Die Korean Tae Kwon Do Association (KTA) wurde am 3. September 1959 von General Choi Hong-hi in Südkorea, gegründet. Nach der Flucht von Choi Hong Hi nach Kanada 1972 wurde der damalige Leiter der KTA, Yong Chae Kim von der Regierung abgesetzt und durch Kim Un-Yong ersetzt. Heute hat die KTA die Aufgabe, Taekwondo als Nationalsportart in Südkorea zu fördern.
Die Korean Kong Soo Do Association Nach dem Unabhängigkeitstag (15. August 1945) kam es auf der koreanischen Halbinsel zu gesellschaftlichen Umbrüchen. Dies veranlasste die damaligen fünf großen Kwans (Schule bzw. Stilrichtung) einen Verband zu gründen. In diesem wollten sie die koreanischen Kampfkünste von den ausländischen Stilen abgrenzen und die traditionellen koreanischen Kampftechniken wiederbeleben, welche unter der japanischen Herrschaft verboten waren.
Die Vertreter Lee Won-Kuk (Chung Do Kwan), Chun Sang-Sup (Chosun Yun Moo Kwan Kong Soo Do Bu, heute Jidokwan), Yoon Byung-In (YMCA Kwon Bup Bu) und Ro Byung-Jik (Song Moo Kwan) hielten mehrere Treffen ab, um dieses Ziel zu verwirklichen. Aber Missverständnisse und Unstimmigkeiten führten zum Scheitern der Verbandsgründung und jeder Kwan konzentrierte sich auf die Ausbildung der jüngeren Generation.
Es folgte der Koreakrieg (1950 bis 1953), wobei viele führende Persönlichkeiten von ihren Kwans getrennt und in den Norden bzw. Süden verstreut wurden.
Währen des Krieges beschlossen einige Kampfkunst-Vertreter, die in der provisorischen Hauptstadt Busan Zuflucht gesucht hatten, sich in einem Verband zu organisieren. So wurde am 25. Mai 1953 die Korean Kong Soo Do Association in Busan aus fünf Kwans (Song Moo Kwan, Chung Do Kwan, Chosun Yun Moo Kwan/Jidokwan, Chang Moo Kwan und Moo Duk Kwan) gegründet. Um das Vertrauen der Öffentlichkeit zu gewinnen, nahm die „Korean Kong Soo Do Association“ auch Personen außerhalb der Kampfkunst-Szene in das Komitee auf. In dem Verband gab es keinen Präsidenten, Vizepräsident wurde Cho Young-Joo, auch als So Nei-chu bekannt (Schüler von Miyagi Chōjun – Gōjū-Ryū Karate) und Geschäftsführer Ro Byung-Jik (den Gründer von Song Moo Kwan). Doch nach einem Monat verließen Moo Duk Kwan und Chung Do Kwan den Verband und dieser löste sich wieder auf.
Gründung der Korean Tae Kwon Do Association Angesichts der Vielzahl kursierender Bezeichnungen – wie Kong Soo Do, Tang Soo Do, Hwa Soo Do, Soo Bahk Do und Kwon Bup – setzte eine neue Einigungsbewegung ein. Ihr lag die Idee zugrunde, dass der Name der vereinten Organisation auf koreanischer Tradition und Geschichte basieren sollte.
Nach Kriegsende gründeten General Choi Hong-hi und Nam Tae-Hi von der 29. Infanteriedivision innerhalb des Militärs – und ausschließlich für Militärangehörige – den Oh Do Kwan (Schule des Weges), der jedoch enge Verbindungen zum zivilen Chung Do Kwan (Großmeister war Lee Won-kuk) aufwies.
Da Choi Hong-Hi die Gunst des südkoreanischen Präsidenten Rhee Syng Man genoss, gelang es ihm, ein aus verschiedenen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens bestehendes Namensgebungskomitee einzuberufen.
Nach eingehenden Nachforschungen, die er gemeinsam mit seinem Assistenten Nam Tae-hi durchführte wurde am 11. April 1955 der Name „Tae Kwon Do“ der Öffentlichkeit. Damit wurden die bis dahin gebräuchlichen Namen zu einem einzigen Namen, Tae Kwon Do, vereinigt.
General Choi setzte sich weiter für beim Bildungsministerium und der Korean Amateur Sports Association für die Vereinigung der Kwans ein.
Am 3. September 1959 fand im Konferenzraum der Korean Amateur Sports Association (KASA) die Gründung der Korean Tae Kwon Do Association (KTA) statt.
Während der Sitzung gab es innerhalb des Verbands jedoch Diskussionen über die Bezeichnung der Kampfkunst. Hwang Ki (Moo Duk Kwan) beharrte auf der Bezeichnung „Tang Soo Do“. Auch Ro Byung-Jik (Song Moo Kwan), Yun Gwae-byeung (Jidokwan) und Lee Chong Woo (Jidokwan/Han Kuk Che Yuk Kwan) bestanden auf „Tang Soo Do“.
