mini|Benoni d’Aubert, Zeichnung von Gudmund Stenersen (1863–1934) Benoni d’Aubert (* 4. August 1768 in Kopenhagen, Dänemark; † 21. April 1832 in Christiania, Norwegen) war ein dänisch-norwegischer Offizier (Generalmajor) und Ingenieur aus der französischstämmigen Adelsfamilie d’Aubert.
Biographie Herkunft und Ausbildung Benoni d’Aubert wurde in Kopenhagen als Sohn des dänischen Oberstleutnants François Jacques Xavier d’Aubert (1725–1793) und dessen Ehefrau Juliane Marie, geborene Bang (1748–1834), geboren. Sein Vater war wegen eines Duells aus Frankreich geflohen und nach Dänemark ausgewandert; er wurde 1776 in den dänischen Adelsstand erhoben.
Aubert schlug früh die militärische Laufbahn ein und wurde bereits 1775, im Alter von sieben Jahren, als Landkadett eingeschrieben. 1783 ernannte man ihn zum Stückjunker bei der Artillerie. Er absolvierte ab 1787 die Ausbildung zum Ingenieuroffizier und schloss diese 1789 ab. Im selben Jahr trat er als Sekondeleutnant in das Ingenieurkorps (: Ingeniørkorpset) ein.
Dienst im norwegischen Ingenieurkorps 1790 wurde Aubert nach Norwegen versetzt, das zu dieser Zeit in einer Personalunion mit Dänemark verbunden war. Dort stieg er 1793 zum Premierleutnant auf und erregte die Aufmerksamkeit des Kronprinzen Friedrich (des späteren Königs Friedrich VI.) während dessen Aufenthalts in Norwegen. 1796 folgte die Beförderung zum Stabskapitän.
Aubert zeigte großes Talent sowohl im technischen Festungsbau als auch in der topografischen Landesvermessung. Ab 1798 leitete er als Vermessungsdirektor die Arbeiten der geografischen Landesvermessung in Norwegen (: Den geografiske Opmaaling), eine Position, die er bis zu seinem Ausscheiden 1812 mit großem Eifer und Geschick ausübte.
1800 avancierte er zum wirklichen Kapitän (Hauptmann). Ab 1804 übernahm er zudem das interimistische Kommando über die wichtige Festungsstadt Fredrikstad. Während des dänisch-schwedischen Krieges von 1808 bis 1809 befehligte er als Major (Beförderung 1807) die Befestigungsarbeiten entlang der norwegisch-schwedischen Grenze und war zeitweise interimistischer Kommandant der Festung Kongsvinger. Im Jahr 1811 wurde er zum Oberstleutnant befördert.
Karriere im unabhängigen Norwegen Als sich Norwegen im Zuge der Ereignisse von 1814 (Kieler Frieden) von Dänemark löste, entschied sich Aubert, im norwegischen Dienst zu verbleiben. Unter dem neuen König Christian Friedrich wurde er 1814 zum Oberstleutnant befördert und zum Chef des neu formierten norwegischen Ingenieurkorps (ab 1818 als Pionierbrigade bezeichnet) ernannt. Zudem fungierte er als Generalquartiermeister-Leutnant.
Auch nach der Etablierung der schwedisch-norwegischen Union behielt Aubert seine führende Stellung. Er wurde Mitglied der Kommission zur Revision der Verteidigungsanlagen des Reiches und 1815 zum Oberst ernannt. Im Jahr 1818 stieg er zum Generalmajor auf. Aubert galt als hochgebildeter und pflichtbewusster Offizier, der das norwegische Militäringenieurwesen in den ersten Jahrzehnten nach der Staatsgründung maßgeblich prägte. Er fungierte von 1821 bis 1823 außerdem als kommissarischer Leiter der Kriegsakademie. Ab 1820 war er Ehrenmitglied der Schwedischen Akademie für Militärwissenschaften. Er verstarb im April 1832 in Christiania (heute Oslo).
Familie Aubert heiratete am 8. Januar 1797 in Kopenhagen Jakobine Henriette Thaulow (* 3. Oktober 1776; † 27. August 1833), eine Tochter des Stadtschreibers Henrik Arnold Thaulow (1722–1799). Das Paar hatte mehrere Kinder, darunter den späteren norwegischen Professor für Rechtswissenschaften, Ludvig Cæsar Martin d’Aubert (1807–1887).
Literatur
C.M. de Seue: Historiske Beretninger om Norges geografiske Opmaaling. J.B. Halvorsen: Norsk forfatter-lexikon. Norsk militært Tidsskrift. Ausgabe 1882. S. 584 f.
Einzelnachweise
Kategorie:Oberstleutnant (Dänemark-Norwegen) Kategorie:Generalmajor (norwegische Streitkräfte) Kategorie:Militäringenieur Kategorie:Kartograf (18. Jahrhundert) Kategorie:Kartograf (19. Jahrhundert) Kategorie:Adliger (Dänemark) Kategorie:Däne Kategorie:Norweger Kategorie:Geboren 1768 Kategorie:Gestorben 1832 Kategorie:Mann