mini|Aus Berlin. Die Sinfonie der Großstadt, 1929
Diese Liste enthält Dokumentarfilme, die im Deutschen Kaiserreich und in der Weimarer Republik gedreht wurden.
Deutsches Kaiserreich 1895–1914 miniatur|180px|Das boxende Känguruh, 1895
1895 wurden die ersten kurzen deutschen Filme gedreht, die vor allem Dokumentaraufnahmen enthielten. Bis 1918 entstanden über 10.000 solcher Kurzfilme, von denen aber nur ein sehr kleiner Teil erhalten ist.Jung, Loiperdinger, 2005, S. 22f., zitieren unvollständige Gesamtverzeichnisse von über 44.000 gezeigten in- und ausländischen Filmen aller Art in Deutschland von 1907 bis 1920
1895: Wintergartenprogramm (mit Das boxende Känguruh), von Max Skladanowsky, erste öffentliche Aufführung von Filmen im Deutschen Reich 1896: Ankunft eines Eisenbahnzuges, Leben und Treiben am Alexanderplatz in Berlin, Unter den Linden, Die Wache tritt ans Gewehr, Alarm bei der Berliner Feuerwehr, Ausfahrt nach dem Alarm, von Max Skladanowsky miniatur|180px| Der Räuberhauptmann von Köpenick verlässt das Gefängnis 1908: Der Räuberhauptmann von Köpenick und seine Begnadigung 1909: Besuch des englischen Königspaares in Berlin am 9.2.1909 1909: Zeppelin III in Berlin am 29.8.1909 1910: Eine Fahrt durch Berlin, mit dem Automobil 1910: Eine Hochbahnfahrt durch Berlin, durch Kreuzberg
1911 Das verkehrte Berlin, von Guido Seeber, mit rückwärts gezeigten Aufnahmen 1913: Mit der Kamera im ewigen Eis. Die Tragödie der Schröder-Stranz-Expedition
1914–1918
Während des Ersten Weltkrieges wurden zahlreiche Propagandafilme vom Bild- und Filmamt (BUFA) produziert, die auch inszenierte Szenen enthielten 1917: Der Kaiser bei unseren türkischen Verbündeten 1917: Graf Dohna und seine Möwe 1917: Der magische Gürtel, aus dem Mittelmeer 1917: Bei unseren Helden an der Somme, 1917: Luftkämpfe. Ein Tag bei einer Jagdstaffel im Westen
1918: S.M. Hilfskreuzer „Wolf“, aus Kiel 1918: Die Alpen. Geographische Laufbilder zu Lehrzwecken, von Felix Lampe, Kompilationsfilm, erster UFA-Kulturfilm
Weimarer Republik Dokumentarfilme In der Weimarer Republik entstanden viele Dokumentarfilme, die meist als Kulturfilme (mit einem lehrhaften Anspruch) bezeichnet wurden. Zu den bekanntesten gehörenDokumentarfilme aus der Weimarer Republik Bundesarchiv, meist Wochenschaufilme, mit online-Zugang
1921 Der Hirschkäfer, von Ulrich K. T. Schulz, Naturfilm, erster UFA-Kulturfilm in den Kinos 1920/1921: Das Wunder des Schneeschuhs, von Arnold Fanck, 66 min., Skilehr- und Naturfilm, erster Dokumentarfilm in Spielfilmlänge weltweit 1921: Aus Syrien und dem Heiligen Lande, von Felix Lampe, Kompilationsfilm mit Aufnahmen von 1914/1917 1922: Die Grundlagen der Einsteinschen Relativitätstheorie 1922–1925: Das Blumenwunder, Zeitrafferaufnahmen von Pflanzen 1922–1930: Schaffende Hände, von Hans Cürlis, über 60 Kurzfilme von bildenden Künstlern bei der Entstehung eines Werkes 1924: Das Wolkenphänomen von Maloja, von Arnold Fanck, Kurzfilm 1925: Wunder der Schöpfung, Lehrfilm über das Universum 1925: Wege zu Kraft und Schönheit von Wilhelm Prager, Plädoyer für mehr gesunde Bewegung, einer der wichtigsten Dokumentarfilme dieser Zeit 1925: Die Stadt der Millionen. Ein Lebensbild Berlins, von Adolf Trotz, experimenteller Film 1927: Berlin. Die Sinfonie der Großstadt, von Walter Ruttmann, gilt als einer der bedeutendsten deutschen Dokumentarfilme überhaupt 1927 Geißel der Menschheit, Aufklärungsfilm über ansteckende Krankheiten 1927/1928: