Sieghard Winkler (* 27. Juni 1937 in Oberullgersdorf, heute Horní Oldřiš, Ortsteil von Děčín; † 4. April 1992) war ein deutscher Botaniker und Hochschullehrer. Sein botanisches Autorenkürzel lautet „“
Leben und Werk
Sieghard Winkler studierte an der Universität Tübingen unter anderem bei Walter Zimmermann und Karl Mägdefrau. Forschungsreisen führten ihn 1962 nach El Salvador, später auch nach Venezuela und Kolumbien, wo er sich mit der Systematik der Melastomataceen und der Phyllosphäre tropischer Wälder befasste. 1966 habilitierte sich Winkler in Tübingen zur Ökologie epiphyller Moose und war dort von 1972 bis 1974 als apl. Professor mit der Vertretung des Lehrstuhls für Spezielle Botanik beauftragt. Nach zweijähriger Tätigkeit an der Universität von Porto Alegre übernahm er 1976 einen Lehrstuhl an der Universität Ulm in der Abteilung Spezielle Botanik, wo er sich für den studentischen Austausch mit Lateinamerika einsetzte. Besonders in seinen letzten Jahren galt Winklers Schwerpunkt, der sich auch dem Einsatz einheimischer Moos- und Flechtengesellschaften als Bioindikatoren widmete, der Ökologie neotropischer Bromeliaceen.
Kurz vor seinem 57. Geburtstag erlag Sieghard Winkler auf einer Segeltour vor der deutschen Nordseeküste einem Herzversagen.
Neben zahlreichen Fachaufsätzen verfasste Winkler das Lehrbuch Einführung in die Pflanzenökologie (2. Auflage 1980).
Literatur Hermann Muhle: Gestorben: Prof. Dr. Sieghard Winkler. In: Uni Ulm Intern 173, Mai 1992.
Jan-Peter Frahm, Jens Eggers: Lexikon deutschsprachiger Bryologen. Selbstverlag, Bonn, 2. Aufl. 2001, S. 567/568.
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