Alfons Goop (* 15. Oktober 1910 in Schellenberg; † 25. September 1993 in Schaan) war ein liechtensteinischer Politiker im Zweiten Weltkrieg. Er war von 1940 bis 1943 Leiter der nationalsozialistischen Volksdeutschen Bewegung in Liechtenstein, die eine Vereinigung mit dem Deutschen Reich verfolgten.

Leben Goop wurde am 15. Oktober 1910 in Schellenberg als eines von sechs Kindern von Carl Magnus Goop und Seraphina Marxer geboren. 1935 erhielt er einen Doktortitel in Philosophie und war von 1935 bis 1943 als Lehrer an einer Realschule in Eschen angestellt.

Politische Karriere Der Aufstieg des NS-Staates ab 1933, zusammen mit dessen antijüdischen Gesetzen und daraus resultierenden jüdischen Einwanderern nach Liechtenstein, inspirierten Goop dazu, sich in den 1930er Jahren an antisemitischer Agitation in Liechtenstein beteiligen. Seine politischen Interessen verstärkten sich, nachdem der Liechtensteiner Heimatdienst, in dem Goop Mitglied war, sich 1936 mit der Christlich-sozialen Volkspartei verband. Nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland im Jahr 1938 leitete Goop die Volksdeutschen Bewegung Liechtensteins (VDBL), die er mit aufgebaut hatte und schrieb regelmäßig in deren Zeitung Der Umbruch.

Im März 1938 bildeten die regierende Fortschrittliche Bürgerpartei Liechtenstein (FBL) und die Opposition Vaterländische Union eine Koalition, woraufhin durch eine „stille Wahl“ der Eintritt der VDBL in den Landtag verhindert wurde.

Während eines Staatsbesuches von Franz Joseph II. und Josef Hoop in Berlin unternahm Goop mit der VBDL einen amateurhaften Putschversuch. Zunächst versuchten sie, eine Intervention Deutschlands durch das Verbrennen von Hakenkreuzinsignien und -fahnen zu provozieren. Anschließend wurde einseitig von der VBDL der Anschluss an Deutschland ausgerufen. Beide Ansätze waren erfolglos, die Anführer wurden verhaftet. Die VBDL war außer Funktion bis Goop die Partei 1940 neu formte.

Bis 1943 versuchte die Partei, Liechtensteiner für die Waffen-SS zu rekrutieren, um Sympathien zu Deutschland aufzubauen, was die Schweiz aufgrund deren Neutralität im Krieg erzürnte. Deutschland gefiel Liechtensteins neutrale Haltung im Krieg ebenfalls nicht und man versuchte 1943, eine Vereinigung der VBDL und der FBL zu erzwingen. Daraufhin trat Goop als Landesleiter der Partei zurück, sein Nachfolger war Sepp Ritter.

Laut seinem Gerichtsprozess 1946 war Goop bis 1943 ein freiwilliges Mitglied der Waffen-SS. Seine Aufgaben erteilte „volksdeutschen“ Unterricht in deutsch-besetzten Ostgebieten. Er erreichte den Rang eines SS-Hauptsturmführers. Er wurde 1945 von Frankreich gefangen genommen, floh jedoch 1946 nach Liechtenstein.

Nachleben Goop wurde ab 1946 wegen seiner Nazi-Kollaboration strafrechtlich verfolgt. Im Jahr 1947 wurde er wegen Hochverrats verurteilt und zu zweieinhalb Jahren Zuchthaushaft verurteilt, wobei die Zeit in französischer Haft angerechnet wurde.

Von 1950 bis 1971 war Goop Gewerbesekretär (Geschäftsführer) der liechtensteinischen Gewerbe- und Wirtschaftskammer in Schaan und trat nicht mehr politisch auf.

Privatleben Goop heiratete Germana Wohlwend (* 21. Januar 1911, † 24. Oktober 2005) am 23. September 1937. Das Paar hatte keine Kinder.

Er war von 1935 bis 1937 Initiant und von 1938 bis 1939 Präsident des Unterländer Wintersportvereins sowie 1940 Präsident des liechtensteinischen Olympiakomitees.

Goop starb im Alter von 82 Jahren am 25. September 1993 in Schaan.

Auszeichnungen Leopoldsorden (1958) Fürstlich Liechtensteinischer Verdienstorden (1970) Ehrenband der liechtensteinischen akademischen Verbindung Rheinmark (1992)

Einzelnachweise

Kategorie:Absolvent der Universität Innsbruck Kategorie:Politiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Träger des fürstlich liechtensteinischen Verdienstordens Kategorie:Träger des Leopoldsordens (Ausprägung unbekannt) Kategorie:Liechtensteiner Kategorie:Geboren 1910 Kategorie:Gestorben 1993 Kategorie:Mann