mini|hochkant|Grab von Joseph Klein auf dem Poppelsdorfer Friedhof in Bonn Josef Klein, geläufige Schreibung Joseph Klein, (* 8. April 1838 in Bonn; † 1. Juli 1899 in Greifswald) war ein deutscher Klassischer Philologe und Direktor des Provinzialmuseums Bonn.

Leben und Wirken Josef Klein besuchte das humanistische Gymnasium in Bonn und studierte von 1855 bis 1859 Klassische Philologie und Archäologie an der Universität Bonn. Seine Promotion zum Dr. phil. erfolgte dort am 19. März 1861. Am 27. Juni 1868 habilitierte er sich an der Bonner Universität und lehrte dort als Privatdozent, ab 19. Februar 1883 mit dem Titel eines außerordentlichen Professors der Klassischen Philologie. Hauptberuflich war er ab Mai 1883 zunächst kommissarischer Direktor, ab 1. Juli 1888 definitiv Direktor des Provinzialmuseums Bonn. Unter seiner Leitung bezog das Museum am 12. Juli 1893 seinen ersten Museumsbau in der Colmantstraße.

Er beschäftigte sich wissenschaftlich vor allem mit der Epigraphik und den Beständen des von ihm geleiteten Museums sowie mit archäologischen Funden aus dem Rheinland. 1885 bis 1890 führte er Ausgrabungen auf dem Martberg bei Pommern an der Mosel durch.

Veröffentlichungen (Auswahl) Quaestiones Nigidianae. Dissertation Bonn 1861 (Digitalisat). Erotiani vocum Hippocraticarum conlectio. Dykiana, Leipzig 1865 (Digitalisat). Über eine Handschrift des Nicolaus von Cues. Nebst ungedruckten Fragmenten Ciceronischer Reden. Weidmann, Berlin 1866 (Digitalisat). Stempel römischer Augenärzte. In: Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande. Bd. 55/56, 1875, S. 93–135. Epigraphisch-antiquarische Streifzüge. Vier Teile. Georgi, Bonn 1876. Die Verwaltungsbeamten der Provinzen des Römischen Reichs bis auf Diocletian. Band I 1: Sicilien und Sardinien. E. Strauss, Bonn 1878 (Digitalisat). Matronensteine von Berkum. In: Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande. Bd. 67, 1879, S. 49–64. Zwei neue römische Inschriften aus Bonn. In: Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande. Bd. 67, 1879, S. 65–73. Fasti consulares inde a Caesaris neque usque ad imperiu Diocletiani. Teubner, Leipzig 1881 (Digitalisat). Römische Inschriften aus Bonn. In: Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande. Bd. 73, 1882, S. 62–76. Denkmäler römischer Soldaten von Andernach. In: Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande. Bd. 77, 1884, S. 14–44. Kleinere Mitteilungen aus dem Provinzial-Museum zu Bonn: Römische Thonwaarenfabriken von Köln. In: Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande. Bd. 79, 1885, S. 178–196. Die Hügelgräber bei Hennweiler. In: Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande. Bd. 86, 1888, S. 85–120. Die kleineren inschriftlichen Denkmäler des Bonner Provinzialmuseums. Georgi, Bonn 1889. Der Martberg bei Pommern an der Mosel und seine Kultstätte. In: Bonner Jahrbücher. Jahrbücher des Vereins von Altertumsfreunden im Rheinlande. Bd. 101, 1897, S. 62–116 (Digitalisat).

Literatur Chronik der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn für das Rechnungsjahr 1899/1900. Bonn 1900, S. 5–6 ("1838"+AND+"josef+klein"+AND+"Bonn"&pg=RA4-PA5&printsec=frontcover Digitalisat). Otto Wenig (Hrsg.): Verzeichnis der Professoren und Dozenten der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn 1818–1968. Bouvier, Bonn 1968, S. 150. Hans-Eckart Joachim: Aus der Hausgeschichte – Joseph Klein (1838–1899) und der erste Museumsbau von 1893. In: Berichte aus dem LVR-LandesMuseum Bonn. 2011, Heft 2, S. 32–34.

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