mini|hochkant|St. Bartholomäus in Hertmannsweiler St. Bartholomäus (auch Bartholomäuskirche) ist eine evangelische Dorfkirche in Hertmannsweiler, einem Stadtteil von Winnenden im baden-württembergischen Rems-Murr-Kreis. Die Kirchengemeinde Hertmannsweiler-Bürg gehört zum Kirchenbezirk Waiblingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Das denkmalgeschützte Gotteshaus ist nach dem Apostel Bartholomäus benannt.
Geschichte Kirchlich gehörte Hertmannsweiler zunächst zu Winnenden und damit dem Stift Backnang, ab 1453 zum Haus Württemberg. 1837 wurde eine eigene Pfarrverweserei und 1909 eine Pfarrei errichtet, zu der auch die Nachbarkirchengemeinde Bürg gehört. Eine Kirche St. Bartholomäus, ab 1525 als solche bezeichnet, wurde bereits 1423 genannt. Der Turmchor entstand in spätgotischer Zeit. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts konnte die spätgotische Kirche die vielen Kirchgänger nicht mehr aufnehmen. Besonders im Winter wurde die Kirche auch von Kirchgängern der umliegende Orte (Baach, Höfen, Bürg, Nellmersbach) besucht. Daher mehrten sich die Stimmen, die eine Vergrößerung des Gotteshauses forderten. Im April 1731 verständigten sich Pfarrer, Schultheiß und Bürgermeister auf eine Erweiterung der Kirche, da die Gemeinde Hertmannsweiler inzwischen 400 Einwohner zählte. Der Umbau unter Planung und Leitung des Winnender Steinhauers Johann Michael Groß (1673–1760) begann 1733; die alte Kirche wurde dabei bis auf den spätgotischen Chor abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. Dabei wurden auch die alten Prinzipalstücke (Altar, Taufstein) durch neue ersetzt.
1802 wurde eine Orgelempore ergänzt. 1937 wurde der Innenraum renoviert. Der Chorturm wurde 1960 durch den Architekten Ulrich Straub erneuert.
Architektur und Ausstattung Das Kirchenschiff mit Satteldach besteht aus verputztem Bruchstein. Das östliche Chorfenster wurde beim Umbau 1733 vergrößert, während das Nordfenster vermauert wurde.
Altar, Taufstein und Kanzel wurden 1937 von dem Steinmetz Wilhelm Seitz aus Winnenden geschaffen. Eine hölzerne Statue des Heiligen Bartholomäus wurde von einem unbekannten Künstler gefertigt. Es wird wohl im 18. Jahrhundert entstanden sein.
Ein Farbglasfenster wurde 1951 in das östliche Chorfenster eingesetzt. Es wurde von Adolf Valentin Saile geschaffen. Es enthält die Majestas Domini, darüber das aufgeschlagene Buch des Lebens sowie Sonne und Mond als Schöpfungssymbole.Ehrenfried Kluckert, Axel Zimmermann (Bearb.): Adolf V. Saile - Städtische Galerie Filderstadt, Kleines Kunst-Kabinett Bernhausen; vom 13.10.1985 - 6.11.1985. (Hrsg.) Städtische Galerie Filderstadt; Band 2: Werkverzeichnis. Filderstadt 1985. Ein gemaltes Epitaph erinnert an den Hertmannsweiler Schultheißen Georg Pfleiderer († 18. Juli 1652) und an seine vier Ehefrauen.
Orgel Eine erste kleine Orgel mit fünf Register (Orgel)Registern wurde 1802 angeschafft. Diese wurde 1896 durch ein neues Instrument von der Giengener Orgelmanufaktur Gebr. Link (Giengen an der Brenz) ersetzt.
Glocken In dem Glockenturm hängen zwei Glocken. Die älteste wurde 1699 von Johannes Rosier gegossen. Aufgrund ihres hohen kulturhistorischen Werts wurde sie in den Weltkriegen nicht eingeschmolzen. Die anderen Glocken mussten während des Ersten und des Zweiten Weltkriegs als Metallspende des deutschen Volkes für die Rüstung abgegeben werden. 1949 wurde eine neue Glocke bei der Glockengießerei Kurtz (Stuttgart) bestellt. GlockeGlockengießerGussortGussjahrSchlagtonDurchmesserHöheInschriftI.Johannes Rosierunbekannt1699c''70,5 cm55,5 cmIST GOTT FVR VNS WER MAG WIDER VNS SEIN RO(EMER) 8 V(ERS) 31 / ANNO 1699 IST DIESE GLOCKE GEGOSSEN VND / IN DIE KIRCH ZV HERDTMANNSWEILER GEHENCKT WORDEN DAMALS WAHRE DIENER AM WORT GOTTES M(AGISTER) / IOHANNES HAUBER TVB SCHULTH(HEISS) STEPHAN WEICK H(EILIGEN) PFLEGER CASPAR WEICK M(AGISTER) CASPAR PFLEIDERER SCVLM(EISTER) MICHAEL KLEIN.II.Heinrich KurtzStuttgart1949d''68 cm? -
Literatur Adolf Schahl: Die Kunstdenkmäler des Rems-Murr-Kreises. Band 2. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1983, ISBN 3-422-00560-9, S. 1526–1537.
Weblinks
Website der Kirchengemeinde Hertmannsweiler-Bürg
Einzelnachweise
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