischen Bolívars Garde und Páez im heutigen Bundesstaat Guárico. Im Nordosten stand die Division von José Francisco Bermúdez in Barcelona (Bundesstaat Anzoátegui), um Cumaná zu bedrohen. Dafür hatte er die Unterstützung der Division von Juan Bautista Arismendi auf der Insel Margarita. Rund hundert Kilometer südlich von Bermudez, in Aragua (de Barcelona), sicherte José Tadeo Monagas mit seiner Division das Hinterland.LECUNA 1955, Kap. IX, Reunión del ejército.

Der Carabobo-Feldzug Bereits Mitte 1820 hatten Bolívar und sein Generalstab den Plan zu einem Feldzug zur Befreiung Venezuelas entworfen, zu dem die Vorbereitungen im Frühjahr 1821 anliefen. Der Plan sah eine Konzentration beider Heere in Araure oder San Carlos vor, wobei Bolívar de la Torre vor der Entscheidungsschlacht zu Abkommandierungen zu veranlassen gedachte, um am Tag der Entscheidung numerisch überlegen zu sein.Diccionario de Historia de Venezuela. Campaña de Carabobo.

Um die Spanier zur Konzentration ihrer Truppen zu bewegen, begann Urdaneta seinen Marsch von der Ostseite des Maracaibo-Sees und zog nach einigen Gefechten auf dem Weg am 11. Mai in Coro ein. Bereits am Tag vorher hatte Páez seinen Marsch aus Apure begonnen.PAEZ, 1867, Vol I. pag. 203 Zarazas Division beschäftigte auf dem Weg nach Nordwesten zum vereinbarten Treffpunkt die 2. Division des spanischen Expeditionsheeres um Calabozo.Bencomo: Mito y realidad de la Batalla de Carabobo

De la Torre suchte ebenfalls die Initiative, wobei er die beiden ersten Divisionen in San Carlos konzentrierte und seine 5. Division nach Südwesten auf Barinas schickte, aber diese wurde von den beiden Abteilungen unter Juan Gómez und Ambrosio Plaza, die Bolívar entsandt hatte, Mitte Mai aus Guanare vertrieben, das auf halbem Weg zwischen Araure und Barinas liegt. Während sich die Spanier zurückzogen, marschierte Páez’ Division hinter Bolívars Truppen an den Fuß der Anden und schloss schließlich zu ihnen auf. De la Torre war derweil von San Carlos aufgebrochen und erreichte am 19. Mai Araure. Angesichts der zurückgedrängten 5. Division des Expeditionsheeres, trat auch er am folgenden Tag den Rückzug an, zumal der Feldzug von Bermudez von Osten den Verlust von Caracas zur Folge gehabt hatte (s. u.). Er ließ seine Truppen südlich von Valencia, auf dem Feld von Carabobo Stellung beziehen, während er sich in der Stadt aufhielt. Damit hatte Bolívar sein erstes Ziel erreicht: die Spanier hatten ihre Truppen im Westen an einem Punkt zusammengezogen.

Der Feldzug von Bermudez’ Der ungehinderte Marsch von Páez zu Bolívar war deswegen möglich gewesen, weil seit dem Ende des Waffenstillstands die Division von Bermudez, aus Barcelona kommend, erfolgreich auf dem Weg nach Caracas war. Er hatte ein Drittel seiner 1800 Soldaten vor Cumaná zurückgelassen und war der Küste entlang vorgestoßen. Am 12. Mai war er nach mehreren Siegen gegen einige Kompanien des eigentlich zur 1. Division gehörigen Bataillons Hostalrich bis fast nach Caracas gelangt. Die restlichen Kompanien, zusammen mit einem Bataillon der Kolonialarmee, besiegte Bermudez bravourös in der Schlacht von El Rodeo bei Guatire nur wenig westlich der heutigen Stadtgrenze von Caracas. Weil damit dem spanischen Militärkommandanten Ramón Correa y Guevarra die Verteidigung der Hauptstadt zu geschwächt erschien, gab er sie auf. De la Torre sandte Teile der 2. Division von Francisco Tomás Morales in Calabozo nach Norden, um Bermudez aufzuhalten. Dies gewährleistete, dass die Llaneros von Paez ungehindert nach Nordwesten zum Treffen mit Bolívar marschieren konnten. Bermudez besetzte am 14. Caracas, während Correa in die Täler von Aragua floh, wohin ihn Bermudez verfolgte und erneut besiegte. Morales schlug, numerisch überlegen, Bermudez am 24. Mai in die Flucht. Die Patrioten mussten Caracas zwar aufgeben, aber durch Verstärkungen, vor allem von Arismendi von der Insel Margarita, konnten sie sich in El Rodeo verschanzen. Der Kommandeur des verfolgenden 2. Bataillon Valencey, José Pereira, das später entscheidend in der Schlacht von Carabobo fehlte (Hostalrich kehrte zur 1. Division zurück), schreckte vor einem Gefecht zurück. Er bot Bermudez nach einigen kleineren Gefechten südwestlich von Guatire Mitte Juni an, auf das Ergebnis des prinzipalen Treffens zwischen Bolívar und de la Tore zu warten. Bermudez lehnte ab, verfolgte Pereira nach Caracas und erlitt am 23. Juni eine verlustreiche Niederlage am äußerst steilen Kalvarienberg westlich des Stadtzentrums.BARALT, 1887, Bd. 3, pag.44-48 (PDF; 35 MB), und TORRENTE, 1830, Bd. III. pag. 234–237.Laut Otto Philip Braun in der spanischsprachigen Wikipedia befand sich dieser bei Bermudez’ Feldzug.

