Der Zurzibergbach – auch Zurzibach genannt (und Zurzachbach geschrieben) – ist ein rund 2,6 Kilometer langer Bach im Schweizer Kanton Aargau. Er entwässert einen Abschnitt am Nordhang des Höhenzugs Acheberg-Rächholderbuck bei Bad Zurzach und mündet von links in den Hochrhein.
Das Bachbett des Gewässers ist zum grössten Teil verbaut, teilweise künstlich angelegt und auf weite Strecken eingedolt.
Name Der Gewässername bezieht sich auf eine mundartliche Variante des Lokalnamens «Zurzacherberg». Dieser in den amtlichen topographischen Karten so eingetragene Name bezeichnet nicht einen Berg im Sinne einer Erhebung in der Landschaft, sondern den uralten Passübergang der Strasse von Bad Zurzach über den Höhenzug Acheberg-Ämmeribuck-Rächholderbuckh-Hörndli.Albert Sennhauser, Hans Rudolf Sennhauser, Alfred Huber (Hrsg.): Geschichte des Fleckens Zurzach. Historische Vereinigung des Bezirkes Zurzach, Zurzach 2004. Über diese Stelle – und durch das Tal des Zurzibergbachs – verlief in der Antike die auch in der Karte Tabula Peutingeriana eingezeichnete römische Provinzstrasse von Arae Flaviae (Rottweil) über den Rhein nach Tenedo (heute Bad Zurzach) und Vindonissa, die heute als Römerstraße Neckar–Alb–Aare für den Tourismus von Bedeutung ist. Die wichtige Kantonsstrasse (K286) ist im Schweizer Strassenssystem als Hauptstrasse 295.1 eingeordnet.
Die mundartliche Schreibweise «Zurzi» für den Ortsnamen Zurzach gibt nur ungefähr die dialektale alemannische Namensform wieder, die im lokalen Dialekt genauer «Zoorzi» bzw. «Zùùrzi» lautet. Eine phonetisch treffende mundartliche Namensform für das Gewässer wäre demzufolge «Zùùrzibèèrgbach», eine hochdeutsche Namensvariante «Zurzachbergbach».
In Bad Zurzach wird das Gewässer kürzer einfach «Zùùrzibach» genannt.
Geographie Verlauf Der Zurzibergbach entspringt im oberen Bereich des Bergtals «Wanne» im Waldgebiet «Spittelholz» etwa 200 Meter nördlich des Passübergangs und rund 15 Meter tiefer als dieser auf Er fliesst in nordöstlicher Richtung 1,5 Kilometer weit durch das Tal «Rintel» bis zum Ortsrand von Bad Zurzach, das er hundert Meter tiefer erreicht. Drei Nebenbäche entwässern seitliche Mulden im Berghang und münden in den Zurzibergbach.
Im Taleinschnitt sind durch die Erosion mehrere geologische Schichten des Tafelbergs aufgeschlossen. Die höchsten Zonen des Berges bestehen aus Effinger und Geissberg-Schichten des Malmkalks (Oberjura), auf denen stellenweise, besonders am Acheberg, noch Reste von Deckenschotter aus einer älteren Eiszeit liegen. Die unteren, vom Zurzibergbach freigelegten Felsschichten gehören zu den Dogger-Kalken und zum Hauptrogenstein des Mitteljuras. Auf den Berghängen neben den Bächen liegt Hangschutt, Schotter und Verwitterungslehm. Unter dem Bergtal hat der Bach seit dem Eiszeitalter mit seinem Geschiebe ein weites Bachschuttdelta bis in die Rheinaue hinunter geschaffen, wo es von quartärem Niederterrassenschotter umgeben ist. Auf dem Schuttkegel liegt, beidseits des ursprünglichen Bachbetts, der mittelalterliche Ortskern von Bad Zurzach.
Hochwasser Wegen der weitläufigen Berglandschaft im Quellgebiet des Baches geht von diesem bei Hochwasser eine Überschwemmungsgefahr für das historische Ortszentrum von Bad Zurzach aus.
Siehe auch Liste von Zuflüssen des Rheins
Weblinks
Verlauf des Zurzibergbachs auf dem Geoportal des Kantons Aargau
Einzelnachweise
Kategorie:Zurzach