Der Rostrücken-Ameisenfänger (Terenura maculata, Syn.: Myiothera maculata, Phyllobates erythronotus) ist eine Vogelart aus der Familie der Ameisenvögel (Thamnophilidae), die im südöstlichen Brasilien, dem östlichen Paraguay und dem nordöstlichen Argentinien in der Provinz Misiones verbreitet ist. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt. Die Art gilt als monotypisch.

Merkmale Der Rostrücken-Ameisenfänger erreicht eine Körperlänge von 9,0 bis 10,0 cm bei einem Gewicht von ca. 6,5 g. Das Männchen ist Oberkopf bis an den Vorderrücken schwarzweiß gestreift. Die übrige Oberseite ist gelbbraun und nach hinten hin gelblich durchmischt. Unter den Schulterfedern befindet sich ein verborgener weißer Fleck. Die Flügel sind schwarz, die Schwungfedern hellgelb gesäumt, die Schirmfedern gelbbraun gesäumt und die Flügeldecken haben breit weiße Spitzen. Der Schwanz ist olivgrau. Die Kehle und die obere Brust sind weiß mit schwarzer Strichelung, die untere Brust gelb mit schwarzer Strichelung und die hintere Unterseite ist gelb. Das Weibchen ähnelt dem Männchen, wirkt jedoch blasser. Der Kopf und Kehle sind weißlich mit einem Hauch von blassem Ocker, die Strichelung der Unterseite ist weniger ausgeprägt.Kevin Jay Zimmer, u. a. (2020)

Lautäußerungen Der laute Gesang des Rostrücken-Ameisenfängers besteht aus einem längeren, beispielsweise 3,8 Sekunden dauernden, trockener Rasselruf, der zu Beginn an Intensität zunimmt und dessen Tonhöhe im Allgemeinen, wenn auch ungleichmäßig, ansteigt. Zu den Rufen gehören ein scharfes Tschip sowie ein etwas längerer, tieferer Ton mit abfallender Tonhöhe. Beide werden entweder einzeln oder in kurzen Reihen von 3 bis 5 Lauten vorgetragen, oft aber auch in charakteristischen, langen Sequenzen kombiniert, wobei sie entweder abwechseln oder ein Ton mit zwei anderen Tönen abwechselt.

Fortpflanzung Im Oktober wurde nördlich von Camacan ein Nest des Rostrücken-Ameisenfänger entdeckt. Es war ein kleines, hängendes, becher- oder sackartiges Nest mit ca. 5 cm Tiefe und einem Durchmesser von 2,5 cm Durchmesser. Dieses war heller als das umgebende Laub, von dem es verdeckt wurde. Das Nest befand sich in 5 Meter Höhe in einer Astgabel nahe dem Ende eines dünnen Astes eines ca. 9 Meter hohen Baumes am Rand eines durch menschliche Eingriffe veränderten Waldstücks an einem Steilhang. Ein Altvogel wurde beim Herantragen von Nahrung zum Nest gefilmt. Die Größe des Geleges ist nicht dokumentiert. Die Eier haben dunkelbraune und lilagraue Flecken. Die Grundfarbe wurde nicht beschrieben.

Verhalten und Ernährung Der Rostrücken-Ameisenfänger ernährt sich von verschiedenen Insekten und wahrscheinlich auch von Spinnen. Er bildet eng zusammenbleibende Paare, kommt aber auch als Einzelgänger oder in Familiengruppen vor. Dabei sucht er meist in den Straten in 6 Meter Höhe bis in die Baumkronen nach Nahrung oft in geringeren Höhen als verwandte Arten. So sucht er insbesondere an Waldrändern und in Sekundärwald, einschließlich verwilderter, sich regenerierender Bananenplantagen. Er tritt entweder einzeln auf oder häufiger in gemischten Schwärmen mit anderen Insektenfressern auf. Allerdings mischt er sich wie der Schwarzrücken-Ameisenfänger deutlich seltener unter andere Schwärme als andere konspezifische Arten. Er ist ein sehr aktiver Vogel, der rastlos Nahrung sucht und der sich in kurzen Sprüngen fortbewegt und selten länger als eine Sekunde innehält, um nach Beute zu suchen. Die Nahrungssuche erfolgt im dichten, kleinteiligen Blattwerk der Baumkronen sowie besonders häufig in Lianengewirr an Baumstämmen und über dem Unterwuchs. Zudem ist er in Vegetationsmatten, die durch die ineinandergreifenden Kronen von bogenförmig wachsendem Bambus der Gattung Merostachys gebildet werden, unterwegs. Der Rostrücken-Ameisenfänger liest seine Beute meist von der Ober- und Unterseite lebender Blätter, Blattstielen, Stängeln und Ranken ab, indem er mit schnellen Schnabelstößen oder kurzen, horizontalen Vorstößen nach oben, zur Seite oder nach unten pickt. Akrobatisch hängt er kopfüber, oft an Blatträndern, ähnlich wie Vireos der Gattung Hylophilus, um Nahrung von der Oberseite tiefer gelegener Blätter zu sammeln. Er führt zudem gelegentlich kurze weniger als 40 Zentimeter lange Rüttelflüge aus, um Nahrung von der Unterseite überhängender Vegetation zu picken, oder unternimmt kurze Vorstöße dorthin. Regelmäßig sucht er hängende, abgestorbene Blätter ab und tastet eingerollte Blätter leicht mit dem Schnabel ab, ohne sie jedoch weiter zu bearbeiten. Häufig ignoriert der Vogel abgestorbene Blätter auch gänzlich. Es ist nicht bekannt, ob er wie andere Ameisenfänger Wanderameisen folgt.

Verbreitung und Lebensraum mini|Verbreitungsgebiet des Rostrücken-Ameisenfängers (grün) Der Rostrücken-Ameisenfänger bewohnt die Baumkronen und mittleren Straten von immergrünen Wäldern sowie Sekundärwäldern. So kommt er in den Küstenregionen vom südöstlichen Bahia südlich über Santa Catarina und ins Binnenland im südlichen Minas Gerais, São Paulo und Paraná vor. In Paraguay ist er vom Departamento Canindeyú südlich bis in Departamento Caazapá verbreitet. In Argentinien ist er nur in der Provinz Misiones heimisch.

Migration Der Rostrücken-Ameisenfänger ist vermutlich ein Standvogel.

Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Rostrücken-Ameisenfängers erfolgte 1831 durch Maximilian zu Wied-Neuwied unter dem wissenschaftlichen Namen Myiothera maculata. Er gab kein Verbreitungsgebiet an.Maximilian zu Wied-Neuwied (1825), S. 1088–1091 1860 führten Jean Louis Cabanis und Ferdinand Heine junior die für die Wissenschaft neue Gattung Terenura für den Rostrücken-Ameisenfänger ein.Jean Louis Cabanis (1860), S. 11 Der Begriff ist ein Wortgebilde aus und .Terenura The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling Der Artname maculata hat seinen Ursprung in .maculata The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay keinen Balg zur Verfügung. In der Literatur betrachtete er im Synonym Phyllobates erythronotus , 1901Arnaldo de Winkelried Bertoni (1901), S. 142–143 aus dem Departamento Alto Paraná sowie in Puerto BertoniArnaldo de Winkelried Bertoni (1914), S. 51. durch Arnaldo de Winkelried Bertoni als Nachweise für das Land.Alfred Laubmann (1940), S. 29 Erythronotus hat seinen Ursprung in und .

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ameisenvögel