Die Ablenkung von Cruz Carrillo Bolívars Truppen rückten in der zweiten Maihälfte weiter nach Nordosten vor, und der Befreier zog mit der Vorhut am 2. Juni in San Carlos ein. Seine Garde kam erst Tage später.LECUNA 1955, Kap.IX, El Libertador en San Carlos. In den folgenden Tagen sammelten sich die Divisionen, wie von Bolívar geplant, in San Carlos. Für den zweiten Teil seines Feldzugplans sollte de la Torre weitere Abteilungen abkommandieren, um seinen Hauptkörper zu schwächen. Zu diesem Zweck hatte Bolívar den Gouverneur und Militärchef von Trujillo, José Cruz Carrillo, mit seinen Truppen angewiesen, Richtung Nordosten vorzustoßen. Zuerst musste er sich mit den royalistischen Guerillas in der Umgebung auseinandersetzen, bevor er sich seiner eigentlichen Aufgabe widmen konnte. Cruz Carrillo hatte am 19. Mai El Tocuyo, auf gut der Hälfte des Weges von Trujillo nach Barquisimeto besetzt, als de la Torre mit dem Zusammenziehen seiner Truppen begann. Noch im Mai hatte Cruz Carrillo den Überläufer Juan de los Reyes Vargas weiter nach Nordosten, auf die heutige Hauptstadt des Bundesstaates Yaracuy, San Felipe, geschickt, wo dieser allerdings Mitte Juni vertrieben wurde.LECUNA, 1950, Kap. XIX. La diversión de Carrillo. Das nun offenstehende Barquisimeto besetzte Urdaneta, von Coro kommend, am 13. Juni. Cruz Carrillo rückte nach und sicherte so den Weg von Urdanetas Division nach San Carlos. Bolívar hob daraufhin eine neue Abteilung aus, die er zur Verstärkung von Cruz Carillo nach San Felipe schickte. De la Torre, der nicht wusste, dass es sich bei den Truppen größtenteils um Rekonvaleszenten und Rekruten handelte, befahl am 22. Juni Juan Tello mit zwei Bataillonen (1. Navarra und Barinas), sowie einer Reiterschwadron zur Unterstützung gegen die Bedrohung im Nordwesten. Dabei handelte es sich insgesamt fast achthundert Soldaten.LECUNA 1955, Kap.IX, Diversión de Cruz Carillo. Zufrieden mit der weiteren Schwächung der Spanier, verlegte Bolívar am folgenden Tag seine Truppen nach Nordosten, wo seine Vorausabteilungen in den vorangegangenen Tagen spanische Vorposten verdrängt hatten.

Tag der Entscheidung

Vorbereitung Noch in San Carlos hatte Bolívar am 7. Juni die Truppen von Páez und am 16. die Division Urdanetas in sein Heer integriert. Auch Zarazas Reiter waren hinzugestoßen, aber krankheitsbedingt musste Bolívar die beiden letztgenannten Kommandeure ersetzen. Er organisierte am 15. Juni die Truppen in drei Divisionen, denen Páez, Cedeño und Plaza vorstanden. Die Spanier verfügten ebenfalls über drei Divisionen. Morales führte die zweite oder Vorhut-Division, Tómas García die 1. Division und José Maria Herrera die 5. Die Gesamtzahl der Spanier betrug zum Zeitpunkt der Schlacht 4279 Mann.