Amalie Luise Henriette Liebhaber, auch Amalie Luise von Liebhaber (geboren am 28. November 1779 oder 1781 in Wolfenbüttel; gestorben am 11. Mai 1845 in Berlin) war eine deutsche Schriftstellerin, die auch Werke unter dem Pseudonym Amalie Luise oder Amalie Louise verfasste.Bergit Korschan-Kuhle: Liebhaber, Amalie Luise Henriette [Pseudonym Amalie Luise]. In:

Leben Liebhaber war das 8. von 12 Kindern und die erste Tochter des geheimen Justiz- und Regierungsrats Erich Daniel von Liebhaber (1726 – 7. Dezember 1801; fälschlich auch E. S. [Erich Samuel] seit dem 17. August 1752 „von“ Liebhaber) und dessen Frau Adolfine Friederike Charlotte oder Charlotte Adolphina Friederike (geborene von Brüningk). Sie zeigte früh ein Talent für poetische Darstellungen und schrieb bereits im Alter von 12 Jahren Gedichte. Ihr Vater starb in Blankenburg und hinterließ 12 Kinder. Von Liebhaber kehrte nach Wolfenbüttel zurück und wurde durch Herzog Karl Wilhelm Ferdinand gefördert, der sie in Sprachen (Englisch und Französisch) und einigen Wissenschaften und in Handarbeiten ausbilden ließ und ihr die Anwartschaft auf eine Konventualinnenstelle im Kloster Marienberg bei Helmstedt verlieh. So kam sie zur Erziehung zum Hoffräulein nach Braunschweig. Als 1806 der Krieg zwischen Frankreich und Preußen ausbrach, verlor sie ihren herzoglichen Gönner und wohnte bei einem betagten Onkel, der ebenfalls bald starb. Sie nahm nun für einige Zeit eine Stelle als Erzieherin bei der hannoverschen adeligen Familie des Drosten von Alten an. Danach kam sie wiederum nach Braunschweig in das Haus des Geheimen Rats Mens aus Oels in Schlesien. Dieser kehrte im Januar 1815 mit seiner Familie nach dort zurück und sie verlor ihre Anstellung. Da auch der Herzog Friedrich Wilhelm in diesem Jahr auf dem Schlachtfeld gefallen war, zog sie sich nach Blankenburg zurück, wo sie in der Abgeschiedenheit ihre erste Gedichtsammlung verfasste. Diese veröffentlichte sie 1823 unter dem Titel Poetische Versuche in Braunschweig. Sie verfasste Aufsätze in unterschiedlichen Zeitschriften und schrieb auch mehrere dramatische Dichtungen. Ihre Poesie wurde für die gefühlvolle, einfache und harmonische Sprache gelobt oder auch kritisiert. Durch ihr Einkommen als Konventualin konnte sie nun Reisen unternehmen und traf sich mit Zeitgenossen wie Johann Wolfgang von Goethe, Jean Paul, Adolf Müllner oder Ludwig Tieck, die ihr schriftstellerisches Talent anerkannten. Sie weilte zeitweise in Wolfenbüttel, um sich in der dortigen Bibliothek den historischen Hintergrund für ihre Stücke zu erarbeiten, die sie jedoch nicht mehr veröffentlichte, sondern als Handschriften bei sich behielt. Unter ihren Schriften befand sich auch eine Autobiografie. Zuletzt lebte sie in Berlin, wo sie auch starb.

Familie Liebhaber hatte sieben ältere und mindestens einen jüngeren Bruder und eine jüngere Schwester, darunter: Friedrich Karl von Liebhaber (9. August 1772 – 1843), wurde Soldat Ernst August Wilhelm von Liebhaber (1773 – 8. Februar 1837), der Forstrat wurde und mehrere Schriften verfasste. ⚭ 1823 Elisabeth Wilhelmine Sophie Dorothee (geborene von Ramdohr; * 31. Mai 1793), eine Tochter des Georg Johann Christian von Ramdohr (1. September 1745 – 2. November 1805) und dessen Frau Dorothee Elisabeth (geborene Manecke; 22. März 1756 – 23. Januar 1804). Ernst Ludwig Erich von Liebhaber (1785 – 14. August 1837) ⚭ Euphrasie Comarmond (um 1794–1874). Er trat zunächst 1799 in das österreichische Militär ein und wurde bei Marengo verwundet. Nach seiner Rückkehr nach Hannover trat er in die französische Armee ein und wurde „Ernest de Liebhaber“ genannt.La famille de Liebhaber francearchives.gouv.fr (französisch). Er war an Kämpfen in Portugal und Spanien beteiligt und schied 1817 aus dem Dienst aus. Ihre Mutter Charlotte (5. Februar 1749 – 14. Juni 1793), die sich am 31. August 1771 mit ihrem Vater vermählt hatte, war die jüngste Tochter des August Friedrich von Brüningk und der Maria Ernestina Sophia (geborene von Wechmar).

Schriften (Auswahl) Poetische Versuche. 2 Bände, Friedrich Vieweg, Braunschweig 1823–1824 Band 1: Semiramis, Heldengedicht in 6 Gesängen, Das Zauberschloß, Episches Gedicht in 4 Gesängen, Robert und Anna, oder die Entdeckung von Madera, Gedicht in 2 Gesängen und Die Wartburg (haab-digital.klassik-stiftung.de). Band 2 unter dem Titel Gedichte: Giesela, Die Götter des Nordens, Die Eroberung von Zion oder der Maccabaer und Sokrates. Die Äpfel von Balsora, oder der Criminal-Prozess zu Bagdad (Drama in 3 Akten, am 20. August 1831 im Königsstädtischen Theater in Berlin uraufgeführt) Abasso oder Die Barmeciden Arria und Pätus (Trauerspiel in 3 Akten) Asfendir (Trauerspiel in 5 Akten) Chriemhild (Trauerspiel in 5 Akten) Harun al Raschid (Trauerspiel in 5 Akten) Siegfried (Trauerspiel in 3 Akten) Die Erhebung des Hauses Braganza (Trauerspiel in 5 Akten) Der Einsiedler (Posse) Korrespondenzen Briefe an Goethe 16. Juli 1824, 1. Oktober 1824Liebhaber, Amalie Luise Henriette deutsche-digitale-bibliothek.de. Briefe an Friedrich Vieweg 5. Juni 1828, 22. September 1836

Literatur

Bergit Korschan-Kuhle: Liebhaber, Amalie Luise Henriette [Pseudonym Amalie Luise]. In:

Weblinks Teilnachlass: Liebhaber, Amalie Louise von (1781–1845) dla-marbach.de

Einzelnachweise

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