Wahlverwandschaften ist ein Film von Paolo Taviani und Vittorio Taviani aus dem Jahr 1996. Grundlage des Drehbuchs ist der Roman Die Wahlverwandtschaften von Johann Wolfgang von Goethe.

Handlung Die Handlung des Romans spielt in der Toskana zur Zeit Napoleons, hält sich aber sonst eng an die Vorlage von Goethes Roman.

Produktion und Veröffentlichung Wahlverwandtschaften ist eine weitere Verfilmung von Goethes Roman nach Siegfried Kühns Film für die DEFA, Claude Chabrols Verfilmung mit Helmut Griem und Michael Degen in den männlichen Hauptrollen oder Tarot von Rudolf Thome mit Vera Tschechowa, Hanns Zischler und Rüdiger Vogler.

Editor des Films war Roberto Perpignani, seit San Michele avevo un gallo von 1971 Editor aller Filme der Taviani-Brüder. Für den Kameramann Giuseppe Lanci war es der dritte und letzte Film, in dem er mit den Taviani zusammengearbeitet hat. Die Filmmusik komponierte Carlo Crivelli, das Piano spielt Drahomira Biligova. mini|links| Villa Valdisonzi Drehorte waren die Villa Valdisonzi in Crespina, sowie San Miniato, die Medici-Villa in Poggio a Caiano und Venedig.Dalle affinità elettive dei fratelli Taviani all’anziano Michelangelo La Nazione, 10. Februar 2024, abgerufen am 3. Juli 2026

Der Film lief am 16. Mai 1996 in Cannes außerhalb des WettbewerbsFestival de Cannes, Official Selection 1996, All the Selection, Festival de Cannes, abgerufen am 3. Juli 2026, am 17. Mai war die italienische Premiere. In Deutschland kam er am 27. Januar 1997 in die Kinos. 2012 veröffentlichte das Label SPV eine DVD in deutscher und italienischer Sprache.

Rezeption Kritik Der Filmdienst nennt Wahlverwandtschaften ein „in seiner ebenso kalten wie hochartifiziellen Form nur schwer zu ertragendes filmisches Experiment mit menschlichen Gefühlen, das nur in wenigen Momenten einen Hauch von Wärme spüren läßt. Überwiegend vermittelt der analytische Blick das ernüchternde Dokument geistiger Leere“.Wahlverwandschaften Filmdienst, abgerufen am 3. Juli 2026

Thessa Mooij vom niederländischen Filmportal Filmkrant schreibt, die Taviani Brüder verwandelten den Roman, der voller steifer Monologe sei, in einen funkelnden Film, in dem das Schicksal wie eine Gewitterwolke am Himmel hängt. Sie schafften es, die seitenlangen Reflexionen und Wörter in den Bildschirm zu übersetzen, ohne vom Original abzuweichen. Was die Taviani auf bewundernswerte Weise zeigten, sei die erschreckende Selbstsucht reicher Menschen, die sich langweilten.Thessa Mooij: Les affinités électives, Rijk maar niet gelukkig Filmkrant, 30. September 2020, abgerufen am 3. Juli 2026

Preise und Auszeichnungen Der Film erhielt zwei Filmpreise und wurde für zehn weitere nominiert.

Literatur Claudia Grimm: Die Transformation von Gefühlsdarstellungen in Buch und Film. Medienwissenschaftliche Analysen zu vier filmischen Literaturadaptionen von Goethes Roman „Die Wahlverwandtschaften“. Diss. Gießen 2005. S. 109–132. Felix Lenz: Über die Farbenlehre zur Filmischen Innovation.Le affinità elettive von Paolo und Vittorio Taviani, in: Weltliteratur des Kinos. Brill, Finck, 2016. S. 219–241. ISBN 978-3-84676050-5

Weblinks

Goethe, Wahlerwandtschaften, Verfilmung des Romans uni-bielefeld.de Carlo Crivelli – Le Affinità Elettive = Elective Affinities (Original Motion Picture Soundtrack) DisCogs

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1996 Kategorie:Italienischer Film Kategorie:Französischer Film Kategorie:Johann-Wolfgang-von-Goethe-Verfilmung