Das Naturerlebnisbad Domblick ist ein öffentliches Freibad in der Innenstadt von Wetzlar (Hessen), direkt an der Lahn. Es wird von den städtischen Wetzlarer Bäderbetrieben betrieben und wurde nach einem Umbau in der Badesaison 2026 wieder eröffnet. Das Bad enthält eine biologische Wasseraufbereitung.
Geschichte Das ursprüngliche Sportfreibad wurde 1954 eröffnet. Es bot Schulschwimmen und Schwimmkurse für alle Altersgruppen an. Mit der Zeit galt es als so stark sanierungsbedürftig, dass ein Weiterbetrieb in der bisherigen Form unwirtschaftlich war.
Im September 2015 führte die Stadt ein Bürgerbeteiligungsverfahren („Planungszelle“) durch, begleitet vom Institut für Demokratie- und Partizipationsforschung der Bergischen Universität Wuppertal. Das daraus entstandene Bürgergutachten empfahl einen Neubau an gleicher Stelle als Naturerlebnisbad.
Der Umbau erfolgte ab 2021/2022. Die ursprünglich für Sommer 2025 geplante Eröffnung musste wegen Bauverzögerungen abgesagt werden. Am 23. Mai 2026 fand die Einweihung mit einem Festivalprogramm unter Beteiligung örtlicher Vereine statt.
Lage Das Bad liegt zentral in der Wetzlarer Innenstadt, direkt an der Lahn. Der namensgebende Blick auf den Wetzlarer Dom ist charakteristisch. Die Anlage rückte beim Neubau näher ans Lahnufer heran; der Lahnuferweg verläuft seitdem zwischen Bad und angrenzender Bebauung. Das Bad bietet zahlreichen Insektenarten, Amphibien und Wasserpflanzen einen Lebensraum.
Neubauten Das Hauptbecken ist rund gestaltet und erinnert an einen Badesee. Der Kleinkindbereich fördert aktives Spielen mit einer Kombination aus Sand, Wasser und Naturblöcken in naturnaher Formensprache. Die gesamte Anlage ist barrierefrei. Die Becken werden nicht beheizt.
Das energieeffiziente Gebäude versorgt die Filtertechnik mit dem notwendigen Strom zum Pumpenbetrieb und enthält die Sanitär- und Umkleideräume für das Freibad. Auf der Terrasse befindet sich ein Restaurant.
Wasseraufbereitung Das Reinigungssystem des Naturfreibades basiert auf rein biochemischen und physikalischen Verfahren und arbeitet völlig ohne Desinfektionsmittel. Mehrere natürliche Mechanismen übernehmen die Wasserreinigung: Die Filtration durch Zooplankton, die Konkurrenz zwischen verschiedenen Mikroorganismen sowie natürliches UV-Licht. So wird sichergestellt, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte für Indikatorkeime wie E. coli, Enterokokken und Pseudomonas aeruginosa eingehalten werden.
Das Wasser wirkt etwas trüber als in chlorierten Bädern – ähnlich einem natürlichen Badesee. In flachen Bereichen erwärmt es sich bei Schönwetter innerhalb von ca. 3 Tagen auf angenehme Temperaturen.
Kosten und Finanzierung Die Kosten wurden ursprünglich auf 6,4 Mio. Euro geschätzt. Durch höhere Energie- und Materialkosten stiegen sie auf ca. 7,2 Mio. Euro an, welche zum Großteil durch überregionelle Fördermittel (u. a. das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“) finanziert wurden.
Weblinks Naturerlebnisbad Domblick. In: Eigenbetrieb Wetzlarer Bäder
Einzelnachweise
Kategorie:Bauwerk in Wetzlar Kategorie:Badeanlage in Hessen