Mongolia war ein Paketschiff der Peninsular and Oriental Steam Navigation Company. Es wurde nach dem ostasiatischen Staat Mongolei benannt. Im Roman Reise um die Erde in 80 Tagen des französischen Autors Jules Verne wird es erwähnt.
Geschichte Die Peninsular and Oriental Steam Navigation Company bestellte bei Scott & Co ein Dampfschiff, das am 1. März 1865 auf der Werft in Cartsdyke, einem Vorort von Greenock unter dem Namen Mongolia vom Stapel lief. Am 5. Juli des gleichen Jahres wurde es unter der Nummer 52731 registriert und am 23. August abgeliefert. Bei einer Versuchsfahrt am 16. September erreichte das Schiff unter Dampf eine maximale Geschwindigkeit von 12,44 kn.(MONGOLIA (1865) bei poheritage.com)
Die Jungfernfahrt am 20. September führte von Southampton nach Alexandria und zurück. Am 27. März 1866 begab sich die Mongolia auf die Route von Southampton durch den Suezkanal, über Mauritius und Galle auf Ceylon nach Kolkata. Diese Route bediente sie nun regelmäßig. Am 25. November kurz nach dem Verlassen des Hafens von Galle in Richtung Kolkata kam es zu einem Schaden und das Schiff musste von der Punjaub der British India Steam Navigation Company zurück in den Hafen geschleppt werden. Da der Schaden hier nicht behoben werden konnte, wurde sie von der Sunda der Tanjong Pagar Dock Company in Schlepptau genommen und nach Kolkata überführt.
Ab dem 18. Juli 1872 bediente sie wieder die Route von Southampton nach Alexandria. Anfang Dezember wurde entschieden, dass die Mongolia neue Dampfkessel und Maschinen erhalten sollte.The London and China Telegraph, Band 14, 1872, S. 852 (Digitalisat) Kurze Zeit später erlitt sie am 24. Dezember 1872 bei der Anfahrt auf Alexandria einen Maschinenschaden. Sie wurde von dem ägyptischen Dampfschiff Garbial in den Hafen geschleppt und konnte nach Reparatur nach England zurückkehren. Von Juni bis Dezember 1873 wurde das Schiff aufgelegt und die Arbeiten zum Maschinentausch durchgeführt.The London and China Telegraph, Band 15, 1873, S. 4, 358 (Digitalisat)
Bei der neue Maschine handelte es sich um eine 2-Zylinder Dampfmaschine von Day, Summers and Company in Southampton. Sie hatte eine Indizierte Leistung von 1705 PSi und eine effektive Leistung von 530 PS. Die Kolbendurchmesser der Zweifach-Expansionsmaschine betrugen 1,22 m und 2,44 m bei einem Hub von 1,37 m.Lloyd's Register of Shipping 1887, S. 879 (Digitalisat) Äußerlich war der Umbau an einem schlankeren Schornstein erkennbar.
Nach dem Umbau fuhr sie hauptsächlich von England nach Indien, aber auch nach Fernost und Australien oder Venedig und Bombay. Ab 1882 verkehrte sie zwischen Venedig und Alexandria. Im Mai 1888 wurde berichtet, dass as Schiff an das Sultanat Sansibar verkauft werden sollte, der Kauf wurde jedoch nie abgeschlossen und so wurde das Schiff im November 1888 in Bombay zum Abbruch verkauft.
Erwähnung bei Jules Verne In seinem 1873 erstmals veröffentlichten Roman ”Reise um die Erde in 80 Tagen” erwähnt Jules Verne das Dampfschiff Mongolia. Der Protagonist Phileas Fogg reist mit dem Schiff von Sues nach Bombay. In Kapitel 6 beschreibt er das Schiff näher. Es hat einen Rumpf aus Eisen mit einer Verdrängung von 2800 t und die Maschinenleistung gibt er mit 500 PS an. Es ist eines der schnellsten Schiffe der Peninsular and Oriental Company und reist regelmäßig von Brindisi nach Bombay. Wobei es von Brindisi bis Sues sich mit über 10 kn und von Sues nach Bombay mit 9,5 kn fortbewegt.Jules Verne: Le Tour du monde en quatre-vingts jours (Digitalisat) In Kapitel 9 gibt es eine Abbildung des Schiffs beim Steamer Point bei Aden, der angesteuert werden musste, um Kohle einzuholen.
Literatur The Mercantile Navy List and Maritime Directory for 1869, S. 274 (Digitalisat) Lloyd's Register of Shipping 1874, S. 559 (Digitalisat)
Weblinks Mongolia (1865) - Ship Fact Sheet bei poheritage.com Mongolia bei clydeships.co.uk
Einzelnachweise
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