Louisa Catherine Fanny Atkins, geborene Bell (* 1842 in Avranches, Département Manche, Frankreich;Eintrag für „Louisa Atkins“ in: 1891 England Census. † 2. Oktober 1924 in Northwood, Middlesex), war eine englisch-britische Ärztin und eine der ersten Britinnen, die einen medizinischen Abschluss erlangte. Außerdem war sie Englands erste weibliche Stationsärztin (House Surgeon) am Birmingham and Midlands Hospital for Women. The BMJ bezeichnete sie in seinem Nachruf als „Pionierin im Kampf für die Medizin als Beruf für Frauen“.

Leben Atkins war die Tochter von Robert Bell Calton (1808–1865) und Henrietta Charlotte Mary, geborene Pollard (1811–1891). Atkins wuchs auf dem Kontinent auf und absolvierte ihre Ausbildung in Frankreich. Noch in jungen Jahren reiste sie nach Indien, wo sie am 25. September 1860 Frederick William Maclean Atkins (1827–1862) heiratete, einen Armeeoffizier, der wesentlich älter war und der bereits 1862 starb, zu einem Zeitpunkt zu dem Atkins formal noch minderjährig war.

Da die London School of Medicine for Women noch nicht eröffnet war, besuchte Atkins die medizinische Fakultät in Zürich, wo sie sich 1867 immatrikulierte und 1872 ihren Abschluss machte. Sie gehörte zur ersten Gruppe von sieben Frauen, die an der medizinischen Fakultät in Zürich zugelassen wurden und dort einen Abschluss erlangten. Ihre auf Deutsch verfasste Dissertation trug den Titel „Ueber Gangraena Pulmonum bei Kindern“.

Im Juli 1872 wurde Atkins zur Assistenzärztin am Birmingham and Midlands Hospital for Women ernannt. Da seit 1867 das Council der Worshipful Society of Apothecaries Frauen von Berufsprüfungen ausgeschlossen hatte, hatte Atkins keine vollständige Zulassung, doch der Krankenhausvorstand sprach ihr die Stelle vor zwei männlichen Bewerbern trotzdem zu. Dies war eine umstrittene Entscheidung, die zu Vorwürfen einer abgekarteten Ernennung führte. Schon nach einem Jahr wurde die Entscheidung jedoch als großer Erfolg gewertet, und es hieß: „Eine kompetente Kandidatin sollte gleiche Chancen erhalten und keine Vorzugsbehandlung genießen.“ Im Jahr 1877 erwarb Atkins dann die Zulassung des King’s and Queen’s College of Physicians of Ireland, wie auch Frances Hoggan, Sophia Jex-Blake oder Edith Pechey.

Atkins war ein frühes Mitglied der Association of Registered Medical Women (ARMW), die 1879 als Reaktion auf die Weigerung der British Medical Association, Ärztinnen aufzunehmen, gegründet wurde. Zu dieser Zeit waren 14 Frauen im britischen Ärzteverzeichnis eingetragen, die alle eingeladen wurden, dem Verband beizutreten. Zu den Mitgliedern zählten unter anderem Elizabeth Blackwell, Elizabeth Garrett Anderson, Sophia Jex-Blake, Annie Reay Barker, Annie Clark, Matilda Chaplin-Ayrton, Eliza Macdonogh Frikart und Eliza Walker Dunbar.

Atkins begann eine mehrjährige Tätigkeit am New Hospital for Women (später Elizabeth Garrett Anderson and Obstetric Hospital). Zu ihren Kolleginnen dort zählte neben Elizabeth Garrett Anderson auch Annie de la Cherois. Außerdem war sie als Dozentin für Frauenkrankheiten an der Women’s School tätig. Atkins kündigte 1888 ihre Stelle am New Hospital for Women, da ihre Bedenken hinsichtlich der chirurgischen Kompetenz von Garrett Anderson nicht ernst genommen wurden. Pechey wurde zu ihrer Nachfolgerin ernannt.

Nach ihrem Ausscheiden zog Atkins von Hanwell nach Northwood in ein nach ihren Vorstellungen gebautes Haus. Von dort und aus ihrer Praxis am Upper Gloucester Place in London führte sie eine Privatpraxis. Mary Scharlieb beschrieb Atkins als „eine hervorragende Ärztin, die es verstand, ihren Patienten jene Weitsicht und dieses Mitgefühl entgegenzubringen, ohne die selbst die größten fachlichen Fähigkeiten und Kenntnisse vergleichsweise nutzlos sind“. The BMJ schrieb später in seinem Nachruf, Atkins sei „sehr menschlich, sehr gütig“ gewesen, und fügte hinzu:

Atkins starb 1924 in ihrem Haus in Northwood. In einem weiteren Nachruf für die Medical Women’s Federation schrieb Mary Scharlieb über Atkins:

In einem Beitrag für die History of Anaesthesia Society aus dem Jahr 1995 schrieb der Autor, dass Atkins „als jemand in Erinnerung bleiben sollte, die außergewöhnliche Schwierigkeiten überwunden hat, um sich ihren Platz in diesem Beruf zu erarbeiten.“

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