mini|Grabstein von Bischof Svend in der St.-Søren-Kirche (Ry) Svend (auch Sueno, † 30. Oktober 1191 im Kloster Øm) war 1165/66–1191 Bischof von Aarhus.

Leben Svend stammte nach Angabe von Saxo Grammaticus aus der auf Djursland begüterten Familie Udsøn.

Er wird erstmals als Propst des Doms zu Aarhus erwähnt, als er 1164 zusammen mit Bischof Absalon von Roskilde aus dem Adelsgeschlecht der Hvide und Buris Henriksen, dem Herzog von Südjütland, gegen die Wenden kämpfte und Wolgast eroberte. Um 1166 zum Bischof von Aarhus ernannt, nahm er weiter an den Feldzügen von Absalon und König Waldemar I. teil. So war er bei der Eroberung von Rügen 1168 dabei, wo er gemeinsam mit Absalon die Unterwerfung der Besiegten entgegennahm und sich an der Zerstörung des Svantovit-Tempels beteiligte, und in den 1170er Jahren bei der Eroberung von Stettin. Er trat auch als Ratgeber des Königs in Erscheinung.

Als Bischof förderte er die Entwicklung des Zisterzienserklosters Øm, dessen Gründung sein Vorgänger Eskil 1164 mit einer Landschenkung angeregt hatte. Nachdem sich die beiden ersten Standorte als ungeeignet erwiesen hatten, versuchte Svend dem Gründungskonvent aus Vitskøl die Übernahme des Benediktinerklosters Veng zu ermöglichen. Dies scheiterte an dem Widerstand der Grundbesitzerin, obwohl Svend und Abt Brian Unterstützung von Erzbischof Eskil von Lund, Papst Alexander III. und König Waldemar I. erhielten. Daraufhin verhalf Svend den Mönchen 1172 zur Niederlassung zwischen den Seen Gudensø und Mossø im Kirchspiel Gammel Rye. Der Neugründung schenkte er Bücher und Abendmahlskelche und vermachte ihr testamentarisch 1183 einen Teil seiner Eigengüter, darunter mehrere Kirchspiele auf Djursland, aber wohl auch Ländereien des Bistums, was achtzig Jahre später zum Streit der Mönche mit seinem Nachfolger Tyge führen sollte.

Den schon zu Lebzeiten als Heiligen verehrten Prinz Niels (vor 1157–1180), einen unehelichen Sohn von Knut V., wollte er in der St.-Nikolaus-Kirche, der damaligen Hauptkirche von Aarhus, beisetzen lassen. König Waldemar, der die Verehrung des Sohnes seines früheren Gegners unterbinden wollte, erlaubte jedoch nur die Bestattung in einer Holzkapelle. Anstelle dieser Kapelle ließ Svends Nachfolger Peder Vognsen ab 1200 den Aarhuser Dom errichten. Niels wurde nie heiliggesprochen.

Nachdem er sich in den vergangenen Jahren häufig in Øm aufgehalten hatte, ersuchte er 1187 um Erlaubnis, sich von seinem Amt zurückziehen und in das Kloster eintreten zu dürfen. Dies wurde ihm 1191 von Absalon, der inzwischen Erzbischof von Lund war und mit Sorø ebenfalls ein Zisterzienserkloster gegründet hatte, genehmigt. Im selben Jahr starb er im Kloster Øm und wurde dort begraben. Die um 1207 verfasste Chronik des Klosters, Exordium Monasterii Carae Insulae, enthält sowohl sein Testament als auch eine ausführliche Würdigung seines Wirkens einschließlich der Erzählung, dass Klostergründung und Schenkungen auf ein Gelübde zurückgingen, das Svend in Seenot bei der Rückkehr von einer Reise nach England abgelegt habe.

Da mit dem Bau der großen Klosterkirche zum Zeitpunkt seines Todes vermutlich noch nicht einmal begonnen worden war, wurde Svend vermutlich in dem Vorgängerbau beigesetzt. Ob seine sterblichen Überreste später in die neue Kirche überführt wurden, ist nicht bekannt. Es ist nur überliefert, dass Abt Christian 1490 einen Grabstein für Bischof Svend anfertigen ließ, der nach Auflösung des Klosters und Abriss der Gebäude in die nahegelegenen St.-Søren-Kirche von Gammel Rye überführt wurde.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Römisch-katholischer Bischof (12. Jahrhundert) Kategorie:Römisch-katholische Kirche in Dänemark Kategorie:Bischof von Aarhus Kategorie:Geboren im 11. oder 12. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1191 Kategorie:Mann