Da sich der Name „Tae Kwon Do“ – der von den Schulen Chung Do Kwan und Oh Do Kwan bereits verwendet wurde – jedoch weit verbreitet hatte, wurde beschlossen, diesen als offiziellen Namen für die Kampfkunst des Verbands festzulegen. General Choi legte fest, dass keine japanischen oder chinesischen Bezeichnungen für die Kampfkunst mehr verwendet werden sollten, sondern stattdessen ein Name, der auf der koreanischen Tradition beruht.
Choi Hong-hi äußerte sich später dazu wie folgt:
Gewählte Funktionäre der Korean Tae Kwon Do Association am 3. September 1959:
Präsident: Choi Hong-Hi (Oh Do Kwan), Vizepräsidenten: Ro Byung-Jik (Song Moo Kwan) und Yun Gwae-byeung (Jidokwan), Chefdirektor: Hwang Ki (Moo Duk Kwan), Ständiger Direktor: Lee Chong-woo (Jidokwan).
Nach Auseinandersetzungen verließ Chefdirektor Hwang Ki (Moo Duk Kwan) nach kurzer Zeit die KTA und änderte seine 1958 gegründete Korean Tang Soo Do Association 1960 in Korean Subakdo Association (Daehan Subakdohoe).
1959 war Choi Hong-hi mit einem 19-köpfigen Demonstrationsteam in Südvietnam und Taiwan unterwegs, um Taekwon-Do auch außerhalb der Halbinsel zu verbreiten.
Namensänderung in Korean Tae Soo Do Association Die Jahre 1960 und 1961 waren für Südkorea politisch turbulent. Eine vierte Amtszeit von Präsident Rhee Syng-man wurde 1960 durch Studentenproteste während der sogenannten April-Revolution verhindert, wonach er mit Hilfe der CIA nach Hawaii ausgeflogen wurde und ins Exil ging.
General Choi Hong-hi reiste im Jahr 1960 in die USA, um einen militärischen Waffenlehrgang in Texas zu absolvieren. 1961 befehligte er die größten Ausbildungszentren Südkoreas und übernahm den neuen Posten des Kommandierenden Generals des VI. Korps.
Diesen Umstand, dass General Choi Hong Hi sich nicht genügend um die KTA kümmern konnte, sowie die herrschenden Unruhen und das Chaos nutzte der ehemalige KTA Chefdirektor Hwang Ki aus, um seine Korean Subakdo Association bei der Korean Amateur Sports Association (unter dem Dach des Bildungsministeriums) registrieren zu lassen. Woraufhin die Mitglieder der Korean Tae Kwon Do Association von 1959 sich mit einer Petition an das Bildungsministerium wandten, um gegen das ihrer Ansicht nach unrechtmäßige Vorgehen zu protestieren.
In der Zwischenzeit, am 16. Mai 1961, führte General Park Chung-hee einen Staatsstreich durch. Der Militärputsch hatte tiefgreifende Auswirkungen auf alle Bereiche der koreanischen Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur.
Bis zum 16. Mai 1961 galt Tae Kwon Do als Kampfkunst, und es gab keine wettkampforientierten Turniere.
Da Park Chung-hee, Vorsitzender des Obersten Rates der Republik Korea, jedoch anordnete, dass alle Sportorganisationen dem Koreanischen Sport- und Olympischen Komitee unterstellt werden sollten und es nur einen Verband für dieselbe Sportart geben dürfte, blieb nichts anderes übrig, als die Gründung eines neuen Verbandes.
Choi Hong-hi und Park Chung-hee kannten sich. Park war während der Kolonialzeit an der Polizeirebellion in Yeosu beteiligt, und Choi gehörte Berichten zufolge zu jenen, die 1948 für seine Hinrichtung gestimmt hatten. Park wurde damals begnadigt. Möglicherweise aufgrund der Einschätzung, dass Choi Hong-Hi eine Bedrohung für die Autorität von Präsident Park darstellen könnte, wurde Choi in den diplomatischen Dienst geschickt. Die koreanische Tae Kwon Do-Entwicklung fand für die nächsten vier Jahre ohne Choi Hong-hi statt.
Zum 12. Juli 1961 erließ das Bildungsministerium die Anweisung zur Neuregistrierung des Tae Kwon Do und betrieb mit Nachdruck die Zusammenführung der Korean Subakdo Association, der Korean Tae Kwon Do Association, von Kong Soo Do Chang Moo Kwan, Kong Soo Do Song Moo Kwan, Kang Duk Won Mudo Hwe sowie Han Moo Kwan Choong Ang Kong Soo Do Jang.
