miniatur|Palazzo Astalli in Rom Der Palazzo Astalli ist ein Palast aus dem 17. Jahrhundert in Rom in der italienischen Region Latium. Er liegt im Viertel Campitelli in der Via San Marco, 8.

Geschichte Der Ursprung des Palastes erscheint unsicher. Es gab dort ein Gebäude in Besitz der Familie Muti, die sich im 16. Jahrhundert entschloss, es renovieren zu lassen, aber die Arbeiten schritten nur langsam voran, bis das Grundstück mit dem Gebäude an die Familie Astalli verkauft wurde.

Monsignore Fulvio Astalli und sein Bruder, der Kardinal Camillo Astalli beauftragten 1642 den Architekten Giovanni Antonio De Rossi mit der Projektierung und dem Bau des neuen Palastes. Die unregelmäßige Form des Grundstückes, das zwischen der Via San Marco, dem Vicolo degli Astalli und der Via dell’Aracoeli liegt, bedingte einen nahezu dreieckigen Gebäudegrundriss. Das ursprüngliche Gebäude wurde Ende des Jahrhunderts fertiggestellt und hatte drei Fassaden: Eine mit Portal und 12 Fenstern zur Via San Marco, eine zweite mit zwei Portalen und acht Fenstern zur Via dell’Aracoeli und eine dritte mit Portal aus dem 16. Jahrhundert und 12 Fenstern zum Vicolo degli Astalli. Das Gebäude schloss nach oben mit einem Söller ab.

Die Familie Astalli ließ die Innenräume mit Fresken verzieren, insbesondere den Festsaal. Die Chronisten beschrieben im 18. Jahrhundert Feste und Bankette, die in diesem Palast abgehalten wurden, insbesondere im Karneval.

1827 wurde das Viertel von der Bauhütte des Petersdomes zur Nutzung als Büro und Wohnstatt des Direktors aufgekauft, wie eine Erinnerungstafel oben an der stumpfen Ecke in der Via San Marco ausweist.

Beginnend 1930 wurde das Gebäude grundlegenden Umbauten im Rahmen der Isolierung des Kapitols unterzogen, die auch die Verbreiterung der Via San Marco vorsahen. Der gesamte Teil des Gebäudes zu dieser Straße hinaus wurde abgerissen, wobei auch der berühmte Saal verschwand, was die Verzerrung der ursprünglichen formalen Balance zur Folge hatte.

Beschreibung Der Palast wurde im Zuge der Arbeiten zur Isolierung des Kapitols und der Verbreiterung der Via San Marco einem bedeutenden Umbau unterzogen. Heute hat der Palast seine ursprüngliche Bedeutung verloren: Die Fassade zum Vicolo degli Astalli wurde mit der Reduktion auf sechs Fenster und dem Abriss des Portals aus dem 16. Jahrhundert praktisch halbiert, während an der Via dell’Aracoeli die Fassade um ein Portal und sechs Fenster reduziert wurde.

Die Fassade zur Via San Marco hat im Erdgeschoss drei Portale und vier Fenster mit Gittern, die über den Kellerfenstern liegen. Im ersten Obergeschoss gibt es sieben Fenster (anstatt der ursprünglichen 12), ebenso wie im zweiten und im dritten Obergeschoss, wenn sie auch einfacher als die ursprünglichen gehalten sind. Der Söller wurde umgebaut. Die durch den Umbau entstandene Abschrägung weist Bossenwerk auf, eine Fenstertüre mit kleinem Balkon, getragen durch zwei Konsolen über den vergitterten Kellerfenstern, sowie ein Fenster im obersten Stockwerk.

Die Fresken, die den abgerissenen Saal schmückten, wurden demontiert und im Museo di Roma wieder zusammengesetzt. Besonders waren die des Festsaals mit heiligen Szenen in römischen Landschaften und solchen des Latiums sowie eine Verkündigungsszene.

Trivia Wie andere Adelsfamilien hatten auch die Astallis eine Wohnstatt in der Vorstadt innerhalb der aurelianischen Mauer: Die Villa Astalli liegt im Viertel Esquilino und darf nicht mit dem Palast verwechselt werden, auch wenn sie ein Casino nobile enthält (ein Gebäude mit zwei Stockwerken, mit Stucktafeln an den Fenstern, Büsten in Ovalen zur Zier der Wände und einen zentralen Söller).

Sie war mit Gärten und Alleen umgeben mit einem über zwei Hektar großen Wirtschaftsteil ausgestattet, der für landwirtschaftlichen Gebrauch vorgesehen war: Das Landgut hat seinen Haupteingang an der damaligen Trasse der Via Labicana und wurde in den 1920er-Jahren in Parzellen zur Bebauung aufgeteilt, während das Casino nobile Hauptsitz des Generalrats der Figlie di Nostra Signora al Monte Calvario (dt.: Schwestern Unserer Lieben Frau am Kalvarienberge) wurde.

Quellen Giorgio Carpaneto: I palazzi di Roma. Newton & Compton, Rom 1991. Sergio Delli: Le strade di Roma. Newton & Compton, Rom 1998. Vittorio Sgarbi: Roma: dal Rinascimento ai nostri giorni. Bompiani, Mailand 1991 Carlo Pietrangeli: Rione V Ponte, parte terza in Guide rionali di Roma. Rom 1974.

Weblinks

Kategorie:Erbaut im 17. Jahrhundert Astalli