alt=Juergen Boos|mini|hochkant|Juergen Boos (2017) Juergen Boos (* 9. Mai 1961 in Lörrach) ist ein deutscher Verlagsmanager. Er war von 2005 bis 2026 Direktor der Frankfurter Buchmesse.
Leben und Wirken Juergen Boos absolvierte in den 1980er Jahren eine Ausbildung zum Verlagsbuchhändler beim Herder Verlag und studierte Marketing und Organisationstheorie. Er übernahm Führungs-Positionen beim Droemer Knaur Verlag, Carl Hanser Verlag sowie Springer Science and Business Media und John Wiley & Sons. Im April 2005 wurde er Direktor der Frankfurter Buchmesse. Anfang September 2026 übergab er die Leitung der Frankfurter Buchmesse an Joachim Kaufmann. Er scheidet am 31. Oktober 2026 aus dem Amt.
Als Direktor modernisierte er die Frankfurter Buchmesse von der klassischen Büchermesse hin zur „Messe für Inhalte und Geschichten“: Unter seiner Leitung entstanden branchenübergreifende Angebote wie Books at Berlinale, die Transmedia-Konferenz StoryDrive, die Self-Publishing Area sowie die Frankfurt Hot Spots für digitale Dienstleister und Publishing Startups. Dies brachte ihm in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung den Vorwurf ein, die Frankfurter Buchmesse zu einer reinen „Messe der Content-Industrie“ umzugestalten.
Boos lud 2015 Salman Rushdie für die Eröffnungspressekonferenz der Frankfurter Buchmesse ein, um auf die zunehmenden Angriffe auf die Freiheit des Wortes aufmerksam zu machen. Dies wurde im Vorfeld von der iranischen Regierung heftig kritisiert. Sie boykottierte wegen Rushdies Auftritt die Frankfurter Buchmesse und ließ den iranischen Nationalstand auf der Buchmesse leer stehen.
Auszeichnungen
Am 20. November 2013 wurde Juergen Boos das österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst verliehen. Am 17. Januar 2017 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Ivane Javakhishvili Tbilisi State University. Im Rahmen des Staatsbesuches des spanischen Königspaares auf der Frankfurter Buchmesse 2022 wurde Juergen Boos der „Encomienda de Número de la Orden de Isabel la Católica“ verliehen. Am 11. Februar 2023 wurde Juergen Boos von König Harald V. von Norwegen zum Ritter 1. Klasse des Königlich Norwegischen Verdienstordens ernannt.
Boos ist Präsident der LITPROM (Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika e. V.), sowie Geschäftsführer der LitCam (Frankfurt Book Fair Literacy Campaign). Er ist außerdem Mitglied des Scientific Committee des Sheikh Zayed Book Award und Mitglied der Akademie Deutscher Buchpreis. Im Februar 2018 wurde Boos als Chevalier des Arts et des Lettres ausgezeichnet.Französischer Kulturorden für Buchmesse-Direktor: Juergen Boos als Chevalier geehrt, boersenblatt.net, 22. Februar 2018, abgerufen am 22. Februar 2018 Am 5. Oktober 2022 erhielt er den nach Vigdís Finnbogadóttir, der ehemaligen Präsidentin Islands und jetzigen UNESCO-Botschafterin für die Förderung sprachlicher Vielfalt, benannten „Vigdís International Prize“, der gemeinsam von der isländischen Regierung, der Universität Island sowie dem Vigdís International Centre for Multilingualism und Intercultural Understanding verliehen wird.https://www.buchmesse.de/presse/pressemitteilungen/2022-10-05-juergen-boos-der-direktor-der-frankfurter-buchmesse-erhaelt
Seit Dezember 2022 ist er Mitglied im PEN Berlin.
Kritik Im September 2009 wurde Juergen Boos öffentlich kritisiert. Unter seiner Leitung wurden zwei chinesische Dissidenten, die auf einem Symposium zum Thema „China und die Welt: Wahrnehmung und Wirklichkeit“ sprechen sollten, auf massiven Druck der chinesischen Delegation wieder ausgeladen. Sie nahmen dennoch teil, was zu Protesten der Delegation Chinas führte. Am 15. September 2009 nahm Juergen Boos dazu öffentlich Stellung.
Am 20. Oktober 2023 sollte die palästinensische Schriftstellerin Adania Shibli den von Litprom e.V. vergebenen LiBeraturpreis 2023 für den Roman "Eine Nebensache" entgegennehmen. Juergen Boos ist LitProm-Vorsitzender. Aufgrund des Terrorangriffs der Hamas gegen Israel am 7. Oktober 2023 und der politischen und militärischen Folgen für Israel und Palästina hatte sich der Organisator Litprom e.V. entschlossen, die geplante Preisverleihung des LiBeraturpreises auf der Frankfurter Buchmesse abzusagen und zu einem späteren Zeitpunkt durchzuführen. Aufgrund dieser Absage gab es zahlreiche kritische Reaktionen.
Weblinks
Der politische Messemacher – Porträt in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, 2005
Einzelnachweise
Kategorie:Medienmanager Kategorie:Manager (Deutschland) Kategorie:Mitglied im PEN Berlin Kategorie:Träger des österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst Kategorie:Träger des Ordre des Arts et des Lettres (Ritter) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1961 Kategorie:Mann