Der Weltkrieg, von Leo Lasko, zweiteiliger Kompilationsfilm 1927–1930: Im Auto durch zwei Welten, von Carl Axel Söderström, Roadmovie mit Clärenore Stinnes einmal um die Erde 1928: Mit der Kamera durch Alt-Berlin, von Franz Engel, Kurzfilm 1928: Im Schatten der Maschine, von Albert Viktor Blum und Leo Lania, kritischer Kurzkompilationsfilm über die neue Technik 1928: Weltwende. Zehn Jahre Republik. Zehn Jahre Sowjetunion, von Carl Junghans, längerer Kompilationsfilm 1929: Blutmai 1929, von Phil Jutzi (?) und mehreren Kameramännern, Kurzfilm über gewaltsame Ausschreitungen der Berliner Polizei gegen Demonstranten am 1. Mai 1929 1929: Markt in Berlin von Wilfried Basse, Kurzfilm über einen Markttag am Wittenbergplatz, mit versteckter Kamera 1929: Melodie der Welt, von Walter Ruttmann, Kompilationsfilm, erster deutscher Tonfilm 1929 Gläserne Wundertiere, von Ulrich K. T. Schulz, über durchsichtige kleine Meerestiere, erster deutscher Tonfilm mit gesprochenen Worten 1930: Zeitprobleme: Wie der Arbeiter wohnt, von Slatan Dudow, Kurzfilm 1930: Im Schatten der Weltstadt, von Albert Viktor Blum, Kurzfilm über Gegensätze von reich und arm in Berlin 1931: Flegeljahre einer Weltstadt, von Heinrich Hauser, Kurzfilm über Chicago 1931: Bunte Tierwelt, von Ulrich K. T. Schulz, erster deutscher Farbfilm 1932: Verkannte Menschen, von Alfred Kell, über Gehörlose 1932: Erwerbslose kochen für Erwerbslose, von Ella Bergmann-Michel, Kurzfilm, erster Dokumentarfilm einer Filmemacherin mit häufigeren Aufführungen 1932: Fliegende Händler in Frankfurt am Main, von Ella Bergmann-Michel, Kurzfilm über illegalen Markt mit versteckter Kamera 1932: Großstadt-Zigeuner, von László Moholy-Nagy, Kurzfilm über Romasiedlungen am Rande von Berlin, nur eine geschlossene Vorführung 1933, danach erst wieder seit 1971 1932 Deutschland gestern und heute, von Wilfried Basse, umfangreicher Kompilationsfilm über die deutsche Geschichte
1932–1934 Alexanderplatz überrumpelt, von Peter Pewas, unvollendeter Kurzfilm, über Alltagsleben in Berlin
Dokumentarfilme mit kurzer Spielfilmhandlung
Zu den bekanntesten Dokumentarfilmen mit einer kurzen Spielfilmhandlung aus dieser Zeit gehörten (keine Dokudramas)
1926: Milak, der Grönlandjäger, über eine Expedition 1926: Die Biene Maja und ihre Abenteuer, von Waldemar Bonsels, Naturfilm mit Handlung 1927: Natur und Liebe. Vom Urtier zum Menschen, von Ulrich K. T. Schulz, über die Entwicklung des Lebens von den Anfängen bis zur Gegenwart 1929: Menschen am Sonntag, von Edgar G. Ulmer und Robert Siodmak, Drehbuch Billy Wilder, mit vielen Dokumentaraufnahmen des Alltags in Berlin 1929: Um’s tägliche Brot (Hunger in Waldenburg) von Piel Jutzi 1929: Brüder, von Werner Hochbaum 1929: Kuhle Wampe oder: Wem gehört die Welt?, von Söatan Dudow, bekanntester proletarischer Film aus dieser Zeit
Literatur Uli Jung, Martin Loiperdinger (Hrsg.): Geschichte des dokumentarischen Films in Deutschland. Band 1. Kaiserreich (1896–1918). Reclam, Stuttgart 2005, besonders S. 511–530 (PDF), mit Verzeichnis von ca. 850 Filmen Klaus Kreimeier, Antje Ehmann, Jeanpaul Goergen (Hrsg.): Geschichte des dokumentarischen Films in Deutschland. Band 2. Weimarer Republik (1918–1933). Reclam, Stuttgart 2005, besonders S. 638–661 (PDF), mit etwa 700 Filmen
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Dokumentarfilme aus der Weimarer Republik Bundesarchiv
Einzelnachweise
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