Loch Sionascaig ist ein See in den schottischen Highlands. Er liegt im Inverpolly Forest in den Northwest Highlands in der Region Wester Ross, etwa neun Kilometer südöstlich der Ortschaft Lochinver.

Mit über sechs Quadratkilometern ist der Loch Sionascaig der größte See im Inverpolly Forest, einem weitläufigen, kaum erschlossenen und von Seen und Gewässern durchsetzten Moor-, Sumpf- und Heidegebiet im Süden von Assynt. Er besitzt eine komplexe, von vielen Buchten und Halbinseln geprägte Uferlinie und diverse Inseln, von denen die größte die mit Birken bestandene Insel Eilean Mòr etwa in Seemitte ist. Der größte Zufluss ist der im Südosten mündende Allt Gleann Laoigh. Ein weiterer Zufluss ist der nördlich des Cùl Mòr entspringende Allt a’ Chinn Ghairbh. Der See entwässert über den südwestlich liegenden und mit einem kurzen namenlosen Fluss verbundenen Loch Uidh Tarraigean in den Abhainn Phollaidh (auf englisch River Polly), der nach etwa sechs Kilometern die Polly Bay an der Schottischen See erreicht. Umgeben ist der Berg von mehreren markanten, bis über 800 m hohen Bergen. Im Süden liegt der 612 m hohe Stac Pollaidh, östlich der 849 m hohe Cùl Mòr, etwa fünf Kilometer nordöstlich erhebt sich der langestreckte Rücken des 731 m hohen Suilven. Unweit östlich schließt sich die Überschiebung des Moine Thrust an den Inverpolly Forest an.

Der See ist oligothroph und nährstoffarm, er wie auch das umgebende Sumpf- und Moorland liegen überwiegend auf Gneis des Lewisians. Lediglich die südlichen Ausläufer des Sees liegen auf Torridonischem Sandstein. Im Bereich des Lewisian weist der See kaum Sedimente auf, auflagernd auf dem Sandstein haben sich dagegen bis zu 5,5 m dicke Sedimente aus eiszeitlichen Sanden und Tonen abgelagert. Die Sedimente des Sees und die Moorflächen auf Eilean Mòr wurden wissenschaftlich mehrfach untersucht; sie bilden – da das Gebiet um den See immer schon kaum besiedelt und wenig landwirtschaftlich genutzt war – prototypisch die klimatische Entwicklung etwa der letzten 13.000 Jahre in Schottland ab. So konnte etwa anhand von Pollenanalysen gezeigt werden, dass die heute weitgehend waldlose Umgebung vor etwa 4200 Jahren von Kiefernwäldern dominiert war, bis diese aufgrund eines raschen Wechsels hin zu einem feuchteren und windigeren Klima weitgehend verschwanden.

Bereits vor den Highland Clearances war der Inverpolly Forest kaum besiedelt. Lediglich am Nordufer des Sees zeugen einige Überreste von früheren Ansiedlungen. Loch Sionascaig liegt abseits von öffentlichen Straßen und ist nur mit längeren Fußmärschen über überwiegend wegloses Sumpf- und Moorland zu erreichen. Lediglich im Westen verläuft die schmale Single track road zwischen Achiltibuie und Lochinver auf einem kurzen Abschnitt in der Nähe des Ufers der Boat Bay, einer nach Westen reichenden Bucht des Sees.

Weblinks

Literatur H.J.B. Birks: Loch Sionascaig; Geological Conservation Review, Volume 6: Quaternary of Scotland, Chapter 6: North-west Highlands

Einzelnachweise

SSioanascaig