Die argentinisch-são-toméischen Beziehungen beschreiben das zwischenstaatliche Verhältnis zwischen Argentinien und São Tomé und Príncipe. Sie unterhalten seit 1975 diplomatische Beziehungen.

Ihr Verhältnis ist erst wenig entwickelt, trotz ihrer relativen regionalen Nähe als Anrainer des Südatlantiks. Sie sind beide Mitglieder in einer Reihe multilateraler Gremien, darunter die Südatlantische Zone des Friedens und der Zusammenarbeit (ZPCAS), die Lateinische Union, die Welthandelsorganisation, die UNO und einige der UN-Sonderorganisationen, u. a. Seit 2018 hat Argentinien zudem Beobachterstatus in der Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen Länder, zu deren Gründungsmitgliedern São Tomé und Príncipe gehört.

Nur wenig Handel und Austausch in Sport und Kultur gehören zu ihren Beziehungen, nennenswerte gegenseitige Diasporas bestehen nicht.

Bis zur Unabhängigkeit São Tomé und Príncipes 1975 bestimmten die argentinisch-portugiesischen Beziehungen ihr Verhältnis.

Geschichte mini|hochkant|Brasiliens Präsident Fernando Henrique Cardoso spricht auf dem ZPCAS-Gipfel 2007, drei links von ihm São Tomé und Príncipes Präsident Fradique de Menezes: die schwachen argentinisch-são-toméischen Beziehungen finden vor allem in multilateralen Rahmen statt. Mit der Entdeckung und Besiedlung der unbewohnten Inseln von São Tomé und Príncipe im 15. Jh. wurden diese portugiesische Kolonie, während Argentinien seit dem frühen 16. Jh. spanische Kolonie wurde. Argentinien wurde 1816 von Spanien unabhängig, während São Tomé und Príncipe bis 1975 portugiesisch blieb.

Nach der Unabhängigkeit São Tomé und Príncipes 1975 nahmen Argentinien und die junge Republik am 5. November 1975 diplomatische Beziehungen auf.Declaración relativa al Establecimiento de Relaciones Diplomáticas entre el Gobierno de la República Argentina y el Gobierno de Santo Tomé y Príncipe - „Erklärung bezüglich der Einrichtung diplomatischer Beziehungen zwischen der Regierung der Argentinischen Republik und der Regierung von São Tomé und Príncipe“, Bibliothek der Vertragsdokumente des Außenministerium Argentiniens, abgerufen am 5. Juli 2026 Da sich São Tomé und Príncipe nun in Richtung Ostblock orientierte, entstanden zum stark antikommunistisch ausgerichteten Militärregime Argentiniens keine weitergehenden Beziehungen.

Im Zusammenhang mit dem Falklandkrieg 1982 registrierten die sowjetischen Radaranlagen in São Tomé und Príncipe einen schwer beladenen britischen Flugzeugträger, der auf dem Weg zu den Falklandinseln, in São Tomé und Príncipe wie in Argentinien Malvinas genannt, das Land passierte. Der Logik des Kalten Kriegs folgend, gaben die sowjetischen Nachrichtendienste auf São Tomé und Príncipe diese Information an Argentinien weiter, das daraufhin frühzeitig den Flugzeugträger des NATO-Lands Großbritannien attackieren konnte.São Tomé e Príncipe 50 anos – De Luz às Trevas - „50 Jahre São Tomé und Príncipe - von Licht zu Nebel“, Artikel vom 5. Juni 2025 des são-toméischen Nachrichtenportals Telanon.info, abgerufen am 5. Juli 2026

Diese Episode blieb einer der seltenen Fälle einer nennenswerten direkten Beziehung zwischen Argentinien und São Tomé und Príncipe, und es kam auch nach dem Zerfall der Sowjetunion und der folgenden Demokratisierung und Öffnung São Tomé und Príncipes ab 1990 zu keinen weiteren bilateralen Abkommen mit Argentinien und auch sonst zu keiner wesentlichen bilateralen Annäherung (Stand Mai 2026).Abruf bilateraler Abkommen Argentiniens mit São Tomé und Príncipe, mit der Einrichtung diplomatischer Beziehungen 1975 als einzigem Eintrag (Auswahl Santo Tomé y Príncipe unter Contraparte), Bibliothek der Vertragsdokumente des Außenministerium Argentiniens, abgerufen am 5. Juli 2026

Diplomatie Argentinien führt keine eigene Botschaft in São Tomé und Príncipe, zuständig ist die argentinische Botschaft in der nigerianischen Hauptstadt Abuja.Botschaften und Konsulate Argentiniens weltweit (unter Auswahlpunkt "Santo Tomé y Príncipe"), Außenministerium Argentiniens, abgerufen am 5. Juli 2026

São Tomé und Príncipe hat ebenfalls keine eigene Botschaft in Argentinien eröffnet, zuständig ist die são-toméische Botschaft und gleichzeitige Ständige Mission bei den Vereinten Nationen in New York.

Auch gegenseitige Konsulate bestehen nicht (alles Stand Anfang 2026). mini|hochkant|Der kleine Porto de Ana Chaves ist der wichtigste Hafen von São Tomé und Príncipe. Handel Angesichts seines kleinen Marktes mit schwacher Kaufkraft und seiner schwachen Außenwirtschaft hat der Handel von São Tomé und Príncipe mit Argentinien eine sehr geringe Bedeutung. Im Jahr 2023 exportierte Argentinien Waren im Wert von 26.200 US-Dollar nach São Tomé und Príncipe, ausschließlich Geflügelfleisch. 2024 führte São Tomé und Príncipe Handwerkzeug für lediglich 13 US-Dollar als einziger Ware nach Argentinien aus.Zahlen zum argentinisch-são-toméischen Handel des Observatory of Economic Complexity (OEC), abgerufen am 5. Juli 2026

Sport mini|hochkant|Luís Leal im Trikot der Newell’s Old Boys (2020) Fußball ist in beiden Ländern der beliebteste Sport. Die Argentinische und die São-toméische Fußballnationalmannschaft der Männer spielten bisher jedoch noch nicht gegeneinander, auch die Argentinische und die São-toméische Frauen-Nationalelf noch nicht (Stand Mai 2026).

Fußballakteure beider Länder sind nur selten im jeweils anderen Land tätig. Bekanntestes Beispiel dürfte der são-toméische Nationalstürmer Luís Leal sein, der bereits bei mehreren argentinischen Klubs unter Vertrag stand, so 2017–2020 bei den Newell’s Old Boys, 2023 bei Arsenal de Sarandí und 2024 beim Hauptstadtverein Club Almagro.

Einzelnachweise