Laila Hida (auch Laïla Hida; ; * 1983 in Casablanca) ist eine marokkanische Künstlerin, Fotografin, Kuratorin und Kulturschaffende. Sie ist Gründerin des Kunst- und Residenzraums LE 18 in der Medina von Marrakesch, der Ausstellungen, Arbeitskreise, Residenzen, Gespräche und künstlerische Forschung zusammenführt. Ihre Arbeit umfasst Fotografie, Installationen, Veröffentlichungen und Kuratierung.
Leben Laila Hida wurde 1983 in Casablanca geboren und wuchs dort auf. Mit 17 Jahren ging sie von Marokko nach Paris, wo sie englische Literatur an der Sorbonne sowie Kommunikation und Journalismus studierte. In Paris arbeitete sie als Assistentin der künstlerischen Leiterin und als Fotoproduzentin für das Modemagazin Mixed, bevor sie nach Jahren in Frankreich nach Marokko zurückkehrte und sich in Marrakesch niederließ. Im Jahr 2013 eröffnete sie gemeinsam mit dem Kurator Hicham Bouzid LE 18 in einem Riad der Medina von Marrakesch. 2022 war Hida mit Unterstützung des Programms Visas pour la Création des Institut français Residenzkünstlerin an der Villa Arson in Nizza. 2023 wurde sie erste Preisträgerin des Prix Recanati-Kaplan, der ihr eine zweimonatige Residenz in den Vereinigten Staaten zur Weiterführung ihrer Forschung ermöglichte.
Wirken Hidas künstlerische Arbeit geht von der Fotografie aus, behandelt Bilder jedoch nicht nur als Dokumente, sondern auch als Archivmaterial und Auslöser von Fiktionen. In Arbeiten wie Everything is Temporary untersucht sie private Archive, Texte und Fotografien als Mittel, um Brüche, Begehren und die Beziehung zwischen Intimität und öffentlicher Erzählung zu thematisieren. Projekte wie Boulevard de la résistance und Arnakech setzen sich mit Marrakesch, touristischen Blickregimen, öffentlichen und privaten Räumen sowie stereotypen Bildern des Orients auseinander. LE 18 entstand in einer Phase, in der Marrakesch durch Kunstmesse, Biennale und neue Kulturorte als kreativer Knotenpunkt stärker wahrgenommen wurde. Der Ort ist ein lokaler Raum für Künstler, Fotografen, Dichter, Schriftsteller, Tänzer und Musiker, die dort arbeiten, ausstellen und auftreten können. In der internationalen Fotografie- und Kunstvermittlung gilt LE 18 als Ort, an die junge marokkanische Kunstszene sichtbar wurden; eine Ausstellung zu zeitgenössischen marokkanischen Fotografinnen ging aus einem Gespräch mit Hida hervor. Im Jahr 2020 nahm das Apollo Magazine Hida in die Liste 40 Under 40 Africa auf. Über LE 18 war Hida außerdem an der Zeitschrift Chergui beteiligt, die aus der vierten Ausgabe der Fotoplattform DABAPHOTO hervorging und seit 2018 Geschichten auf Arabisch, Französisch und Englisch mit Texten, Fotografien, Zeichnungen und Karten kombiniert. Bei der documenta fifteen war LE 18 als multidisziplinärer Kultur- und Residenzraum vertreten. Hidas längerfristiges Projekt Le Voyage du Phoenix untersucht, wie Fotografie, Literatur und Kino Vorstellungen von Oasen, Wüste, Begehren und Exotik geprägt haben. Bei der 36. Bienal de São Paulo 2025/2026 zeigte sie Sange Khara, eine 16-mm-Film- und Installationsarbeit, die Erinnerung, Landschaft, postkoloniale Imaginationen und das körperliche Erleben eines Ausstellungsraums umfasst.
Einzelnachweise
Kategorie:Künstler (Marokko) Kategorie:Fotograf (21. Jahrhundert) Kategorie:Marokkaner Kategorie:Geboren 1983 Kategorie:Frau