Dieses Vorhaben scheiterte jedoch an den vielfältigen, gegensätzlichen Argumenten und Standpunkten der verschiedenen Beteiligten. Da der Prozess ins Stocken geraten war, schlug Lee Chong-woo – der zu jener Zeit als „Beobachter“ fungierte – vor, eine Vereinigung auf freiwilliger Basis und innerhalb einer festgelegten Frist anzustreben und die Ergebnisse dem Bildungsministerium zu melden.
Am 16. September 1961 fand im Konferenzraum des Han Kuk Che Yuk Kwan eine Diskussion ohne Choi Hong-hi über den neuen Verband statt. Anwesend von den neun Kwans waren:
Yun Gwae-byeung (Vertreter von Jidokwan) Hwang Ki (Vertreter von Moo Duk Kwan) Uhm Woon-Kyu (Vertreter von Chung Do Kwan) Ro Byung-Jik (Vertreter von Song Moo Kwan) Nam Tae-Hi (Vertreter von Oh Do Kwan) Lee Nam-Suk (Vertreter von Chang Moo Kwan) Lee Chong-woo (Vertreter von Jidokwan/Han Kuk Che Yuk Kwan) Lee Gyo-yoon (Vertreter von Han Moo Kwan) Park Chul-hee (Vertreter von Kang Duk Won)
Es wurde vorgeschlagen, den Posten des Vorsitzenden vorerst unbesetzt zu lassen und stattdessen der jüngeren Generation die Befugnis zu geben, die Kandidaten für den Vorsitz auszuwählen, wobei jedoch die vier Vertreter der älteren Generation ausgeschlossen wurden.
Das heikelste Thema der Sitzung: war die Namensgebung für die Kampfkunst. Nam Tae-Hi vertrat nachdrücklich die Ansicht, der Name müsse „Tae Kwon Do“ lauten, da dieser bereits bei einer Sitzung im Jahr 1959 beschlossen worden sei. Yun Gwae-byeung schlug hingegen Kong Soo Do (Karate-Do) vor, da dieses bereits international anerkannt sei. Als die Situation zu eskalieren drohte, wurde „Tae Soo Do“ vorgeschlagen – ein Name, der sich aus „Tae“ (von Tae Kwon Do) und „Soo“ (von Kong Soo Do) zusammensetzte. In der anschließende Abstimmung wurde der Name „Korean Tae Soo Do Association“ gewählt.
In der Zeit bis zum 22. September 1961 reichte die Korean Tae Soo Do Association im Rahmen der Sitzungen zur Zusammenführung die entsprechenden Unterlagen beim Bildungsministerium ein, wobei diesem folgende Personen gemeldet wurden:
Gewählte Funktionäre der Korean Tae Soo Do Association:
Vorsitzender: Chae Myung-shin Stellvertretende Vorsitzende: Lee Chong-woo, Um Woon-Kyu Exekutivkomitee (Direktoren): Ko Jae-Chun, Nam Tae-Hi, Lee Chong-woo, Lee Young-Sup, Oh Se-Joon, Ko Hong-Myong.
Rückbenennung in Korean Tae Kwon Do Association Nach politischen Differenzen mit dem neuen Präsidenten Park Chung-hee wurde Choi Hong-hi in den diplomatischen Dienst geschickt und diente 1962 als erster südkoreanischer Botschafter in Malaysia, sodass er keinen Einfluss auf die Entwicklung mehr hatte.
Park Jong-Tae, der zweite Präsident der Korean Tae Soo Do Association, konnte seine Befugnisse als Präsident nicht wahrnehmen. Stattdessen führten Lee Yong-Woo und Um Woon-kyu die internen Geschäfte der Organisation.
Etwa zu dieser Zeit kehrte Choi Hong-hi nach Beendigung seiner Amtszeit als Botschafter Südkoreas in Malaysia (1962 bis 1965) nach Korea zurück. Seine Rückkehr war ein Schock für Lee Yong-Woo, Um Woon-kyu und Lee Nam-Suk, die Führungspersönlichkeiten der Korean Tae Soo Do Association.
Choi Hong-hi äußerte sich kritisch darüber, dass der Name der Kampfkunst von Tae Kwon Do in Tae Soo Do geändert worden war. Dies führte dazu, dass die Namensfrage erneut zu einem großen Streitpunkt zwischen Choi Hong-Hi und den drei Führungskräften wurde. Choi Hong-hi engagierte sich stark im Sportwesen sowie im Tae Kwon Do-Bereich, sodass er im Januar 1965 zum dritten Präsidenten der Korea Tae Soo Do Association gewählt werden konnte. Seine erste Amtshandlung war, den Namen „Korean Tae Kwon Do Association“ wieder herzustellen, was am 18. März 1965 geschah.
Die darauffolgende Periode zwischen den Jahren 1965 und 1972 beschreibt Choi Hong-hi persönlich in einer Petition an das Olympische Komitee, als eine Zeit des anhaltenden Kampfes um die koreanische Regierung und den Präsidenten Park Chung Hee aus der neugegründeten ITF (22. März 1966 in Seoul, Südkorea) herauszuhalten.