Die Evangelische Kirche ist ein denkmalgeschütztes Kirchengebäude in Sechselberg, einem Ortsteil der Gemeinde Althütte im baden-württembergischen Rems-Murr-Kreis. Die Kirchengemeinde AlthütteWebsite der Evangelischen Kirchengemeinde Althütte gehört zum Kirchenbezirk Backnang der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Die schlichte Fachwerkkirche im Heimatschutzstil in der Martin-Luther-Straße entstand nach Plänen (1939) des Architekten Werner Klatte, die vom Backnanger Architekten Otto Nussbaum in den Jahren 1946 bis 1949 umgesetzt wurden.

Geschichte Ursprünglich war Sechselberg ein Filialort von Unterweissach; die Einwohner besuchten die Gottesdienste in der St.-Agatha-Kirche. Wegen starken Bevölkerungswachstums wurde die Kirche bald zu klein. Weiterhin war der Weg nach Unterweissach für viele Menschen zu beschwerlich. Daher beschloss das königlich-württembergische Konsistorium 1864 die Gründung der Pfarrverweserei Lippoldsweiler/Sechselberg. In Sechselberg wurde daraufhin eine bescheidene Notkirche eingerichtet, die jedoch einen äußerst dürftigen Eindruck vermittelte. In der Folgezeit entstand in Lippoldsweiler die Lutherkirche, doch wünschten sich viele Einwohner Sechselbergs eine „eigene Kirche“. Bis zu konkreten Planungen sollten jedoch noch mehr als 70 Jahre vergehen. Ende der 1930er Jahre war der Stuttgarter Architekt Werner Klatte (1879–1949) mit ersten Entwürfen beschäftigt. Ein fertiger Bauplan konnte am 23. November 1939 vorgelegt werden. Wegen des Zweiten Weltkriegs (1939–1945) kamen jedoch alle Planungen zum Erliegen. Im Dezember 1945 wurde der Architekt Otto Nussbaum aus Backnang beauftragt, die Planungen Klattes wiederaufzunehmen. Am 19. Mai 1946 fand die Grundsteinlegung statt. Die Bauarbeiten wurden 1949 abgeschlossen.

Bis 1976 war die Kirche eine Filialkirche der Kirchengemeinde Lippoldsweiler und wurde danach Althütte zugeteilt.

Architektur und Ausstattung Die kleine Dorfkirche entstand als Fachwerkbau auf einem steinernen Untergeschoss, in dem sich die Sakristei und Versammlungsräume befinden. Die westliche Seite ist ebenfalls gemauert und hat einen Krüppelwalm-Giebel, über dem sich ein viereckiger Dachreiter erhebt. Dieser ist mit einem pyramidenförmigen Turmhelm bekrönt.

In dem geosteten Chorraum befinden sich die Prinzipalstücke: Der Altar, ein hölzerner Ambo sowie der Taufstein. Auf eine Kanzel wurde verzichtet. Die Wände sind holzvertäfelt.

Die drei Farbglasfenster im Chor wurden 1940 von Walter Kohler entworfen, in der Stuttgarter Glaswerkstatt Emil Gaiser gefertigt und 1949 eingebaut. In der Literatur sind sie (unter Ausblendung der unterschiedlichen Künstlerstile von Vater und Sohn Kohler) fälschlicherweise Wolf-Dieter Kohler zugeschrieben.Schahl, Kunstdenkmale 1983, S. 137.Adolf Gommel (Hrsg.): Evangelische Kirchenkunst der Gegenwart in Württemberg. Festschrift des Vereins für christliche Kunst in der Evangelischen Kirche Württembergs zu Feier des 100jährigen Bestehens 1857-1957. Stuttgart 1957, Abb. 32.Carla Fandrey: Glasmalerei im Rems-Murr-Kreis. In: Kreissparkasse Waiblingen, Geschäftsbericht 1985, Waiblingen 1986, Abb. S. 18. Walter Kohlers Bildthemen sind: in der Mitte die Passion Jesu, links das Gleichnis vom verlorenen Sohn und rechts das Gleichnis vom barmherzigen Samariter.

Literatur Adolf Schahl: Die Kunstdenkmale des Rems-Murr-Kreises. Band 1. Deutscher Kunstverlag, Berlin und München 1983, ISBN 3-422-00560-9, S. 135–137. Eugen Schäfer: Jubiläumsschrift zum 40-jährigen Bestehen der Kirche in Sechselberg. 1. Advent 1949 - 1. Advent 1989. Althütte-Waldenweiler, 1989.

Einzelnachweise

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