mini|Nokutela Dube (1917) Nokutela Dube (* 1873 als Nokutela Mdima in Inanda, Kolonie Natal; † 25. Januar 1917 in Johannesburg) war eine südafrikanische Lehrerin, Musikerin, Predigerin und Bildungsrechtlerin. Sie gehörte in Südafrika zu den ersten Vertretern schwarzer Bildungs- und Selbstorganisationsbewegungen.
Leben Nokutela Mdima wurde 1873 in Inanda nördlich von Durban in eine Familie christlicher Konvertiten geboren; ihr Vater hieß Simeon Mdima. Ab 1881 besuchte sie das Inanda Seminary, wo sie von Ida Belle Willcox gefördert wurde und als Schülerin durch einen 1882 in Minnesota veröffentlichten Aufsatz auffiel. Nach ihrer Ausbildung arbeitete sie als Lehrerin und heiratete 1894 John Langalibalele Dube, der später erster Präsident des South African Native National Congress wurde. Zwischen 1896 und 1899 erhielten die Dubes am Union Missionary Training Institute in Brooklyn weitere Ausbildung und sammelten in den Vereinigten Staaten Mittel für Bildungsprojekte. In den Vereinigten Staaten griffen sie Ideen Booker T. Washingtons zu Selbsthilfe und industrieller Bildung auf. Nach einer Ehekrise verließ Dube ihren Mann und ging in die Region Transvaal, wo sie mehrere Jahre in ländlichen Gemeinden predigte. Sie erkrankte an einer Nierenerkrankung, wurde zur Behandlung nach Johannesburg gebracht und starb dort 1917 im Alter von nur 44 Jahren. Ihr Grab auf dem Brixton Cemetery in Johannesburg blieb jahrzehntelang ohne individuellen Grabstein.
Wirken Dube gründete mit John Langalibalele Dube 1900 in Inanda das Ohlange Institute, das zu den ersten von schwarzen Südafrikanern aufgebauten Schulen gehörte und nach dem Modell industrieller Bildung arbeitete. Am Ohlange Institute baute sie ein Musikprogramm auf, komponierte Lieder, formte einen Chor und unterrichtete überdies Kochen, Hauswirtschaft und Schneiderei. Gemeinsam mit ihrem Mann gründete sie 1903 die Zeitung Ilanga lase Natal, die zu den ersten Medien schwarzer politischer Selbstbehauptung in Natal gehörte. Mit John Dube veröffentlichte sie 1911 im Verlag des Ohlange Institute (Phoenix) das Liedbuch Amagama Abantu (A Zulu Song Book), das als Meilenstein in der Entwicklung der Zulu-Chormusik gilt. Durch das Ohlange-Umfeld trugen die Dubes zur Popularisierung von Nkosi Sikelel’ iAfrika bei, das später Teil der südafrikanischen Nationalhymne wurde. Bei Spendenreisen in die Vereinigten Staaten trat sie mit traditionellen Zulu-Liedern sowie am Klavier und an der Autoharp auf. Ihre Rolle wurde lange vom öffentlichen Andenken an John Dube überlagert, obgleich sie an zentralen Institutionen seines später so genannten Vermächtnisses beteiligt war. Der von Chérif Keita initiierte Dokumentarfilm Remembering Nokutela und die Suche nach ihrem Grab trugen ab den 2010er-Jahren wesentlich zu ihrer Wiederentdeckung bei. Nach der Lokalisierung ihres Grabes wurde 2013 ein Grabstein für sie enthüllt, und im selben Jahr erhielt sie posthum den Mahatma Gandhi Satyagraha Award. Im Jahr 2017 zeichnete Südafrika sie posthum mit dem Order of the Baobab in Gold für ihren Beitrag zur Erhebung afrikanischer Gemeinschaften gegen Unterdrückung und soziale Ungerechtigkeit aus.
Weblinks
SAHO: Nokutela (nee Mdima) Dube, Porträt auf www.sahistory.org.za (englisch)
Einzelnachweise
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