Die Kimberley-Flachkopfbeutelmaus (Planigale subtilissima) ist ein Beuteltier aus der Gattung der Flachkopf-Beutelmäuse in der Familie der Raubbeutler (Dasyuridae), das in der Region Kimberley im Nordwesten Australiens vorkommt.
Merkmale Wie alle Flachkopf-Beutelmäuse ähnelt die Kimberley-Flachkopfbeutelmaus mit ihrer spitzen Schnauze und dem braungrauen Fell äußerlich einer Spitzmaus. Die Kopf-Rumpf-Länge der Männchen beträgt 5,4 bis 6,3 Zentimeter, die der Weibchen liegt bei 4,9 bis 5,6 Zentimeter. Der Schwanz ist durchschnittlich 6,3 (Männchen) bzw. 5,9 (Weibchen) Zentimeter lang. Die Hinterfußlänge und die Länge der Ohren beträgt 8 bis 9 Millimeter. Damit ist die Kimberley-Flachkopfbeutelmaus in allen Körpermaßen deutlich kleiner als die Neuguinea-Flachkopfbeutelmaus (Planigale novaeguineae), Planigale kendricki und Planigale petrophila und gehört zu den kleinsten Flachkopf-Beutelmäusen. Die Kimberley-Flachkopfbeutelmaus ist auch kleiner als die Gefleckte Flachkopfbeutelmaus (P. maculata), Giles-Flachkopfbeutelmaus (P. gilesi) und die Spitznasen-Flachkopfbeutelmaus (P. tenuirostris), hat jedoch einen gleich langen Schwanz wie die ersten beiden und einen etwas längeren Schwanz als P. tenuirostris. Der Schädel von Kimberley-Flachkopfbeutelmaus ist flacher als der der Neuguinea-Flachkopfbeutelmaus, der Gefleckten Flachkopfbeutelmaus und P. kendricki, aber nicht so flach wie der von P. tealei. Verglichen mit der Nördlichen Flachkopfbeutelmaus (Planigale ingrami), bei der die Weibchen eine schmalere Schnauze und einen schmaleren Schädel haben als die Männchen, ist der Geschlechtsdimorphismus bei P. subtilissima viel weniger ausgeprägt. Weibchen der Kimberley-Flachkopfbeutelmaus haben bis zu 12 Zitzen, die aber nur vor und während der Fortpflanzungszeit sichtbar sind.
Lebensraum Die Kimberley-Flachkopfbeutelmaus kommt in schütteren, offenen Waldgebieten vor, die von Eucalyptus microtheca, Terminalia volucris und Acacia valida geprägt sind, auf Grasland mit Gräsern wie Themeda triandra und Spinifex sp. und Triodia sp., sowie auf ausgedehnten Schwarzerde-Ebenen vor.
Systematik Die Beutelmausart wurde 1913 durch den schwedischen Zoologen Einar Lönnberg erstmals wissenschaftlich beschrieben. 1976 wurde sie durch den australischen Paläontologen Michael Archer mit der Nördlichen Flachkopfbeutelmaus (P. ingrami) synonymisiert. Nach Vergleichen von mitochondrialen und nuklearen DNA-Fragmenten bekam Kimberley-Flachkopfbeutelmaus Mitte 2026 wieder den Status einer eigenständigen Art. Die Kimberley-Flachkopfbeutelmaus und die Nördliche Flachkopfbeutelmaus sind jedoch Schwesterarten und die Schwestergruppe der von beiden Arten gebildeten Klade ist die Gefleckte Flachkopfbeutelmaus.
Gefährdung Die Kimberley-Flachkopfbeutelmaus ist in der Kimberley-Region weit verbreitet, wahrscheinlich relativ häufig und gilt daher als ungefährdet.
Einzelnachweise Michael Archer: Revision of the marsupial genus Planigale Troughton (Dasyuridae). Memoirs of the Queensland Museum 1976;17:341–65. Einar Lönnberg: Results of Dr. E. Mjöbergs Swedish scientific expeditions to Australia 1910-1913. Pt. 1. Mammals. Kungliga Svenska Vetenskapsakademiens Handlingar 1913;52:9–10. Linette S. Umbrello, Michael Westerman, Kenny J. Travouillon, Mark J. Blacket, Skye F. Cameron, Eridani Mulder, Andrew M. Baker (2026): Untangling the long-tailed planigale (Dasyuridae: Planigale ingrami) species complex: four species revealed using integrative taxonomy. Zoological Journal of the Linnean Society 207 (2); doi: 10.1093/zoolinnean/zlag082
Kategorie:Raubbeutler Kategorie:Endemisches Tier Australiens