mini|Martine Barrat (2017) Martine Barrat (geboren 1933 in Oran, Französisch-Algerien) ist eine französische Fotografin und Dokumentarfilmerin. Sie lebt in New York.
Leben Martine Barrat wuchs in Oran auf und ging später nach Paris. Ihr Sohn ist der Kameramann Mustapha Barat. Sie war ursprünglich Tänzerin und Schauspielerin und wurde von Ellen Stewart bei einem internationalen Tanzfestival in Edinburgh entdeckt. Sie schickte ihr daraufhin ein Flugticket, damit sie im La MaMa Experimental Theatre Club in Manhattan auftreten konnte. So kam Martine Barrat im August 1968 in die Vereinigten Staaten. Sie gründete mit Ellen Stewart ein Atelier, das Theater, Videokunst und Jazzmusik miteinander verband und sich an Jugendliche aus der Lower East Side und Harlem richtete. Außerdem arbeitete Martine Barrat mit dem Human Arts Ensemble zusammen.
1971 begann Martine Barrat, acht Jahre lang den Alltag zweier Banden der South Bronx mitzuerleben, deren Mitglieder aus afroamerikanischen und puerto-ricanischen Gemeinschaften stammten. In dieser Zeit entstanden Aufnahmen für den Dokumentarfilm You Do The Crime, You Do The Time, der 1978 in Mailand den Preis für den besten Dokumentarfilm erhielt und 1977 an der Columbia University sowie in der französischen Botschaft in New York uraufgeführt wurde. Ausschnitte wurden auf NBC gezeigt. Das Whitney Museum in New York zeigte ebenfalls den Film sowie die ersten Fotografien, die sie in der South Bronx aufgenommen hatte.
In den folgenden Jahren widmete sich Martine Barrat ganz der Fotografie. Ihr Interesse galt neben den Mitgliedern der Banden in der South Bronx die Welt des Boxsports in New York City. Sie fotografierte die jungen Männer, die in Harlem, Bedford–Stuyvesant, Brooklyn und Bronx trainierten. 1993 wurden diese Fotografien über Boxer in dem Buch Do or Die zusammengefasst.
Im Jahr 2007 wurde das Werk von Martine Barrat im Rahmen der großen Retrospektive Harlem in My Heart im Maison Européenne de la Photographie in Paris präsentiert. Die Ausstellung zeigte 190 Fotografien sowie ihre jüngsten Videoarbeiten.
Ihre Verbundenheit mit der New Yorker Jazzszene führte zu textlichen Kooperationen mit Jazzmusikern wie David Murray und Ornette Coleman.
Auf Wunsch von Yves Saint Laurent drehte Martine Barrat 1973 gemeinsam mit Galt MacDermot den Dokumentarkurzfilm Woman Is Sweeter über die Arbeit des Modeschöpfers.
Martine Barrats Fotografie reicht vom Pariser Stadtteil Goutte-d’Or bis nach Afrika, Japan, Brasilien und in die Karibik. Der Großteil ihres Werks dreht sich jedoch um Harlem, das seit ihrer Ankunft in den Vereinigten Staaten der Mittelpunkt ihres Lebens ist.
Im Laufe der Jahre wurden Martine Barrats Arbeiten in zahlreichen Publikationen veröffentlicht, darunter im New York Times Magazine, in Life, Vanity Fair, The Village Voice, Vogue France, Paris Match, Le Monde, Die Zeit, La Repubblica und Libération.
Ausstellungen
Einzelausstellungen (Auswahl)
1978: Whitney Museum of American Art, New York 2007: Harlem in My Heart, Maison européenne de la photographie, Paris 2018: South Bronx, Centre culturel La Place, Forum des Halles, Paris 2026: Soul of the City, Rencontres d’Arles
Gruppenausstellungen (Auswahl)
2023: I remember you well in the Chelsea Hotel…, Fleiss-Vallois Gallery, New York 2024: L'Âme de la ville, Galerie Rouge, Paris
Veröffentlichungen
Sammlungen (Auswahl)
Brooklyn Museum Museum of Modern Art, New York. Smithsonian American Art Museum Whitney Museum of American Art
Weblinks
Web-Seite Martine Barrat
Einzelnachweise
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