mini|Gebäude der Industrie- und Handelskammer der Provinz Oberschlesien Die Industrie- und Handelskammer für die Provinz Oberschlesien (kurz: IHK für die Provinz Oberschlesien, auch Industrie- und Handelskammer Oppeln, ursprünglich Handelskammer für Oberschlesien, auch Handelskammer Oppeln) war eine deutsche Industrie- und Handelskammer mit Sitz in Oppeln.
Geschichte 1859 und erneut 1870 war eine Handelskammer Gleiwitz eingerichtet worden, die für einen Teil Oberschlesiens zuständig war. Beide Versuche scheiterten nach wenigen Jahren. Das Projekt einer Handelskammer in Gleiwitz wurde nicht weiter verfolgt. Stattdessen wurde eine Handelskammer für den ganzen Regierungsbezirk Oppeln vorgesehen und mir Erlass des Handelsministers vom 8. Juni 1882 die Handelskammer Oppeln als Handelskammer für Oberschlesien eingerichtet. Die Kammer bestand damit aus 39 Mitgliedern. Jeder Kreis bildete einen Wahlbezirk (außer Lublinitz und Rosenberg, die einen gemeinsamen Wahlkreis bildeten). Die Wahldauer betrug drei Jahre. Nach erfolgter Wahl konstituierte sich die Handelskammer am 1. Dezember 1882. Die Kammergründung war die erste in Preußen auf Ebene eines Regierungsbezirk. Bisherige Handelskammern vertraten lediglich einzelne Großstädte.
Mit der Novelle zum Handelskammergesetz vom 19. August 1897 stieg die Zahl der Kammermitglieder auf 52. Die Wahl erfolgte nun in Gewerbesteuerklassen. I. Wahlabteilung mit 36.2000 Mark Gewerbesteuer: 23 Mitglieder II. Wahlabteilung mit 49.900 Mark Gewerbesteuer 6 Mitglieder und III. Wahlabteilung mit 15-8900 Mark Gewerbesteuer 23 Mitglieder
Als Folge des Versailler Vertrages kam es am 21. März 1921 zur Volksabstimmung in Oberschlesien in der sich der größte Teil Oberschlesiens für Deutschland aussprach aber Ostoberschlesien an Polen abgetreten wurde. Der so vekleinerte Regierungsbezirk Oppeln wurde zur Provinz Oberschlesien und der Name der Handelskammer wurde auf Handelskammer für die Provinz Oberschlesien geändert. Durch die Notverordnung des preußischen Handelsministers vom 1. April 1924 erhielten alle Handelskammern in Preußen die Bezeichnung Industrie- und Handelskammer, entsprechend wurde aus der Handelskammer für die Provinz Oberschlesien die Industrie- und Handelskammer für die Provinz Oberschlesien. Aufgrund der Verkleinerung des Kammerbezirks sank die Zahl der Mitglieder auf 40. Sie wurden nun nicht mehr in Steuerklassen gewählt, sondern in drei Wählergruppen: Wahlgruppe für Bergbau und Hüttenwesen Wahlgruppe für Industrie Wahlgruppe für den Handel.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurden auch die Industrie- und Handelskammern gleichgeschaltet. Der Präsident wurde nun ernannt und ernannte nach dem Führerprinzip seinerseits die Kammermitglieder. Präsident Rudolf Brennecke wurde entsprechend durch Hans Joachim Radmann ersetzt.Für dessen Einführungsrede siehe Oberschlesische Wirtschaft 1933, S. 216 f. Nach dem Überfall auf Polen kam Ostoberschlesien wieder zu Deutschland. Der Bezirk der Industrie- und Handelskammer für die Provinz Oberschlesien wurde aber nicht vergrößert, stattdessen wurde am 5. September 1939 eine Industrie- und Handelskammer Kattowitz mit Günther Falkenhahn an der Spitze eingerichtet.Steffen A. Wasko: Nationalsozialismus und Biopolitik: Deutsche Bevölkerungspolitik in Ostoberschlesien 1939-1945, 2015, ISBN 9783959350129, S. 52, Digitalisat. 1943 wurde die IHK aufgelöst und zusammen mit der Handwerkskammer in die Gauwirtschaftskammer Oberschlesien mit Sitz in Kattowitz überführt. In Oppeln verblieb eine Zweigstelle.
1945 wurde Oppeln von der Roten Armee erobert und unter polnische Verwaltung gestellt. Die deutsche Bevölkerung floh oder wurde vertrieben, die Zweigstelle der Gauwirtschaftskammer Oberschlesien in Oppeln stellte ihre Arbeit ein.
Persönlichkeiten Präsidenten Heinrich Doms (1882–1905) Gustav Williger (1906–1922) Karl Hoffmann (1923–1929) Rudolf Brennecke (1930–1933) Hans Joachim Radmann (1933– ) Konrad Mälzig ( –1942) Otto Berve (Gauwirtschaftskammer Oberschlesien ab 1942)
Mitglieder Paul Wachler Joseph Bitta Franz Drescher Bernhard Karl Stephan
Mitarbeiter Richard Stegemann Adolf Knakrick
Literatur Walter Stoephasius: Die Industrie- und Handelskammer für die Provinz Oberschlesien 1882–1932 : Denkschrift zur Feier des 50jährigen Bestehens, S. 7 f., Digitalisat. Mitteilungen der Industrie- und Handelskammer für die Provinz Oberschlesien Oberschlesische Wirtschaft; ab 1926 herausgegeben von der Industrie- und Handelskammer für die Provinz Oberschlesien
Einzelnachweise
Opole Kategorie:Organisation (Opole) Kategorie:Verbandsgründung 1882 Kategorie:Aufgelöst 1942