Die Schweizerische Sportmittelschule Engelberg ist ein Bildungsinstitut in Engelberg, das 1994 gegründet wurde und 1995/96 den schulischen Betrieb aufnahm. Sie setzt ihren Fokus auf junge Menschen, welche den Schneesport wettkampfmässig betreiben wollen. Die Sportmittelschule verbindet die schulische Ausbildung mit leistungsorientiertem Wintersporttraining.
Geschichte 1994 legte Kurt Rost den Grundstein zur Gründung der Stiftung Schweizerische Sportmittelschule Engelberg. Deren erster Präsident war Edi Engelberger. Der Schulbetrieb wurde im Schuljahr 1995/96 aufgenommen und begann mit einer dritten Sekundarklasse. 2013 wurde eine Betriebs-AG gegründet.
Sportliche Anerkennungen Seit 2004 ist die Schweizerische Sportmittelschule Engelberg als Swiss Olympic Sport School zertifiziert. Damit gehört sie zu den fünf Schulen in der Schweiz mit dieser Zertifizierung. 2005 wurde die Schule von Swiss-Ski als Nationales Leistungszentrum Ski Alpin – Mitte anerkannt. In den Jahren 2011 und 2012 folgten die Anerkennungen als Nationales Leistungszentrum Freeski sowie Nationales Leistungszentrum Snowboard Freestyle. 2018 kamen die Labels Nationales Leistungszentrum Langlauf und Nationales Leistungszentrum Biathlon hinzu. 2025 folgen die Anerkennungen als Nationales Leistungszentrum Skispringen und Nordische Kombination Team Ost und Nationales Leistungszentrum Skispringen und Nordische Kombination Equipe West.
Erweiterung der Infrastruktur 2010 wurde im Gebäude des ehemaligen Sägewerks des Klosters Engelberg neue Trainingsinfrastruktur geschaffen, das sogenannte «Kraftwerk». 2015 folgte der Neubau des Internatsgebäudes «Wyden II». Im Jahr 2022 wurden das Mehrzweckgebäude «Talentschmiede» sowie eine Mehrfachsporthalle in Zusammenarbeit mit der Einwohnergemeinde Engelberg und dem Kloster Engelberg errichtet.
Medienecho Um 2019 gingen an der Sportmittelschule gedrehte Parcours-Videos von Andri Ragettli mehrmals mit über 80 Millionen Aufrufen viral.
2024 erschien eine sechsteilige Dokumentation über die Sportmittelschule. Die Serie begleitet Schülerinnen und Schüler im Trainingsalltag, bei Wettkämpfen, im Internatsleben sowie im schulischen Umfeld. Die Dokumentation trägt den Titel „Engelberg: Der eisige Weg an die Spitze“ und wurde auf dem Schweizer Fernsehsender 3+ ausgestrahlt.
Im Vorlauf zu den Olympischen Winterspielen 2026 war die Sportmittelschule Teil des Athletenporträts über Marco Odermatt, welches im Februar 2026 auf NBC ausgestrahlt wurde. Ausserdem erschienen 2021, 2022 und 2026 SRF-Beiträge über die Sportmittelschule.
Organisation Sport Die Sportmittelschule Engelberg ist eine spezialisierte Bildungseinrichtung für leistungsorientierte junge Athletinnen und Athleten. Sie verbindet schulische Ausbildung mit einem strukturierten sportlichen Förderkonzept. Der Schwerpunkt der Schule liegt auf folgenden Schneesportarten: Ski alpin, Freeski, Snowboard Freestyle, Langlauf, Biathlon und Skispringen. Sie ist Bestandteil der Nachwuchsstruktur von Swiss-Ski.
Der Trainingsbetrieb erfolgt sportarten- und leistungsspezifisch in Kleingruppen. Die Trainingseinheiten finden off-snow überwiegend in Engelberg statt. Abhängig von der Sportart werden Schneetrainings und Wettkampfvorbereitungen auch an weiteren Standorten in der Schweiz sowie im europäischen Ausland durchgeführt.
Neben der schuleigenen Infrastruktur nutzt die Sportmittelschule während der Wintersaison die Ski- und Trainingspisten sowie das Loipennetz in Engelberg. Die Schule bietet damit ein integriertes Umfeld zur Vereinbarkeit von schulischer Bildung und leistungsorientiertem Sport.
Schule Schulisch werden an der Sportmittelschule die folgenden Ausbildungsgänge angeboten:
Integrierte Oberstufe (IOS) Im achten und neunten Schuljahr wird die Oberstufe in einem integrierten Modell mit den Niveaufächern Mathematik, Englisch, Deutsch und Französisch unterrichtet.
Gymnasium Das Kurzzeitgymnasium führt in vier respektive fünf (je nach sportlicher Belastung) Jahren zum eidgenössisch anerkannten Maturitätsabschluss.
Schulisch organisierte Grundbildung im kaufmännischen Bereich Die Ausbildung dauert vier Jahre und umfasst schulischen Unterricht, überbetriebliche Kurse (üK), handlungskompetenzorientierte Ausbildung am Lernort Sport und ein betriebliches Praktikum. Nach Bestehen des Qualifikationsverfahrens (QV) wird das Eidgenössische Fähigkeitszeugnis (EFZ) Kaufmann/Kauffrau verliehen.
Wohnen Die Schülerinnen und Schüler wohnen unter der Woche in Einzel- und Doppelzimmern in zwei Internatsgebäuden.
Schulinterne Organisationen Zusätzlich unterstützen mehrere Organisationen den Schul-, Internats- und Sportbetrieb: die ALUMNI Schweizerische Sportmittelschule Engelberg, ein Netzwerk von Ehemaligen, der Beirat, der sich aus Vertretern aus Sport, Politik und Wirtschaft zusammensetzt, sowie der Gönnerverein «pro» als Non-Profit-Organisation, welche gemäss ihrem Zweck die Athleten der Sportmittelschule mit jährlichen Gönnerbeiträgen unterstützt.
International erfolgreiche ehemalige und aktuelle Schülerinnen und Schüler (Quelle: ) Ski Alpin Fränzi Aufdenblatten Delia Durrer Andrea Ellenberger Denise Feierabend Dominique Gisin Michelle Gisin Lenz Hächler Joana Hählen Niels Hintermann Wendy Holdener Matthias Iten Marco Kohler Urs Kryenbühl Alessio Miggiano Priska Ming-Nufer Marco Odermatt Reto Schmidiger Corinne Suter Jasmina Suter Silvan Zurbriggen
Ski Freestyle Anouk Andraska Fabian Bösch Mathilde Gremaud Kim Gubser Cyrill Hunziker Jonas Hunziker Kai Mahler Andri Ragettli Nils Rhyner Giulia Tanno Colin Wili
Snowboard Freestyle Lia-Mara Bösch Ariane Burri Verena Rohrer
Langlauf Cyril Fähndrich Nadine Fähndrich Lea Fischer Nicola Wigger
Skispringen Sina Arnet Remo Imhof Juri Kesseli Felix Trunz Yanick Wasser
Biathlon Lena Häcki-Gross Niklas Hartweg
Einzelnachweise
Kategorie:Engelberg Kategorie:Sportschule in der Schweiz Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1995 Kategorie:Bildung (Kanton Obwalden) Kategorie:Privatschule in der Schweiz