Herren (Oysse) von Walhusen (genannt Leusch) (auch: Oesse, Oysgin, Oichs, Ochse, Oyskin, Euys; Walehusen, Wailhusen; Luisch, Luische o. ä.) waren ein niederrheinisches Uradelsgeschlecht mit Stammsitz in Walhusen bei Ramrath in der heutigen Gemeinde Rommerskirchen. mini|Stammwappen derer von Walhusen mini|Wappen des Heinrich Oysse von Walhusen, Drost von Grevenbroich und Schultheiß von Gohr Aus einer Urkunde über die Kriegsverluste des Reinhard Oysse von Walhusen aus dem Jahre 1455 schloss Ernst von Oidtman, die Herren von Walhusen seien höchstwahrscheinlich eines Stammes mit den Vell. Keine Stammesverwandtschaft besteht zu den Rüdt von Collenberg, die sich ursprünglich de Walhusen nannten.

Geschichte

Ursprung Mit den Gebrüdern Dietmar und Gerard von Walhusen beginnen die Aufzeichnungen über das Geschlecht im Jahre 1217. Sie bezeugten die Übertragung von Gütern bei Ingenhoven durch St. Maria im Kapitol an das Kloster Kamp. Noch im selben Jahr war Rudolf von Walhusen Zeuge für den Grafen Heinrich III. von Sayn. Rudolf erschien zuletzt im Jahre 1250 als Zeuge für den Edelherren Borchard von Hackenbroich. Der Ritter Heinrich von Walhusen trat bereits 1231 als Zeuge für den Verkauf des späteren Cäcilienhofes in Frixheim auf. Ferner verkaufte Rubelo von Walhusen im Jahre 1272 vier Morgen Land an das Kloster Altenberg. Ein wahrscheinlich anderer Heinrich von Walhusen verkaufte 1285 die Vogtei Ramrath mit der Zustimmung seiner Frau Christina und seiner Kinder an St. Maria im Kapitol; Heinrich erschien noch 1302. Eine Genealogie kann rekonstruiert werden:

Birsmich/Immerath Mit dem Junker bzw. Knappen Heinrich Oysse von Walhusen fährt die Geschichte des Geschlechts im Jahre 1362 fort. Dieser schloss 1376 einen Dienstvertrag mit der Stadt Köln gegen Erzbischof Friedrich III. von Saarwerden; mit drei Pferden und zwei Gleven leistete er drei Monate lang Kriegsdienst und wurde mit 100 Gulden sowie einem Pferdezweigespann im Wert von 60 Gulden entlohnt. Er siegelte 1371 als Schultheiß von Gohr und bezeugte 1383 und 1384 Urkunden des Herzogs von Jülich als Drost von Grevenbroich. Schließlich erschien er im Jahre 1391, als ihm ein Lehnsrevers über die kurkölnische Belehnung des Offenhauses Birsmich ausgestellt wurde, das schon sein Onkel, der Ritter Arnold von Birsmich, besaß. Ob Heinrich mit dem 1407 erschienenen Heinrich Oysse von Walhusen, der dem Herzog Adolf von Berg zusammen mit Johann und Wimar Oysse von Walhusen Urfehde schwur, identisch ist, bleibt unklar. Seine Nachkommen waren vor allem in Birsmich und Immerath sesshaft. Unter diesen befand sich der Junker bzw. Knappe Meyner Oysse von Walhusen, der 1420 das Haus Birsmich als geldrisches Lehen empfing. Vermutlich war er der Vetter des Reinhard Oysse von Walhusen junior. Meyner war mit Stina verheiratet und erschien zuletzt 1447 im jülichschen Ritterzettel. Trotzt seines entfernten Wohnsitzes besaß er drei Morgen Land in Hoeningen, die an seine Tochter Druitgin fielen. Letztere war mit dem Zimmermann Johann Truyskin verheiratet. Das Land bei Hoeningen fiel nach Druitgins Tod an ihren Bruder Christian, der es an Johann Truyskin verkaufte. Zu den Nachkommen des eben genannten Drosts von Grevenbroich zählt auch Reinhard Oysse von Walhusen senior, der den gleichnamigen Sohn junior hatte. Letzterer heiratete am 24. Mai 1441 die Katharina Meuter, Tochter des Conrad und der Aleid von Sollbrüggen. Seine zweite Ehe ging Reinhard mit Maria von Efferen, Tochter des Johann, ein. Letztere brachte eine Hofstätte mit Acker, Busch und einer Fischgewalt im Rhein in der Vogtei Langel in die Ehe, welche die Eheleute im Jahre 1465 an Johann Peycke van Sleberch verkauften. Zuletzt war Reinhard Lehnsmann auf dem Fronhof in Immerath und hatte Besitz in Walhusen. Immerath fiel nach seinem Tod an die von Efferen. Ein letzter bekannter Nachfahre des Drosts von Grevenbroich ist ein weiterer Reinhard Oysse von Walhusen, der 1490 von Wilhelm von Merode von Hemmersbach als dessen „lieber Schwager“ bezeichnet wurde.

Haus Leusch Ein Johann Oysse von Walhusen trat ab 1434 mit dem Namenszusatz „von Leusch“ auf. Er war wohl der Gründer von Haus Leusch und war dort sesshaft. Sein unbekannter Sohn wurde um 1470 mit dem Haus belehnt; dann dessen Sohn Heinrich im Jahre 1512. Haus Leusch war ein kurkölnisches Lehen. Ferner war Heinrich Geldgeber für die Pfarrkirche in Hoeningen; in dieser wurde ein Wappenstein errichtet. Außerdem haben die Besitzer von Haus Leusch deswegen das Recht, in der Pfarrkirche begraben zu werden. Anna Schürp, Tochter des Vogtes von Kaster, war seine Ehefrau. Heinrichs Bruder Johann heiratete im Jahre 1532 die Adelheid Schilling zu Gustorf, Tochter des Wilhelm und der Aleid von Epsendorf, und wohnte fortan in Gustorf. Das Haus Leusch ging an den ältesten Sohn des zuvor genannten Heinrich über, der im Jahre 1555 verstarb. Dieser war Werner, der 1577 starb. So fiel das Haus an seinen Bruder Wilhelm, der das Haus im Jahre 1590 den Töchtern seiner Schwester Katharina schenkte, die mit Wienand von Siegenhoven gt. Anstel verheiratet war. Wilhelm war kinderlos; das Geschlecht starb um 1600 im Mannesstamm aus.

Wappen

Blasonierung des Stammwappens Von Schwarz und Gold geschacht. Die Helmdecken sind schwarz-golden. Blasonierung des Wappens von Heinrich Oysse von Walhusen Von Schwarz und Gold geschacht, belegt von einem dreilätzigen roten Turnierkragen. Auf dem Helm ein Mann mit einem schwarzen Hut, dessen Gewand wie der Schild blasoniert ist. Die Helmdecken sind schwarz-golden.

Literatur

Josef Schmitz: Rittersitze, Stiftshöfe und Klostergüter am Gillbach (= Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Rommerskirchen Band V), Rommerskirchen 2008, S. 222–229. Herbert M. Schleicher (Bearb.): Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln, Band 16 (Mappe 1237–1304; Waldecker von Kaimbt–Wolff III. von Metternich) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Nr. 99), Köln 1998, S. 45–47.

Kategorie:Rheinländisches Adelsgeschlecht