Livebook war eine von der ID.on GmbH entwickelte Softwareplattform für digitales Publizieren und E-Publishing, die von 2003 bis 2017 im Einsatz war.
Die Plattform wurde insbesondere im Verlagswesen für digitale Verlagsvorschauen und Leseproben eingesetzt. Die Entwicklung von Livebook fiel in eine Phase zunehmender Digitalisierung des Verlagswesens, die insbesondere durch E-Books, mobile Endgeräte und digitale Vertriebsmodelle geprägt war.
Entwicklung und technische Einordnung Livebook entstand während der zunehmenden Digitalisierung der Verlagsbranche in den 2000er Jahren. Die Verbreitung von E-Books, Tablet-Computern und mobilen Anwendungen führte zu einer verstärkten Nachfrage nach digitalen Publikationsformaten und elektronischen Verlagsvorschauen.
Livebook ist für digitale Zeitungen, Magazine, Produktkataloge sowie elektronische Verlagsvorschauen im Einsatz. Die Plattform richtete sich vor allem an Verlage, Unternehmen und Agenturen, die Printpublikationen zusätzlich digital verbreiten wollten. Fachportale beschrieben Livebook als Lösung für digitales Publizieren und Multichannel-Publishing im Verlags- und Katalogumfeld.
Livebook war eine proprietäre On-Premises-Software der ID.on GmbH. Die Software wurde als Standardsoftware lizenziert und auf kundeneigenen Systemen betrieben. Ab Mitte der 2010er Jahre wurden zusätzlich Hosting-Angebote für die Bereitstellung digitaler Publikationen angeboten.
Die Livebook-Software war für Windows und macOS verfügbar, zusätzlich existierte eine Variante für Linux-Server. Die Weiterentwicklung wurde 2017 eingestellt. Der Support ist eingestellt.
Geschichte Livebook wurde 2003 veröffentlicht und war das erste Softwareprodukt der 2000 gegründeten ID.on GmbH. In den folgenden Jahren entstanden weitere Angebote für digitales Publizieren im deutschsprachigen Verlagsmarkt.
Bereits in den frühen 2000er Jahren wurden mit Livebook digitale Leseproben des Ernst Klett Verlags über dessen Webshop bereitgestellt.
Ab 2008 wurde die Technologie im Verlagswesen für die vorzeitige Veröffentlichung des Verlagsprogramms in digitaler Form eingesetzt. Die Verlagsgruppe Droemer Knaur stellte ihre Vorschauen für das Herbstprogramm 2008 mithilfe von Livebook bereits vor dem Versand der gedruckten Ausgaben online zur Verfügung. Im selben Jahr setzte die Verlagsgruppe Droemer Knaur die Livebook-Technologie für die Bereitstellung von E-Books ein und galt damit als erster deutscher Publikumsverlag mit einem E-Book-Programm.
Im Jahr 2010 war Livebook erstmals auf der Frankfurter Buchmesse vertreten und präsentierte die Plattform in Halle 4.0 am Stand G1300 (Quelle: Ausstellerliste, nicht digital zugänglich). Die Verbreitung von Livebook erfolgte in einer Phase des digitalen Wandels der Verlagsbranche. Auf den Frankfurter Buchmessen der frühen 2010er Jahre standen insbesondere E-Books, Apps und digitale Geschäftsmodelle im Mittelpunkt der Fachveranstaltungen und Branchendiskussionen. Livebook war zwischen 2010 und 2013 auf der Frankfurter Buchmesse vertreten und wurde dort als Lösung für digitales Publizieren und elektronische Verlagsprodukte präsentiert.Ausstellerverzeichnis der Frankfurter Buchmesse
Ab 2010 wurde die Plattform auch für mobile Publikationsformen und Buch-Apps eingesetzt. Im selben Jahr entwickelte die ID.on GmbH gemeinsam mit der Verlagsgruppe Droemer Knaur eine iPhone-Anwendung für einen Roman von Sebastian Fitzek auf Basis der Livebook-Technologie.
Ebenfalls 2010 kam Livebook auf der Autorenplattform neobooks der Verlagsgruppe Droemer Knaur als Publikationsformat für Selfpublishing-Angebote zum Einsatz. Autoren konnten ihre Werke dort unter anderem als Livebook-Version veröffentlichen.
2016 entwickelte die ID.on GmbH gemeinsam mit dem Herder Verlag eine eBook-App für iOS und Android, die auf der Livebook-Technologie basierte und den Zugriff auf rund 800 Titel des Verlags ermöglichte.
Im Zuge einer Neupositionierung wurde die Plattform ab 2017 unter der Marke publishing.one weiterentwickelt und vermarktet.
Funktionen Livebook ermöglichte die Umwandlung von PDF-Dokumenten in digitale Publikationen mit Blätterfunktion und interaktiven Elementen. Die Plattform unterstützte darüber hinaus Warenkorb- und Bestellfunktionen und wurde insbesondere für digitale Vorschauen im Verlagswesen eingesetzt. Hierzu gehörte auch die Funktion des integrierten Warenkorbs für katalogbasierte Bestellprozesse im Verlagswesen.
Zu den Funktionen gehörten die Konvertierung von PDF-Dokumenten in digitale Publikationen, die Bereitstellung für Webbrowser und mobile Endgeräte sowie Navigations- und Integrationsfunktionen wie Inhaltsverzeichnisse, Lesezeichen und die Einbindung in Webseiten.
Einzelnachweise
Kategorie:Software Kategorie:E-Book Kategorie:Digitale Medien